05.03.2013

Gemeinsam dem Müll entgegentreten

Sammelaktion auf Juist am 9. März
Sauberer Strand auf der Insel Juist
Sauberer Strand auf der Insel Juist
© Jens Heyken

Die Nordsee spült nicht nur Sand an die Inselstrände, sondern auch Müll, der aus verschiedensten Quellen ins Meer gelangt. Das ist viel mehr als ein optisches Problem, denn Müll hat viele hässliche Seiten: Tiere wie Seehunde und Kegelrobben verfangen sich in Müllteilen und gehen qualvoll zu Grunde, Vögel verheddern sich und erleiden das gleiche Schicksal. Dazu kommt, dass Plastik-Müllteile im Laufe der Zeit immer weiter zerfallen. Die Fragmente werden immer kleiner und zunächst z. B. von Seevögeln gefressen. So haben über 90 % aller Eissturmvögel in der Nordsee solche Müllteile im Magen, was dazu führt, dass die Vögel verhungern.

Das Plastik findet aber mit dieser Zerkleinerung offenbar noch nicht das Ende seiner Zersetzung. Die Fragmente werden noch kleiner und schließlich zu so genanntem Mikromüll, winzig kleinen Bestandteilen, die die Größe von Sandkörnern haben und sich auch so verhalten. Sie werden von Wattorganismen gefressen und gelangen damit in die Nahrungskette, die letztlich beim Menschen enden kann.

Der Müll am Strand ist sozusagen nur die Spitze des Eisbergs. Doch was dort eingesammelt wird, kann in der Natur keinen Schaden mehr anrichten. Mit einer gemeinsamen Sammelaktion am 9. März soll deshalb auf Juist erst einmal „klar Schiff“ gemacht werden. Alle sind aufgerufen, am kommenden Sonnabend auf der ganzen Insel Müll einzusammeln. Eine Gruppe Nationalpark-Junior Ranger und eine Gruppe des BUND aus Bremen reisen extra dafür an. Zusätzlich werden sich hoffentlich viele Juister Institutionen, Vereine und Einwohner sowie Gäste an der Aktion beteiligen.

„Immer nur auf andere zeigen und von außen auf eine Lösung hoffen, ist nicht der richtige Weg“, darin sind sich Nadja Ziebarth vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Juister Bürgermeister Dietmar Patron und Bernd Oltmanns von der Nationalpark-Verwaltung einig.

Zur Saison sollen an den Strandübergängen Sammelboxen aufgestellt werden, in die Einheimische und Gäste den (angespülten) Müll fachgerecht und kostenlos entsorgen können, der dort immer schon zusammengetragen wurde. „Wir kommen so den eifrigen Sammlern gewissermaßen entgegen“, so Patron.