Der Schnabel des Austernfischers

Austernfischer (von Ornithologen liebevoll "Aufi“ genannt) haben ein breites Nahrungsspektrum. Aber einzelne Tiere sind oft wählerische und angepasste Spezialisten.
Austernfischer

Austernfischer  | © Illustration: XXX

Bei Würmersuchern ist der Schnabel spitz und lang, bei Herzmuschelknackern ein kräftiger Meißel. Die Schnabelform ist nicht angeboren, es gilt „form follows function“. Denn der ursprünglich spitze Schnabel der Wurmfresser nutzt sich ab, wenn ständig Muscheln aufgeschlagen werden und wird dadurch meißelförmig.

Als in den 1980er Jahren die Schwertmuschel ins Wattenmeer einwanderte, hatten es einzelne Austernfischer schnell gelernt, hoch aufgerichtet nach den Siphonen der Muschel Ausschau zu halten, hinzustürzen und sie aus dem Boden zu zerren. Wo viele Schwertmuschelschalen herumliegen, bei denen eine Hälfte in der Mitte zertrümmert ist, war vermutlich ein solcher spezialisierter Austernfischer am Werk.

Auch die später eingewanderte Pazifische Auster, die hier zunächst keine natürlichen Feinde hatte, ist mittlerweile nicht mehr sicher vor den lernfähigen Austernfischern, die jetzt ihrem Namen alle Ehre machen.