Projekte für das Weltnaturerbe

Das Land Niedersachsen, der Bund und die EU fördern die naturverträgliche und nachhaltige Nutzung des UNESCO-Weltnaturerbes im niedersächsischen Wattenmeer mit rund zwei Millionen Euro.

Seit 2010 wurden und werden im niedersächsischen Teil des Weltnaturerbes Wattenmeer verschiedene Projekte mit einem Investionsvolumen von insgesamt zwei Millionen Euro realisiert. Die Finanzierung erfolgte aus dem Landesprogramm "Natur erleben" und dem "Bundesinvestitionsprogramm Welterbestätten".

Programm "Natur erleben"

Für das Programm „Natur erleben“ hat der Niedersächsische Landtag im Haushaltsjahr 2010 zusätzliche Mittel zur Förderung des Naturerlebens im niedersächsischen Teil des UNESCO-Weltnaturerbegebietes zur Verfügung gestellt. Insgesamt geht es um zehn Projekte an der Küste und auf den Inseln mit einem Gesamtvolumen von rund 850.000 Euro.

Das Land Niedersachsen beteiligt sich an der Finanzierung mit 260.000 Euro. Außerdem werden die Projekte mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von über 380.000 Euro kofinanziert. Damit beträgt die Gesamtzuwendungssumme rund 640.000 Euro. Die übrigen Mittel werden durch Eigenanteile und Stiftungen aufgebracht.

  • Ein zusätzliches Empfangsgebäude wurde auf dem Liegeplatz des Feuerschiffes auf der Insel Borkum (75.000 Euro) errichtet.
  • Zwei neue Infopavillons auf der Insel Spiekeroog: am Alten Anleger und östlich des Umweltzentrums Wittbülten  (jeweils 8.000 Euro)
  • Das „Schwimmende Moor“ von Sehestedt in der Gemeinde Jade ist das weltweit einzige Außendeichmoor, das bei hohen Sturmfluten aufschwimmt. Geplant sind hier weitere Erlebnisstationen (56.500 Euro).
  • In Schillig (Landkreis Friesland) wurde die „Forschungsstation“ Weltnaturerbe Wattenmeer für Kinder und Jugendliche eröffnet (26.000 Euro)
  • in der Gemeinde Sande entstand ein Klimawandel-Erlebnispfad (10.300 Euro)
  • Im Landkreis Cuxhaven wurden bei Cappel-Neufeld bereits umfangreiche Renaturierungsarbeiten im Nationalpark realisiert. Dazu kommen ein neuer Beobachtungsturm und weitere Informationstafeln (150.000 Euro), um die Besucher des nahe gelegenen Nationalpark-Hauses in Dorum-Neufeld über die Arten, Lebensräume und Schutzziele zu informieren.
  • Mit dem Aufbau eines Partnernetzwerkes für einen naturverträglichen und nachhaltigen Tourismus (176.690 Euro) und flächendeckenden Info-Säulen im Weltnaturerbe Wattenmeer (167.500 Euro) wurden zwei Projekte realisiert, die dem gesamten Weltnaturerbegebiet zugute kommen. Projektträger ist die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer.
  • Auf der Insel Juist bietet der „Otto Leege Entdeckerpfad“ (167.500 Euro) den Besuchern die Möglichkeit, die Natur der Düneninsel und des angrenzenden Wattenmeeres in ihren komplexen ökologischen Zusammenhängen zu erleben.

Bundesinvestitionsprogramm Welterbestätten

Der Bund hat im Rahmen des Bundesinvestitionsprogramms für nationale UNESCO-Welterbestätten für das Wattenmeer in Niedersachsen rund 1,15 Millionen Euro bereit gestellt. Durch den Bund sollen folgende Projekte gefördert werden:

  • Aufwertung des Nationalpark-Hauses auf der Insel Baltrum (10.800 Euro), um der Bedeutung des Hauses als Begegnungsstätte im Weltnaturerbe noch stärker gerecht zu werden;
  • Sanierung der Seezeichen (Großes Kaap und Kleines Kaap) auf der Insel Borkum (90.000 Euro). Die Seezeichen dienten nach ihrer Errichtung 1872 als Navigationshilfe, um sicher das Festland oder die Insel Borkum zu erreichen;
  • Sanierung des Nationalpark-Hauses Fedderwardersiel in der Wesermarsch (27.000 Euro);
  • Weiterentwicklung des Nationalpark-Hauses Land Wursten im Landkreis Cuxhaven (720.000 Euro). Mit dem Anbau wird das Nationalparkhaus um eine Gesamtfläche von 203 m2 erweitert und um den thematischen Ausstellungsschwerpunkt Weltnaturerbe ergänzt;
  • Restaurierung des Leuchtturms "Roter Sand" in der Außenweser (300.000 Euro). Der Leuchtturm Roter Sand gilt als eines der markantesten und berühmtesten Leuchtfeuer und ist das maritime Wahrzeichen der deutschen Nordseeküste.

PROWAD

Für dieses EU-Interreg-Projekt zur Entwicklung einer nachhaltigen Tourismusstrategie im Weltnaturerbe Wattenmeer mit einer Laufzeit von 2011 bis 2014 standen gut 1,3 Mio Euro zur Verfügung.

Das könnte Sie auch interessieren

Auftaktveranstaltung "Nachhaltige Gastronomie" in Wilhelmshaven. Foto: Nina Gerhards
06.03.2017 Nachhaltigkeit, Gastronomie, Biosphärenreservat Etwa 70 interessierte Gastronomen aus der Region kamen am vergangenen Mittwoch zum Auftakt der Workshop-Reihe „Nachhaltige Gastronomie im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ ins Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven. mehr »
Zugvogelmonitoring in Westafrika. Foto: André Kramer

Grenzüberschreitende Kooperation: Zugvogelmonitoring in Westafrika. Foto: André Kramer

02.03.2017 Weltnaturerbe, Flyway Initiative Naturschutz- und Welterbe-Experten aus Dänemark, Deutschland, Italien, den Niederlanden und Sierra Leone werden auf der Internationalen Tourismusbörse 2017 in Berlin die Chancen und Herausforderungen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit diskutieren. In Kooperation mit dem UNESCO-Programm „Welterbe und Nachhaltiger Tourismus“ hat das Weltnaturerbe Wattenmeer Kooperationspartner aus verschiedenen Teilen der Welt eingeladen, an Fachgesprächen zum nachhaltigen Tourismus teilzunehmen. mehr »
Nonnengänse sind typische Wintergäste im Wattenmeer. Foto: Claus Schulz / Nationalparkverwaltung

Nonnengänse sind typische Wintergäste im Wattenmeer. Sie brauchen störungsfreie Nahrungs- und Schlafplätze, um die harte Jahreszeit zu überstehen. Foto: Claus Schulz / Nationalparkverwaltung

29.12.2016 Feuerwerk Silvester steht vor der Tür und eigentlich sollte es mittlerweile jeder wissen: Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist es verboten, Feuerwerke zu zünden. Vor jedem Jahreswechsel informiert die Nationalparkverwaltung über das Verbot und die Gründe dafür. Trotzdem ist das Schutzgebiet bis heute nicht sicher vor Pyrotechnik-Begeisterten, die entweder unwissend oder uneinsichtig sind. Deshalb werden auch in diesem Jahr die Regelungen und ihre Hintergründe erläutert. mehr »
7. Weltnaturerbeforum. Foto: I. Zwoch/NLPV

Insgesamt 85 Teilnehmer diskutierten während des 7. Weltnaturerbeforums über die Verbindung von Naturschutz, Fischerei, Tourismus und Kultur.  Foto: I. Zwoch/NLPV

01.12.2016 Weltnaturerbe, Nachhaltiger Tourismus, Tourismus Schortens/Rysum, 1. Dezember 2016 – Das diesjährige Jubiläum des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer inspirierte die Organisatoren des 7. Weltnaturerbeforums dazu, einen Blick in diese 30-jährige Geschichte zu werfen. mehr »
Naturerlebnispfad Langwarder Groden

Die unberührte Natur ist das größte Potenzial des Tourismus an der niedersächsischen Nordsee. Die Mitarbeiter der örtlichen Nationalpark-Einrichtungen unterstützen gern die Vermieter und Hoteliers, um ein stärkeres Bewusstsein für den Schutz dieser einzigartigen Landschaft zu entwickeln. © Die Nordsee GmbH

08.11.2016 Weltnaturerbe, Tourismus Private Vermieter und Hoteliers sollen Angebote der Nationalpark-Informationseinrichtungen zum UNESCO-Weltnaturerbe kennenlernen. mehr »