Forschung & Monitoring

Die Erforschung des Wattenmeeres liefert wichtige Grundlagen für die Arbeit der Nationalparkverwaltung. Die Forschungsergebnisse ermöglichen Aussagen über den aktuellen Zustand des Ökosystems.

Die Erkenntnisse werden in den Aufgabenbereichen Planung, Pflege und Entwicklung, Artenschutz oder auch in der Berichtspflicht zur Natura 2000-Richtlinie der EU angewendet.

Universitäten und Forschungsinstitute an der Küste, aber auch aus dem Binnenland, bearbeiten eine Reihe von Schwerpunktthemen im Wattenmeer. Dazu gehören Untersuchungen zur Vogelwelt, zur Lebensgemeinschaft des Wattbodens, zu Schadstoffen und zum Sediment. Doch die Nationalparkverwaltung forscht auch selbst; besonderer Wert wird hier auf den Anwendungsbezug des Themas gelegt. Dabei liegt die Realisierung entweder direkt bei der Nationalparkverwaltung (zum Beispiel Untersuchungen zum Miesmuschelmonitoring), oder sie findet in Zusammenarbeit mit Projektpartnern statt (zum Beispiel Entwicklung des Metadaten-Informationssystems NOKIS).

Ein Schwerpunkt ist das Trilaterale Monitoring- und Bewertungsprogramm (TMAP). Die Nationalparkverwaltung koordiniert die Datensammlung für den niedersächsischen Teil des Programms, wobei sie manche der hierfür benötigten Daten auch selbst erhebt. So wurde zum Beispiel an Hand von Luftbildern eine Biotoptypen-Kartierung erstellt, die Aussagen über die Veränderung von Dünen und Salzwiesen ermöglicht. Der Einsatz moderner Computertechnik in Form eines Geografischen Informationssystems gestattet dabei eine schnelle und effiziente Bearbeitung des Themas.

Für die Nationalparkverwaltung steht im Vordergund, dass die Forschungsergebnisse auch praktisch umgesetzt werden, um das Ökosystem Wattenmeer beziehungsweise einzelne Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Dabei gilt der Grundgedanke, dass in einem Nationalpark natürliche Strukturen und Prozesse weitestgehend unbeinflusst bleiben sollen. Wo menschliche Aktivitäten die Natur jedoch bereits nachteilig beeinflusst haben, muss im Einzelfall der Mensch auch wieder helfend eingreifen.

Um Störungen durch praktische Forschungsarbeiten vor Ort zu minimieren, bedürfen Forschungsvorhaben Dritter einer Zulassung durch die Nationalparkverwaltung. Wer ein Forschungsprojekt im Wattenmeer plant, sollte deshalb frühzeitig Kontakt zur Nationalparkverwaltung aufnehmen.