29.09.2017

Am 14. Oktober beginnen die 9. Zugvogeltage

Themen: 
Fast 300 Veranstaltungen an 9 Tagen - Island ist in diesem Jahr offizielles Partnerland
Foto: Nationalparkverwaltung.

Dr. Christina Barilaro, Leiterin der Abteilung Naturkunde im Landesmuseum für Natur und Mensch, Nationalpark-Leiter Peter Südbeck und Zugvogeltage-Praktikantin Anna Korfhage. Foto: Nationalparkverwaltung.

Die seit 2009 in jedem Herbst stattfindenden Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sind mittlerweile eine feste Größe im Bereich Naturerleben und nachhaltiger Tourismus in Niedersachsen und darüber hinaus. Vom inhaltlichen, räumlichen und zeitlichen Umfang her nehmen die Zugvogeltage unter ähnlichen Angeboten bundesweit eine herausragende Position ein. Vom 14. bis zum 22. Oktober können Naturinteressierte - angesprochen sind Einheimische und Gäste - aus fast 300 Veranstaltungen auswählen, die in der gesamten niedersächsischen Küstenregion und auf den Ostfriesischen Inseln angeboten werden. Erneut hat die Nationalparkverwaltung gemeinsam mit vielen Partnern eine Mischung aus bewährten und beliebten Klassikern und neuen Angeboten zusammengestellt. Gestern wurde das Programm im Rahmen einer Pressekonferenz im Landesmuseum für Natur und Mensch in Oldenburg präsentiert.

Jedes Jahr wird ein inhaltlich-geografischer Schwerpunkt auf dem Weg der Zugvögel entlang der Ostseite des Atlantiks gesetzt. Dieses Jahr liegt der Fokus auf Island, gleichzeitig offizielles Partnerland der 9. Zugvogeltage. Symbolisch steht dafür der Titelvogel dieser Zugvogeltage, die Schneeammer, die auf Island brütet und in der Wattenmeerregion überwintert. Die besondere ornithologische Verbindung zwischen der Insel der Geysire und Vulkane und dem Wattenmeer ist Thema verschiedener Vorträge; künstlerische, musikalische und kulinarische Aspekte bringen den Teilnehmer*innen die kulturellen Eigenheiten Islands näher.

Ein Besuchermagnet werden auch in diesem Jahr die festen Beobachtungsstationen sein. Die "Vogeltürme" zum Beispiel am Vareler Hafen, in Nessmersiel, auf Norderney, an der Kugelbake in Cuxhaven oder beim Pilsumer Leuchtturm ziehen stets viele Hundert Interessierte an.

Neben Bekanntem gibt es auch diesmal neue Angebote und Veranstaltungspartner, so die "Vogelkunstsafari" in Greetsiel, die Umweltstation Iffens mit dem Vortrag "Die Physik des Fliegens" oder das ev. Bildungszentrum Potshausen (Ostrhauderfehn).

Das Programm spricht sowohl Laien als auch Ornithologen an. Letztere sind vor allem beim Aviathlon gefragt: Während der neun Veranstaltungstage gilt es im Gelände möglichst viele verschiedene Vogelarten zu erfassen. Dabei treten die sieben Inseln und fünf Festlandsregionen zum Wettstreit an.

Kinderaktion

In diesem Jahr sind junge Künstler*innen (bis 14 Jahre) aufgerufen, Bilder von den Zugvögeln in ihren Brutgebieten im hohen Norden zu malen. Die Kunstwerke müssen bis zum 18.10. bei den Nationalparkhäusern oder der Nationalparkverwaltung eingereicht werden. Alle Bilder werden beim Zugvogelfest am 22.10. in Horumersiel ausgestellt; alle Teilnehmer*innen haben die Chance, bei einer Verlosung eins von zehn hochwertigen Ferngläsern der Firma Minox zu gewinnen. Alle großen Anbieter hochwertiger Optik, die zur Vogelbeobachtung unabdingbar ist, unterstützen die Zugvogeltage bei verschiedenen Veranstaltungen.

Wie immer gilt, dass man sich für viele Zugvogeltage-Angebote frühzeitig anmelden sollte, denn vor allem Pauschalen oder Bus- und Schiffsexkursionen können schnell ausgebucht sein.

Zielsetzungen der Zugvogeltage

"Unsere Kernaufgabe ist der Naturschutz", betont Nationalparkleiter Peter Südbeck. In Bezug auf Zugvögel ist das vor allem die Sicherung möglichst ungestörter Rast-, Nahrungs- und Brutgebiete. „Die direkte Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen im Nationalpark, die wir in den vergangenen Jahren erheblich intensivieren konnten, sind nicht das einzige Instrument, um dieses Ziel zu erreichen. Langfristig brauchen wir dafür Verbündete in allen gesellschaftlichen Bereichen." Das sind zunächst die einzelnen Menschen, Einheimische und Gäste in der Wattenmeerregion. "Auf vielfältige Weise wollen wir vermitteln, dass der Vogelzug ein faszinierendes und gleichzeitig fragiles Phänomen ist. Das intensive Erleben der Natur erweckt Empathie und Begeisterung. Bis zum eigenen Engagement für den Naturschutz ist es dann oft nur ein kleiner Schritt."

Darüber hinaus sollen auch regionale Betriebe und Organisationen mit ins Boot geholt werden. Insbesondere mit dem Tourismus als wesentlichem Standbein der Region gilt es eine echte win-win-Situation zu schaffen. Bei den Zugvogeltagen stehen Qualität und Niveau der Veranstaltungen und das Thema Nachhaltigkeit ganz oben auf der Agenda. Wer unter der Dachmarke "Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer" etwas anbieten will, muss sich dazu bekennen. Dazu gehören vor allem die vielen Nationalpark- und Biosphärenreservats-Partnerbetriebe, die hier in besonderer Weise ausgezeichnet sind.

"Es geht uns nicht primär darum, die Zahl der Angebote und der Teilnehmer von Jahr zu Jahr zu steigern", erklärt Nationalpark-Leiter Peter Südbeck. "Jedes neue Angebot muss strenge Qualitätskriterien erfüllen.“ Ist das Betreuungspersonal ausreichend qualifiziert hinsichtlich ökologischer wie didaktischer Kompetenzen? Entsprechen angebotene Speisen und Getränke den Kriterien bio, saisonal, regional bzw. fair gehandelt? Werden Möglichkeiten für eine klimaschonende Anreise hervorgehoben? Natürlich soll es auch möglichst viele barrierefreie Angebote im Programm geben.

Mittlerweile tragen mehr als 50 Mitveranstalter zu dem vielseitigen Zugvogeltage-Programm bei. Neben Nationalparkhäusern und-zentren und anderen Bildungseinrichtungen gehören dazu auch Tourismusorganisationen, Hotels und Restaurants. Dabei geht es um mehr als den Mitnahme-Effekt eines naturtouristischen Angebotes: Die Partner werden selbst zu Akteuren des Naturschutzes und vermitteln ihren Gästen die Bedeutung des Nationalparks und Weltnaturerbes, auch durch eine nachhaltige Wirtschaftsweise im eigenen Betrieb. "Durch die Zugvogeltage ist es uns gelungen, ein Netzwerk zu schaffen, in dem das Miteinander für den Naturschutz und eine nachhaltige Entwicklung im Mittelpunkt steht."

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