13.08.2015

Internationaler Einsatz für die Küstendünenheide

Workcamp der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste setzt erfolgreiche Naturschutzmaßnahmen auf Wangerooge fort
Teilnehmer des IJGD-Workcamps auf Wangerooge 2015 vor einem ehemaligen Eisteich

Teilnehmer des IJGD-Workcamps auf Wangerooge 2015 vor einem ehemaligen Eisteich. Foto: Nationalparkverwaltung

Seit dem 8. August ist eine Gruppe von insgesamt 16 jungen Menschen im Alter von 17 bis 25 Jahren mit zwei Teamleitern der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD) auf Wangerooge aktiv, um ganz praktische Naturschutzarbeit zu leisten: Ausgestattet mit Spaten, Sägen und Schneidewerkzeugen, widmen sie sich der Pflege der für diese Insel typischen Küstendünenheide und ihrer seltenen Pflanzenarten. Unterstützt werden sie dabei durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Mellumrates sowie Gärtnern der Gemeinde Wangerooge. Die von der Nationalparkverwaltung geplanten Maßnahmen dienen der Biotoppflege der Küstendünenheide.

Die Küstendünenheide auf Wangerooge ist in ihrer räumlichen Ausdehnung und Ausprägung einzigartig im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Geprägt wird sie im Wesentlichen durch die Besenheide. Bedroht wird dieser spezielle Lebensraum durch sogenannte invasive, nicht heimische Gehölze bzw. Neophyten wie die Kartoffelrose und die Spätblühende Traubenkirsche. Diese Pflanzen müssen deshalb möglichst komplett mit Wurzelwerk entfernt werden, um ihre erneute Ausbreitung zu verhindern.

Auch die diversen Kleingewässer im Heidegebiet – ehemalige Eisteiche oder Bombentrichter – stellen bedeutsame Biotope für besondere Tier- und Pflanzenarten dar. Durch Freischälen (Plaggen) oder Mähen der Teichsohle  erhalten seltene Pflanzenarten wie z.B. der Strandling, der sehr klein ist und sehr viel Licht benötigt, als konkurrenzschwache Art wieder die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Als weitere Zielart profitiert die Kreuzkröte von den Maßnahmen.

Seit 2011 laufen diese langfristig angelegten Managementmaßnahmen, die von Beginn an durch den Mellumrat und Gruppen der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD) unterstützt wurden. Norbert Hecker von der Nationalparkverwaltung, der das langjährige Projekt naturschutzfachlich betreut, freut sich über die sichtbaren positiven Effekte der fortgesetzten Pflegemaßnahmen: „In Bereichen, die vor wenigen Jahren noch von Kartoffelrosen dominiert wurden, zeigen sich wieder junge Heideflächen, typische Graudünengrasfluren und mit dem Zwerg-Lein auch Elemente der jungen feuchten Dünentäler. Die gezielte Pflege hat hier eine naturnahe Vegetationsentwicklung ursprünglicher Pflanzenarten wieder in Gang gesetzt.“

Das Workcamp dauert noch bis zum 22. August. Neben der – häufig auch körperlich anspruchsvollen – Naturschutzarbeit haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, die vielfältigen Freizeitangebote auf Wangerooge zu nutzen.

Die Teilnehmer des Workcamps sind aus Tschechien, der Slowakei, Russland, Weißrussland, Italien, Frankreich, Deutschland und sogar aus China ins Wattenmeer angereist. Für Imke Zwoch, Koordinatorin der Freiwilligenprojekte bei der Nationalparkverwaltung, steht die internationale Beteiligung im Einklang  mit der universellen Bedeutung des Gebietes: „Die Auszeichnung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe ist auch eine globale Verpflichtung zum Erhalt dieser einzigartigen Naturlandschaft. Das freiwillige Engagement von jungen Menschen aus der ganzen Welt verdeutlicht, dass der Naturschutz grenzenlos ist. Gleichzeitig tragen solche Projekte zur Umweltbildung und Völkerverständigung bei.“

Das Workcamp wird finanziell gefördert von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, der Niedersächsischen Wattenmeerstiftung und der Naturschutzstiftung Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven. Wertvolle Unterstützung leistet auch die Inselgemeinde, die die Entsorgung des Schnittguts übernimmt.

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