10.02.2017

Ein geborener Netzwerker

Der ehemalige Nationalpark-„Vogelzivi“ Benjamin Brockhaus setzt sich mit Kopf und Seele für nachhaltige Entwicklung ein
Peter Südbeck (links) dankt Benjamin Brockhaus. Foto: Zwoch / Nationalparkverwaltung

Peter Südbeck (links) dankte Benjamin Brockhaus persönlich, aber auch stellvertretend für hunderte von Freiwilligen, für seinen Einsatz. Foto: Zwoch / Nationalparkverwaltung

Bei der Verlosung von Sachpreisen unter hunderten Freiwilligen des bundesweiten Programms „Ehrensache Natur“ wurden gleich vier Freiwillige aus dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer von der Glücksfee bedacht. Einer davon ist Benjamin Brockhaus, der jetzt glücklicher Besitzer einer wasserfesten Kameratasche ist. Seit 2015 gehört Brockhaus zum ehrenamtlichen Koordinations-Team von „Watt°N“, dem ersten selbstorganisierten Freiwilligennetzwerk eines Nationalparks in Deutschland. Bei der Übergabe der Tasche dankte Nationalpark-Leiter Peter Südbeck dem Gewinner nicht nur persönlich für seinen Einsatz, sondern auch stellvertretend für das gesamte Watt°N Team und vielen hundert anderen, die sich für das Wattenmeer und andere Nationale Naturlandschaften ehrenamtlich engagieren.

Die Watt-Geschichte des gebürtigen Südniedersachsen Benjamin Brockhaus begann 2008 als „Vogelzivi“ auf Norderney. „Ich wollte einen sinnvollen Kontrast zu meiner Elektroniker-Lehre machen und da arbeiten, wo andere Urlaub machen. Dann hat mich das Naturerlebnis gepackt.“ Die Natur und vor allem das Thema nachhaltige Entwicklung ließen Brockhaus seitdem nicht mehr los. Seinem Bachelor-Abschluss „Ökosystemmanagement“ in Göttingen (2011) folgte ein Masterstudium „Nachhaltigkeitsökonomie“ in Oldenburg. Derzeit schreibt er seine Masterarbeit zur Frage, was Führungskräfte dazu bewegen kann, dass sich ihre Organisation fundamental für den Wandel in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung einsetzt.

Zwar ist Watt°N bereits das dritte non-profit-Netzwerk für Nachhaltigkeit, das der junge Sozialunternehmer mitbegründete, seine persönlichen, wissenschaftlichen Leistungen und Erfolge stehen für den Netzwerker Brockhaus aber im Hintergrund: „Das wichtigste ist eben dieses einzigartige Team! Es sind die Begegnungen mit all den motivierten anderen Freiwilligen, die uns immer wieder dazu beflügeln, uns weiter für den Naturschutz im Wattenmeer zu engagieren.“

Mit „Watt°N“ kehren wie Brockhaus viele zurück zu den Wurzeln ihres Engagements. „Der Freiwilligendienst im Nationalpark Wattenmeer war für uns eine lebensprägende Erfahrung, für die wir unendlich dankbar sind.“ Das ist der Tenor, wenn man mit den Teamern des Organisationsteams spricht. Unter dem Dach von Watt°N halten ehemalige und aktuelle Freiwillige des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservates Niedersächsisches Wattenmeer ihre Gemeinschaft lebendig. Frühere Zivis, FÖJler, Bundesfreiwillige und andere wollen ihre Erfahrungen und Kompetenzen auch weiterhin für den Wattenmeerschutz einsetzen. Gemeinsam organisieren sie Umweltbildung- und Naturschutzprojekte, bei denen jeder mitmachen kann.

Zusammen mit Jürgen Rahmel, dem Vorsitzenden des Nationalpark-Fördervereins, und einem inzwischen 20-köpfigen Team von Ehrenamtlichen hat Brockhaus 2015 „Watt°N“ gegründet. Seit Januar 2016 agiert das Team von Watt°N selbstständig unter der Trägerschaft des Fördervereins.

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