Urlaub - Meeresgrund trifft Horizont

Grenzenlose Weite kennzeichnet das Wattenmeer – mittendrin liegt Neuwerk. Für viele ist die autofreie Insel längst ein Geheimtipp. Ruhe und Entspannung sind hier garantiert, und auch wer Natur pur sucht, der kommt reichlich auf seine Kosten.
Wattwagen
Das Watt vom Wagen
© Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer

 

Tagesausflug

Am Beginn einer langen „Freundschaft zu Neuwerk“ steht für viele ein Tagesausflug, der beispielsweise so ablaufen könnte:

Nach einer 90-minütigen Überfahrt von Cuxhaven aus legt das Fahrgastschiff „Flipper“ auf Neuwerk an. Nach ca. 5-6 Stunden Aufenthalt geht es in gut 1-stündiger Kutschfahrt mit dem Wattwagen zurück nach Cuxhaven-Sahlenburg.

 

Längere Aufenthalte

Schnell wird man feststellen, dass Neuwerk so viel zu bieten hat, dass ein Tagesbesuch bei weitem nicht ausreicht, alles zu erleben. Für längere Aufenthalte stehen daher verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geschmack bereit.

 

Entdeckungsmöglichkeiten und Angebote

Breit ist die Palette der Entdeckungsmöglichkeiten und Angebote: Bei einer Wanderung auf dem Deich um die Insel und auf dem Mittelweg erhält der Besucher nicht zuletzt durch den „Nationalpark“-Erlebnispfad zahlreiche neue, interessante Eindrücke von seinem Reiseziel. Zwischendurch lädt die Gastronomie zum Verweilen ein. Vom Turm hat man einen einmaligen Rundblick über den gesamten Nationalpark und noch weit darüber hinaus. Der „Herrengarten“ unterhalb des Turms und der „Friedhof der Namenlosen“ sind ebenso wie der Turm selbst beeindruckende Zeugnisse vergangener Tage. Vertiefende Einblicke in den Lebensraum bietet das Nationalpark-Haus mit seinen zahlreichen Entdeckungsmöglichkeiten. Lohnend ist auch ein Besuch der Bernstein-Ausstellung. Zu ausgedehnten Wanderungen laden das Neuwerker Vorland und die vorgelagerten Wattflächen sowie die Vogelinsel Scharhörn ein. In den Sommermonaten gibt es auf Neuwerk außerdem gute Möglichkeiten zum Baden im Meer.

Darüber hinaus bieten die Nationalpark-Verwaltung und der Verein Jordsand ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Führungen und Vorträgen an.

Der Heimatabend im Restaurant „Zum Anker“ » und gelegentliche andere Inselveranstaltungen ergänzen die Erlebnismöglichkeiten.

 

Jahreszeiten

Ein Besuch ist zu allen Jahreszeiten von Mitte/Ende März bis Mitte/Ende Oktober reizvoll:

März: Bernstein - Gold des Nordens

Der Kleine Vogelsand ist bekannt für die dort zu findenden Bernsteine, die die nahe Elbrinne frei spült. Beispielhafte Funde zeigt die Schausammlung im "Haus Bernstein" auf Neuwerk. Damit auch jeder sein eigenes Sammlerglück versuchen kann, ist die Wattfläche des Kleinen Vogelsandes für das Betreten freigegeben. Zusätzlich bietet die Nationalpark-Verwaltung Führungen zu den Bernsteinen auf dem Kleinen Vogelsand an

April: Gänse - Botschafter aus dem hohen Norden

Auf Neuwerk rasten im Frühjahr bis zu 2000 Ringelgänse und fressen sich einen Energievorrat für ihren weiten Weg in die sibirischen Brutgebiete an. Ende Mai verlassen die Tiere das Wattenmeer, um im Herbst wieder bei uns zu erscheinen. Wer sich den Tieren ruhig nähert, kann sie heute als Ergebnis konsequenten Naturschutzes aus nächster Nähe beobachten. Besonders eindrucksvoll ist es, wenn ein Trupp von Gänsen markant rufend heranfliegt.

Mai: Neuwerk - Kinderstube zahlreicher Vögel

Auf dem Grünland binnendeichs und den Salzwiesen im Vorland beginnen im Mai zahlreiche Wat- und Wasservögel mit dem Brutgeschäft. Besonders auffällig sind die Warnrufe der Rotschenkel und die Revierflüge der Kiebitze. Regelmäßig ist auch der Austernfischer als Brutvogel anzutreffen. Ab Ende Mai sind überall im Vorland die Küken unterwegs. Da Eier und Küken besonders gut getarnt sind, sollte man sich im Vorland aufmerksam bewegen.

Juni: Seevogelkolonien - typisch für die Küste

Neuwerk und vor allem Scharhörn sowie in jüngster Zeit auch Nigehörn sind bekannt für ihre Seeschwalbenkolonien mit zum Teil mehreren tausend Brutpaaren. Seeschwalben verteidigen ihren Nachwuchs gegen alles, was ihnen zu nahe kommt. Von den Wegen können die Tiere aus sicherer Entfernung beobachtet werden. Oft sieht man die Tiere im Flug rüttelnd über dem Wasser stehen, um kleine Fische zu erspähen, die sie im Sturzflug erbeuten.

Juli: Salzwiesen - immer wieder anders schön

Die Pflanzenwelt Neuwerks zeigt sich in jedem Monat in einem neuen bunten Kleid. Strandnelkenrasen überziehen das Vorland besonders im Mai/Juni mit ihrem rosafarbenen Blütenschleier. Hauhechel und Roter Zahntrost folgen im Juni/Juli. Mit den violetten Blüten von Strandflieder und Strandaster klingt der Sommer im August/September aus. Im Oktober färbt der Queller die untere Salzwiese purpurn.

August: Sandbänke - Ruheplätze der Seehunde und Enten

Um Neuwerk sind zahlreiche Seehunde zu Hause. Sie können regelmäßig am Elbe-Neuwerk-Fahrwasser aus sicherer Entfernung bei einer Wanderung vom Kleinen Vogelsand und mit Glück auch vom MS “Flipper” aus beobachtet werden.

Auf der ungestörten Scharhörnplate sammeln sich im Spätsommer die Brandenten in großer Zahl zur Mauser. Auch für die Eiderenten ist der Bereich der Elbmündung ein wichtiges Mausergebiet.

September: Watt - unendliche Weite bis zum Horizont

Eine Wanderung über das Watt, beispielsweise auf dem Kleinen Vogelsand oder nach Scharhörn, ist zu jeder Jahreszeit ein einzigartiges Naturerlebnis. Im Wattenmeer kann die Natur die Landschaft noch frei formen, Priele und Wattflächen verlagern. Erst auf den zweiten Blick erschließt sich der Lebensraum zahlreicher Tierarten. Die Wattorganismen sind die Nahrungsgrundlage u.a. für die große Zahl an Vögeln sowie für Fische.

Oktober: Wattenmeer - Drehscheibe des Vogelzugs

Jedes Jahr im Frühjahr und Herbst nutzen zigtausende Watvögel, unter ihnen Schnepfen und verschiedene Strandläuferarten, das Wattenmeer als Rastgebiet zur Nahrungsaufnahme. Auf ihrem Zug zwischen den südlichen Überwinterungsgebieten und den nordischen Brutarealen ist der Zwischenstopp zum “Auftanken” für die Tiere überlebensnotwendig. Besonders zur Hochwasserzeit lassen sich die Vogelscharen gut auf Neuwerk beobachten.