07.05.2011

25 Jahre Nationalpark Wattenmeer: Ein Grund zum Feiern

Mit einem unterhaltsam gestalteten Festakt in Cuxhaven feierten 500 Gäste den 25. Geburtstag des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Ehemalige haupt- und ehrenamtliche Unterstützer waren aus ganz Deutschland angereist.
Ehrung der Ehrenamtlichen beim Festakt zum Nationalpark-Jubiläum

(Cuxhaven / Wilhelmshaven / Hannover 7. Mai 2011) „Wer hätte vor 25 Jahren bei der Gründung des Nationalparks gedacht, dass sich heute die verschiedenen Nutzer- und Interessengruppen so harmonisch zusammenfinden, um gemeinsam unseren Nationalpark zu feiern?“ Mit diesen Worten brachte heute Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander auf den Punkt, was die gut 500 Geburtstagsgäste des Nationalparks bei der Feier in der Cuxhavener Kugelbakehalle empfanden.

„25 Jahre Nationalpark Wattenmeer - das ist ein Grund zum Feiern“, so der Minister. Standen sich anfangs Nutz- und Schutzinteressen scheinbar unvereinbar gegenüber, so ist es über all die Jahre gelungen, „die Hindernisse in den Köpfen und Herzen der verschiedenen Akteure auszuräumen“. Für diese erfolgreiche Arbeit bedankte sich Sander ausdrücklich bei der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven. Die Anerkennung des deutsch-niederländischen Wattenmeers als UNESCO-Weltnaturerbe vor knapp zwei Jahren sei nicht nur ein Glücksfall für die Natur. Diese Auszeichnung zeige auch, dass der Lebensraum durch den Nationalpark seit 25 Jahren vorbildlich geschützt und erhalten wurde.

Im Grußwort, das Nationalpark-Leiter Peter Südbeck an die Gäste richtete, wurde die Vielzahl der Akteure deutlich, die den Nationalpark über 25 Jahre begleitet haben: Vertreterinnen und Vertreter aus Parlamenten und Behörden des Bundes, des Landes und der Kommunen und auch aus dem Trilateralen Wattenmeer, aus Instituten, Verbänden und anderen Organisationen, Kollegen aus anderen Nationalparken, Mitarbeiter der Nationalpark-Häuser und –Zentren und viele mehr.

Im Mittelpunkt des Festaktes standen vor allem die ehrenamtlichen Unterstützer. „Meinen persönlichen Dank möchte ich besonders all denen aussprechen, die freiwillig Zeit, Kraft und Engagement in den Dienst der guten Sache gestellt haben und stellen“, sagte Sander anerkennend. Ehemalige aus ganz Deutschland waren zum Festakt angereist und feierten ein fröhliches Wiedersehen. Ob Praktikum, FÖJ, Zivildienst oder Vogelzählung: Sie alle haben zum Erfolg des Schutzgebietes beigetragen und erhielten als Anerkennung ihr persönliches Exemplar einer eigens hierfür in limitierter Auflage erstellten Druckgrafik. Anlässlich des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit kommt dieser Ehrung eine besondere Bedeutung zu.

Unter dem Titel „Ein Rückblick mit interessanten Menschen, bewegten Bildern und schönen Augenblicken“ hatte die Nationalparkverwaltung ein informatives wie unterhaltsames Bühnenprogramm auf die Beine gestellt, professionell und launig moderiert von Ludger Abeln. Der NDR hatte hierfür sein Archiv geöffnet – historische Fernsehdokumente gaben lebendige Einblicke in die fachliche, aber auch emotionale Vielfalt der Akteure im niedersächsischen Wattenmeer. Für die musikalische Untermalung sorgte die Basin Street Combo.

Bewegte Bilder wechselten sich ab mit lebendigen Zeitzeugen auf der Bühne, von „Urgesteinen“ wie Jürgen Pries, dem ersten Vorsitzenden des Nationalpark-Beirates, oder Holger Wesemüller (ehemals beim WWF, heute EUROPARC Deutschland), der mit einem Gutachten schon 1979 den Nationalparkgedanken anstieß, bis hin zu den Junior Rangern, die Minister Sander ganz besonders am Herzen liegen: „Nur wer die Natur kennt und sie schätzen lernt, kann sie auch schützen. Deshalb freue ich mich, dass sich in den vergangenen 25 Jahren eine große Familie gebildet hat von Menschen, die den Nationalpark schützen und ihn nachhaltig erleben.“

Nach diesem gelungen gestalteten Rückblick genossen die Gäste das Büfett mit nachhaltig produzierten Spezialitäten aus der Nationalpark- und Biosphärenregion und ließen dann die Geburtstagsfeier beim Austausch von Erinnerungen und angeregtem Gespräch ausklingen. Viele nutzten die Gelegenheit für ein ganzes Wochenende „in der alten Heimat“, zumal die Nationalparkverwaltung für den Sonntag Vormittag eine Wattwanderung und eine Elbfahrt organisiert hatte.

Vor Ort waren auch die „Geschichten-Jäger“ für das Weltnaturerbe Wattenmeer, die bis Ende Juni im Norden Deutschlands unterwegs sind und von den Menschen erfahren möchten, was die Faszination dieser wilden Naturlandschaft ausmacht.

Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Stadt und dem Nationalpark-Zentrum Cuxhaven, der Stadtsparkasse Cuxhaven, dem NDR und der Landwirtsfamilie Osterndorff .