30.04.2011

Neue Zäune schützen Vögel

Zum Schutz gefährdeter Vogelarten wurden jetzt auf Spiekeroog zehn Kilometer Stacheldraht gegen Elektrozäune ausgetauscht.
Abnahme des neuen Zaunes auf Spiekeroog
v.l.n.r. Klaus Petschat, Bernd Fiegenheim, Wim van Ginkel, Frauke Strothmann, Claus Schulz
© Marianne Stambader

Rechtzeitig zum Beginn der Brutzeit hat die Nationalparkverwaltung den Umbau der Weidezäune auf dem Wester- und Ostergroen der Insel Spiekeroog abgeschlossen. Die Ostfriesischen Inseln sind das wichtigste Rückzugs- und Brutgebiet für Kornweihe und Sumpfohreule, die deutschlandweit vom Aussterben bedroht sind. Stacheldrahtzäune sind für die im Tiefflug jagenden Greifvögel eine große Gefahr: Wenn sie sich im Draht verfangen, erleiden sie einen qualvollen Tod. 2010 wurden nur noch drei Brutpaare der Kornweihe und neun Paare Sumpfohreulen auf Spiekeroog gezählt. Der Austausch der Zäune ist deshalb eine wegweisende Maßnahme für den Tier- und Artenschutz.

Nach dem Abbau der alten Zäune auf zehn Kilometer Länge wurden von einer Fachfirma 1000 neue Pfosten aus FSC-zertifiziertem und geschältem Robinienholz fest in den Boden gerammt, die auf dem Inselheller auch Überflutungen standhalten müssen. Der zweireihige Elektrodraht ist auch für die Weidetiere ungefährlich. Spaziergänger werden durch gelbe Schilder vor Berührung der Drähte gewarnt.

Bei der Abnahme Mitte April überzeugten sich Claus Schulz von der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven und Spiekeroogs Bürgermeister Bernd Fiegenheim von der Qualität der Arbeit. Mit dabei waren Frauke Strothmann und Klaus Petschat, die den Heller für die Pferde ihrer Reitbetriebe gepachtet haben, und Wim van Ginkel als Geschäftsführer der Firma Poda Zaun aus Ibbenbüren. „Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und Weltnaturerbe ist es selbstverständlich, Gefahrenquellen für geschützte Vogelarten zu beseitigen“, erklärte Schulz. „So tragen diese Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Nationalpark bei“.
Finanziert wurde die Maßnahme mit einem Umfang von 90.000 Euro aus dem Naturschutzhaushalt des Landes.