18.03.2016

Nationalparkhaus Wangerland wiedereröffnet

Glanzvoller Höhepunkt einer bewegten Geschichte
Ralf Sinning und Peter Südbeck in der neuen Ausstellung des Nationalpark-Hauses Wangerland. Foto: Nationalparkverwaltung

Ralf Sinning und Peter Südbeck beim Rundgang durch die neue Ausstellung des Nationalpark-Hauses Wangerland. Foto: Nationalparkverwaltung

Passend zum 30jährigen Bestehen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und pünktlich zum Saisonauftakt an Ostern hat sich das Nationalparkhaus Wangerland neu herausgeputzt. Nach mehr als einjähriger Umbauzeit wurde die Bildungseinrichtung heute im Beisein von Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz feierlich wiedereröffnet. „Das Nationalparkhaus Wangerland kann als Pionier der Informations- und Bildungsarbeit für die Nationalparkidee betrachtet werden“, sagte Kottwitz mit Rückblick auf die ebenfalls 30jährige Geschichte der Einrichtung. „Mit der Neugestaltung des Hauses werden Maßstäbe für eine nachhaltige Umweltbildung in Gegenwart und Zukunft gesetzt.“

Mit finanzieller Unterstützung der Wattenmeerstiftung und der Bingo-Umweltstif­tung wurde die Ausstellung durch multimediale, audiovisuelle und interaktive Module zu einer zeitgemäßen „Mitmach-Ausstellung“ modernisiert. Durch bauliche Veränderungen innerhalb des Gebäudes wurde zusätzliche Ausstellungsfläche gewonnen und eine bessere Präsentation ermöglicht. Neben den grundlegenden Informationen zum Nationalpark, Biosphärenreservat und Weltnaturerbe widmet sich das Nationalpark-Haus Wangerland den Schwerpunktthemen Erneuerbare Energien, Klimawandel und Klimaschutz.

Die Ausstellung hat nun ein einheitliches Erscheinungsbild. Mit Text und Grafik bedruckte Vliestapeten sind eine pfiffige Lösung zur optimalen Nutzung des Raumangebotes. Inhaltlich wird viel Wert wurde auf regionale Bezüge gelegt. Bei der Materialauswahl spielte auch die Nachhaltigkeit eine große Rolle. Die Zweisprachigkeit (deutsch-englisch) wird dem internationalen Interesse am Weltnaturerbe gerecht. Es gibt eine Entdeckerdüne, Entdeckerschubladen unter dem neuen Landschaftsmodell, Themenrahmen im Raum „Mensch und Natur“, Hörbojen, eine Infobar zu den erneuerbaren Energien, Multimediapräsentationen und eine ansprechende Aquarienlandschaft. Dort spielt die Scholle eine große Rolle, und auch Katzenhaie, Dorsche, Wittlinge, Seeskorpione und Knurrhähne sollen wieder in die Becken einziehen.

Geschichte

Das Nationalpark-Haus zählt als Bildungseinrichtung zu den langjährigsten Wegbegleitern des Nationalparks. Bereits 1986, im Gründungsjahr des Nationalparks, begann im Wangerland mit der Eröffnung des Nordseehauses in Horumersiel die Nationalparkinformations- und Bildungsarbeit auf freiwilliger Basis. Von Beginn an sind die Gemeinde Wangerland und die Wangerland Touristik GmbH in der Betreibergemeinschaft des Nationalpark-Hauses. Als Umweltverband war bis 1995 die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) beteiligt, heute gehört die Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz e.V. (WAU) zur Betreibergemeinschaft. Kooperationspartner sind die Betreiber des Windpark Bassens und der Bundesverband Windenergie.

Von 1990 bis Ende 1999 war die Horumersieler Einrichtung eine offizielle, vom Land Niedersachsen geförderte Nationalparkeinrichtung, das Nationalpark-Haus Wangerland. Da die Landesförderung vertraglich an die Immobilie gebunden war, ging mit dem Umzug von Horumersiel nach Minsen der Status des Nationalpark-Hauses formal verloren. Inhaltlich knüpfte Hausleiter Ralf Sinning nahtlos an seine bisherige Arbeit an und setzte auch die konstruktive Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung sowie anderen Bildungseinrichtungen fort. Aufgrund der guten und kontinuierlichen Vermittlung des Nationalparkgedankens und der Schutzziele wurde das Nordseehaus Wangerland am 26. Juni 2008 als Nationalpark-Partner zertifiziert. Auf den Tag genau ein Jahr später wurde das Wattenmeer von der UNESCO in die Liste der Weltnaturerbestätten aufgenommen.

Am 22. Juni 2012 wurde aus dem Nordseehaus Wangerland wieder ein offizielles Nationalpark-Haus. Die Forschungsstation Wattenmeer und Nationalpark-Informationsstelle auf dem Campinggelände in Schillig ist seit 2013 eine offizielle Außenstelle des Nationalpark-Hauses Wangerland. Die Besucher können dort unter Anleitung und auch selbständig forschen. Die Ausstellung in der Station widmet sich auch dem aktuellen und bedeutenden Thema „Müll im Meer“ (Plastik und Mikromüll).

Das Nationalpark-Haus Wangerland an der Kirchstraße in Minsen wird nach dem Saisonstart wieder wie gewohnt geöffnet haben: Montags bis freitags von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 14 bis 17 Uhr.

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