28.04.2017

Erfahrungsaustausch zwischen Alpen und Wattenmeer

Naturschutz-Delegation aus Kärnten besuchte die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven
vlnr: Peter Rupitsch, Gerald Millat, Peter Südbeck, Gernot Darmann, Markus Reiter, Arndt-Meyer-Vosgerau. Foto: Nationalparkverwaltungg

vlnr: Peter Rupitsch, Gerald Millat, Peter Südbeck, Gernot Darmann, Markus Reiter, Arndt-Meyer-Vosgerau. Foto: Nationalparkverwaltung

Das Wattenmeer ist als Nationalpark, Biosphärenreservat und Weltnaturerbe ein beliebter Anlaufpunkt für den internationalen Erfahrungsaustausch im Naturschutz. Regelmäßig empfängt und betreut die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer Kolleginnen und Kollegen aus Europa und der ganzen Welt, z. B. aus Südkorea, Mexiko oder unlängst aus Russland. Diese Woche war eine dreiköpfige Delegation aus Österreich zu Gast: Gernot Darmann, als Landesrat in der Kärntner Landesregierung zuständig für Nationalparks, Jagd und Tierschutz, Markus Reiter, Fachreferent für National-, Biosphären- und Naturparks, und Peter Rupitsch, Direktor des Nationalparks Hohe Tauern.

Der Nationalpark Hohe Tauern ist der älteste und größte Nationalpark in Österreich. Er erstreckt sich über drei Bundesländer: Die erste Teilfläche wurde 1981 in Kärnten unter Schutz gestellt, 1984 folgte das Land Salzburg und 1992 Tirol. Rechtlich betrachtet besteht der Nationalpark Hohe Tauern aus drei eigenständigen Teilen.

Auch das deutsche Wattenmeer-Schutzgebiet erstreckt sich über drei Bundesländer. Die Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer (eingerichtet 1986), Hamburgisches (1990) und Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (1985) arbeiten über Landesgrenzen hinweg sehr eng zusammen. Darüber hinaus gibt es eine langjährige trilaterale Kooperation im Wattenmeerschutz zwischen den Anrainern Deutschland, Dänemark und den Niederlanden.

Diese übergreifende Zusammenarbeit und damit verbundene Fragen und Erfahrungen waren der Anknüpfungspunkt für den Besuch der Kollegen aus Österreich. Stellvertretend für alle drei Wattenmeer-Nationalparks nahmen Peter Südbeck, Leiter des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, Arndt Meyer-Vosgerau (Dezernat Naturschutz) und Gerald Millat (Kommunikation & Forschung) die Kärntner Kollegen im Empfang. Bei einem Besuch des Wattenmeer Besucherzentrums in Wilhelmshaven und einer Exkursion rund um den Jadebusen ergaben sich praktische Ansatzpunkte für Erfahrungsaustausch und Diskussion.

Die spezifischen Herausforderungen eines Meeres-Schutzgebietes boten der Alpen-Delegation ganz neue Denkanstöße. Sehr beeindruckt zeigten sich die Kollegen von den zahlreichen Kooperationen und Partnerschaften, welche die Akzeptanz der Naturschutzziele und deren Umsetzung an der Küste und auf den Inseln deutlich voranbringen.

Exkursion zum Renaturierungsprojekt Langwarder Groden: Peter Rupitsch, Rangerin Susanne Koschel, Jürn Bunje (Nationalparkverwaltung), Gernot Darmann und Arndt Meyer-Vosgerau. Foto: Markus Reiter

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