28.08.2015

Internationale Zusammenarbeit zum Schutz der Meeressäuger

Auf dem zehnten Wadden Sea Day in Wilhelmshaven bilanzierten Experten die Erfolge und Herausforderungen zum Schutz der Meeressäuger im Wattenmeer und in der Nordsee seit dem Abschluss des internationalen Seehundabkommens im Jahre 1990.
Wadden Sea Day 2015

Bradnee Chambers, Geschäftsführer der Convention on the Conversation of Migratory Species of Wild Animals, Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, Prof. Prof. Dr. Ursula Siebert, Leiterin des Instituts für Wildtierforschung an der Universität Hannover, und Rüdiger Strempel, Leiter des trilateralen Wattenmeersekretariats, gehörten zu Referenten beim zehnten Wadden Sea Day in Wilhelmshaven.  Foto: Imke Zwoch / Nationalparkverwaltung

Seehunde gehören zu den Aushängeschildern des Wattenmeers. Die Tiere können heute oft in großer Zahl auf den Seehundbänken im Watt beobachtet werden. Dass dies nicht immer so war, sondern Ergebnis länderübergreifender Maßnahmen zum Schutz der Meeressäuger ist, wurde am 27. August auf einer internationalen Expertentagung in Wilhelmshaven diskutiert.

Als Reaktion auf eine Seehund-Epidemie im Jahr 1988, bei der mehr als die Hälfte der Tiere starb, schlossen Dänemark, Deutschland und die Niederlande 1990 das internationale Seehundabkommen ab, dessen 25jähriges Jubiläum im Rahmen der Expertentagung begangen wurde.

Zu den Maßnahmen, die seitdem umgesetzt wurden, zählen unter anderem die Reduzierung von Schadstoffeinträgen, die Einrichtung von Schutzzonen sowie eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit, die auf die Eigenarten und besonderen (Ruhe-)Bedürfnisse der Meeressäuger aufmerksam macht. Deren Erfolg spiegelt sich in der Entwicklung der Populationszahlen wider: In den letzten Jahren wurden mehr Tiere gezählt als jemals zuvor, rund 26.000 bei der jüngsten Zählung. Rüdiger Strempel, Leiter des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats (CWSS), erläuterte, dass dies nur Tiere erfasst, die sich während der Zählung an Land aufhalten. Tatsächlich sei von etwa 40.000 Tieren auszugehen.

Neben den Seehunden widmeten sich verschiedene Vorträge auch den anderen großen Meeressäugern des Wattenmeers, den Kegelrobben und Schweinswalen. Auch deren Bestände entwickeln sich positiv.

Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, wies in seiner Eröffnungsrede auf die über das Wattenmeer hinausgehende Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit hin: „So wie die ‚Großen Drei‘ des Wattenmeers – Seehund, Kegelrobbe und Schweinswal – sich nicht auf die Grenzen des Weltnaturerbes beschränken, so muss sich auch der Rahmen der politischen Zusammenarbeit zum Schutz und Management der Meeressäuger erweitern.“ Hierzu passte, dass erstmals eine koreanische Delegation im Rahmen der Regierungsvereinbarung zwischen den Wattenmeer-Anrainerstaaten  und der Republik Korea am Wadden Sea Day teilnahm.

Zum Abschluss der Tagung hatten die Teilnehmer noch Gelegenheit, auf einer Bootstour über den Jadebusen eines ihrer Forschungsobjekte in natura zu erleben.

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V.l.n.r.: Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, Juliana Köhler, Geschäftsführerin des UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrums Wilhelmshaven, Andreas Wagner, Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven, Elsa Nickel, Abteilungsleiterin für Naturschutz im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Stefan Wenzel, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Franz Bairlein, Direktor des Instituts für Vogelforschung, Wilhelmshaven, Jaap Verhulst, Vertreter des zuständigen niederländischen Ministeriums, Rüdiger Strempel, Leiter des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats, Wilhelmshaven. Foto: J. Wagner/NLPV

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