26.12.2013

Kein Feuerwerk im Nationalpark!

Böller und Feuerwerk erschrecken die Tierwelt und sind deshalb im Nationalpark streng verboten
Auffliegende Nonnengänse

Wenn in der Silvesternacht von vielen Menschen wieder das Neue Jahr mit Böllern und Feuerwerk freudig begrüßt wird und es gar nicht hell, laut und bunt genug sein kann, finden viele gefiederte oder vierbeinige Zeitgenossen das gar nicht lustig.  Haustierhalter kennen das: der Hund, der sich vor Angst in die letzte Zimmerecke verkriecht, oder die Katze, die nach der Silvesternacht schon einmal einige Tage verschwunden bleibt. Warum sollte es Wildtieren da anders gehen? Sie sind sogar häufig noch stärker betroffen.

Gerade vielen Zugvögeln aus den menschenleeren arktischen Brutgebieten ist solche Art menschlicher Freudensäußerung völlig unbekannt. So lassen die Knall- und Pfeifgeräusche die Vögel in Panik auffliegen,  die Blendwirkung von Feuerwerksraketen kann bei ihnen  sogar  zum Verlust des Orientierungsvermögens führen.

Erschwerend hinzu kommt noch, dass gerade in der Silvesternacht für die Tiere kaum Ausweichmöglichkeiten bestehen, da landauf, landab, auf Inseln und Festland gleichermaßen laut und blendend der Jahreswechsel begangen wird. Ganze Vogelschwärme verbringen deshalb die Nacht im panischen Hin-  und Herflug. Gerade in der Winterzeit ist dies für die Vögel lebensbedrohlich, da die Tiere jetzt ohnehin in schlechter Kondition sind und Kräfte sparen müssen.

Aus diesem Anlass macht die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven auch in diesem Jahr wieder darauf aufmerksam, dass im Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“ das Zünden von Feuerwerken grundsätzlich streng verboten ist. „Das gilt auch für die Silvesternacht!“ macht Nationalpark-Leiter Peter Südbeck unmissverständlich klar.

Blendwirkung und Schall machen aber natürlich an den Nationalpark-Grenzen nicht Halt. „Wir sollten die Auszeichnung unseres Küstenraumes als Weltnaturerbe ernst nehmen und  diesem Prädikat durch rücksichtsvollen Umgang mit der Natur gerecht werden. Deshalb unser Appell, auch im Umfeld des Nationalparks Rücksicht auf die Tierwelt zu nehmen, ihnen einen sicheren Ruheraum zu gönnen und auch dort aufs Feuerwerk zu verzichten“, so Südbeck weiter.

Auch viele Menschen möchten das neue Jahr lieber in der Stille der Natur begrüßen, in sternklarer Nacht oder bei einem ausgedehnten Neujahrsspaziergang am Meer. Und wenn sie nicht durch Feuerwerk vertrieben wurden, begegnet man dabei auch Ringel- oder Nonnengänsen, Steinwälzern oder Schneeammern und kann mit ihnen das neue Jahr begrüßen.

In diesem Sinne wünscht die Nationalparkverwaltung allen Einheimischen und Gästen einen besinnlichen Rutsch in ein gesundes Neues Jahr 2013!

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