08.06.2017

Nicht nur Plastikmüll belastet Ozeane

Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer klärt zum Tag des Meeres über Unterwasserschall auf
Bei Rammarbeiten für Offshore-Windanlagen wird für einige Tiere gefährlicher Unterwasserschall erzeugt. Foto: Nationalparkverwaltung

Bei Rammarbeiten für Offshore-Windanlagen wird für einige Tiere gefährlicher Unterwasserschall erzeugt. Foto: Nationalparkverwaltung

Heute, am 8. Juni, findet weltweit der Tag des Meeres statt. Dieser hat seinen Ursprung im Erdgipfel vom 8. Juni 1992 in Rio de Janeiro. Seit 2009 wird der Aktionstag offiziell von der UN begangen. Am Tag des Meeres geht es vor allem darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig die Ozeane für unser aller Leben sind. So sind sie ein wichtiger Lieferant von Sauerstoff und regulieren unser Klima. Dieses Jahr steht der Tag unter dem Motto „Unsere Ozeane, unsere Zukunft“. Von immenser Wichtigkeit ist es den Organisatoren, die Verschmutzung des Meeres durch Plastikmüll zu thematisieren und Lösungsansätze zu finden.

Dass Plastikmüll die Meere immer mehr verschmutzt, ist kein Geheimnis. Diese Bedrohung der Meere ist wohl längst ins Bewusstsein der breiten Masse vorgedrungen. Es gibt allerdings noch weitere negative Einflüsse auf die Ozeane. Bei einem davon handelt es sich um den vom Menschen erzeugten Unterwasserschall.

Schall kann sich unter Wasser weit verbreiten und gefährdet so einige Meeresbewohner. Der in der Nordsee vorkommende Schweinswal zum Beispiel bewegt sich mittels Echoortung fort und hat daher ein sehr empfindliches Gehör, das vom Lärm enorm geschädigt werden kann. Echoortung bedeutet, dass er mittels Schallwellen die Umgebung wahrnimmt und sich so orientiert. Mittels Echoortung spürt er auch Fische und andere Beutetiere auf. Ist sein Gehör geschädigt, kann er all dies nicht mehr tun. Auch andere Meeressäuger – wie Seehunde und Kegelrobben – können unter Umständen geschädigt oder sogar taub vom Unterwasserschall werden.

Beim vom Menschen erzeugten Unterwasserschall kann man grob zwei Gruppen unterscheiden: impulshafte Schalleinträge (durch z.B. Rammarbeiten für Offshore-Windanlagen, Munitionssprengungen, starke Sonare oder Airguns zur Rohstofferkundung) und Dauerschall (z.B. Schiffslärm).

Da Unterwasserschall sich über weite Strecken ausbreitet, sind die Meeresbewohner selbst in Schutzgebieten vom Schall bedroht. Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sind Munitionssprengungen durch den Kampfmittelräumdienst häufiger nicht zu vermeiden. Wann immer der Zustand der Munitionsaltlasten einen Abtransport zulässt, werden sie jedoch außerhalb des Wassers gesprengt.

Deutschland hat große Anstrengungen unternommen, um die Belastungen durch Impulsschall zu verringern. So wird die Schallbelastung unter Wasser bei Rammungen unter anderem durch Blasenschleier gedämpft. Hierbei wird ein Ringschlauch auf dem Meeresboden ausgelegt, aus dem Luftblasen aufsteigen. Der im Wasser entstehende Schall trifft auf die Luftblasen, pflanzt sich in der Luft fort und geht dann wieder ins Wasser über. Durch diesen sogenannten Medienwechsel wird der Schallpegel deutlich reduziert. Verletzungen von Tieren  können so verringert oder sogar ausgeschlossen und Vertreibungseffekte deutlich reduziert werden.

Durch Raumplanung, Einrichtung von Schutzgebieten und umfangreiche Begleituntersuchungen soll zudem sichergestellt werden, dass Arten wie der Schweinswal in ihrem Gesamtbestand möglichst wenig durch Baumaßnahmen beeinträchtigt werden.

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