Rastvögel: Das Wattenmeer als Drehscheibe des ostatlantischen Vogelzuges

Millionen Zugvögel rasten zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, mehrere Wochen im nahrungsreichen Wattenmeer, um hier Energie aufzutanken - auf dem weiten Weg in die Brutgebiete im hohen Norden bzw. die Winterquartiere in südlichen Gefilden. Andere, vor allem verschiedene Gänsearten, verbringen den ganzen Winter in unserem gemäßigten Klima.
Blessgänse

Blessgänse  | © Illustration: Steffen Walentowitz

Die Zugögel müssen im Wattenmeer in kurzer Zeit schnell an Gewicht zulegen, damit sie die weitere Strecke - oft Tausende von Kilometern - unbeschadet überstehen können. Denn nirgendwo anders auf den Zugstrecken gibt es ein Gebiet mit vergleichbarem Nahrungsreichtum. Bei der Ankunft im Brutgebiet müssen die Tiere auch noch fit genug sein, einen Brutplatz zu suchen und zu verteidigen, sich zu verpaaren, Eier zu legen und schließlich erfolgreich Junge großziehen zu können. Da liegt es auf der Hand, dass jegliche Störung im Rastgebiet Wattenmeer im wahrsten Sinne des Wortes weitreichende Folgen haben kann. Wenn die Vögel flüchten, wird damit die Nahrungsaufnahme bzw. Verdauung unterbrochen und gleichzeitig viel Energie für den Sprint verbraucht. Bei entsprechender Rücksichtnahme lassen sich die eindrucksvollen Schwärme der Rastvögel jedoch wunderbar beobachten, ohne sie zu stören. Von den zugelassenen Wegen und Plätzen aus, mit einem Fernglas oder Spektiv ausgestattet und am besten unter fachkundiger Führung.