07.11.2014

Erster landwirtschaftlicher Partnerbetrieb ausgezeichnet

Natur- und Kulturlandschaft bewahren und gleichzeitig der wirtschaftlichen Entwicklung der Region Rechnung tragen – das ist das Ziel des im Nationalpark und UNESCO-Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer initiierten Partnerprogramms.
Teilnehmer der Partnerauszeichnung für den Biolandhof Agena

vlnr: Birgit Fasting (Nationalpark- und Biosphärenreservatsverwaltung), Diane Saathoff und Hartmut Neumann, (Mitglieder des Vergaberates), Peter Südbeck (Leiter der Nationalparkverwaltung), Garrelt und Karin Agena (Biolandhof Agena). Foto: Nationalparkverwaltung nds. Wattenmeer

Mit der Anerkennung des Wattenmeeres zum UNESCO-Weltnaturerbe wird wirtschaftliche Nachhaltigkeit mehr denn je zum Qualitätsversprechen der Region. Neben dem touristischen Leistungsnetzwerk mit Gastronomie und Beherbergung, Tourismusorganisationen, Bildungseinrichtungen und Nationalparkführern hat sich nun ein erstes landwirtschaftliches Unternehmen dem Partnernetzwerk angeschlossen. Heute unterzeichneten Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und Garrelt Agena, Inhaber und Betreiber des Biolandhofes Agena, die gemeinsame Kooperationsvereinbarung. „Für die Partnerinitiative ist ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht und damit der Idee des UNESCO-Biosphärenreservates ein Stück weit mehr Rechnung getragen“, freut sich Peter Südbeck über den Beitritt des Biolandhofes Agena ins Partnernetzwerk. Er stellte die Idee der Initiative beim Pressegespräch weiter vor während Garrelt Agena über die regionalen Wertschöpfungsketten, die sich in der Region erschließen, berichtete. Er sieht in der regionalen Vermarktung eine Einkommensalternative für die Landwirte und hob hervor: „Wir wollen regionale Produkte vermarkten und hoffen, dass wir dies nun über die Partner voranbringen können“.

Der Bioland-Hof Agena in der Krummhörn wirtschaftet seit über 25 Jahren nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus und Bioland-Verbandes. Auf knapp 200 ha Ackerland werden Getreide, Gemüse und Kartoffeln angebaut. Mit einem zusätzlichen Produktsortiment in Kooperation mit Biolandwirten und dem Naturkosthandel bietet der Bioland-Hof Agena seine Produkte über einen Lieferservice und Abokisten im Bereich Ostfriesland sowie im hofeigenen Laden und auf dem Wochenmarkt in Norden an.

Erste Früchte trägt die Zusammenarbeit im Partnernetzwerk auch in der Vernetzung von Angebot und Nachfrage regionaler Produkte. Das ist gleichfalls das Ziel der Partnerinitiative. Mit der weiteren Entwicklung des Partnernetzwerkes wird, insbesondere über die beteiligten Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe eine zunehmende Nachfrage nach regionalen Produkten generiert, die wiederum seitens der Erzeuger der regionalen landwirtschaftlichen Qualitätsprodukte bedient werden muss. Die regionalen Vermarktungsstrukturen stehen insgesamt jedoch noch am Anfang. So sollen im Rahmen des Netzwerkes gemeinsam das Angebot an regionalen Produkten gestärkt und die dazu notwendigen Strukturen weiterentwickelt werden.

Hintergrundinformation zur Partnerinitiative des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservates

Mit der Partnerinitiative soll ein Netzwerk mit touristischen Leistungsträgern, Naturschutz, Bildungseinrichtungen und der (Land-)Wirtschaft aufgebaut werden, das den Schutz und die Entwicklung unseres einzigartigen Natur- und Kulturerbes unterstützt, einen engen Regionsbezug hat und für umweltfreundliche und nachhaltige Wirtschaftsweisen steht.
Das Partnernetzwerk ist Teil der bundesweiten Initiative ‚Partner der Nationalen Naturlandschaften’ Weitere Informationen zur Partnerinitiative finden Sie unter www.biosphaerenreservat-partner-wattenmeer-nds.de.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Nationalparkleiter Peter Südbeck (Mitte) freut sich über die Spende von Harald Lesch (VR-Stiftung, links) und Matthias Osterhues (Volksbank Oldenburg). Foto: Zschech

16.08.2017 Zugvogelmusik, Zugvogeltage Die VR-Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken in Norddeutschland unterstützt gemeinsam mit der Volksbank Oldenburg eG die Realisierung eines deutschlandweit einmaligen Projekts: Im Konzert „Zugvogelmusik“ werden am 27. August neun Musikgruppen aus neun Ländern auf der Bühne des Oldenburgischen Staatstheaters authentische Musik aus ihren Heimatländern darbieten. Jeder Musikgruppe ist dabei eine in ihrem jeweiligen Land rastende, brütende oder überwinternde Zugvogelart zugeordnet, wodurch eine künstlerische Verbindung zwischen den Zugvögeln, der Musik und den Menschen geschaffen wird. mehr »

Salzwiese in Westerhever | © Stock / LKN.SH

14.08.2017 Rechtzeitig zur „Hoch“-Zeit der Salzwiesenblüte hat die Nationalparkverwaltung ein neues Faltblatt über dieses einzigartige Ökosystem vorgelegt. mehr »

Hoch motiviert: Die jungen Freiwilligen der ijgd-Gruppe zusammen mit den gleichaltrigen Naturschutzwarten des Mellumrates, herzlich begrüßt von Freiwilligen-Koordinatorin Imke Zwoch (links), Mellumrat-Geschäftsführer Mathias Heckroth (5.v.r.) und Bürgermeister Dirk Lindner (rechts). Foto: NLPV

11.08.2017 Wangerooge, Küstenheide, Neophyten 16 junge Menschen aus sieben Ländern waren jetzt zwei Wochen im Einsatz auf Wangerooge, um die wertvolle Küstenheide von invasiven standortfremden Pflanzen zu befreien. Das 2010 begonnene Gemeinschaftsprojekt von Nationalparkverwaltung, ijgd, Mellumrat und Inselgemeinde zeigt von Jahr zu Jahr immer deutlicher die Erfolge solcher langfristig angelegten Pflegemaßnahmen. mehr »

Sieht aus, als habe er ein Gesicht: ein kleiner Fleckrochen, von unten betrachtet. | © Wells / LKN.SH

09.08.2017 Im Multimar Wattforum in Tönning tummelt sich derzeit jede Menge Nachwuchs: kleingefleckte Katzenhaie, Fleckrochen, Sepien, Nagelrochen, Seestichlinge, verschiedene Quallen sowie Neptunshörner, eine Schneckenart, werden hinter den Kulissen aufgezogen. mehr »
Freiwillige sammeln Strandmüll auf der Insel  Mellum

Neben Plastikmüll fanden die freiwilligen Helferinnen und Helfer am Strand von Mellum häufig Teile von Fischernetzen. Foto: J. Wagner/NLPV

08.08.2017 Mellum, Meeresmüll, Müll Am Samstag, den 5. August 2017 sammelten 45 Freiwillige einen Tag lang angespülten Meeresmüll auf der Insel Mellum. mehr »