20.12.2012

Zuwachs für die Nationalpark-Wacht

Landschaftswarte wechseln vom Landkreis Friesland zur Nationalparkverwaltung – Dank und Respekt für Lebensleistung – Nachwuchs gesucht
Gruppenfoto mit neuen ehrenamtlichen Nationalparkwarten

v.l.n.r.: Peter Südbeck, Sven Ambrosy, Ulrich Appel, Dr. Gerhard Berg, Erich Becker, Helmut Folkerts, Rudolf Großmann, Hinrich Schild, Armin Tuinmann (Untere Naturschutzbehörde) und Wiard Fischer.

Seit vielen Jahren schon betreuen die ehrenamtlichen Landschaftswarte, die im Auftrag des Landkreises Friesland an der Küste unterwegs sind, Salzwiesen und Wattflächen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Seit heute sind sechs von ihnen auch organisatorisch dem Nationalpark zugeordnet. Nachdem Landrat Sven Ambrosy sie feierlich aus ihrem bisherigen Ehrenamt entlassen hatte, erhielten sie von Nationalpark-Leiter Peter Südbeck gleich ihre Ernennungsurkunde zum ehrenamtlichen Nationalparkwart.

Der Kreisausschuss  des Landkreises Friesland hatte Ende  1987 beschlossen, auf Grundlage des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes eine Landschaftswacht zu bilden. Für den Küstenbereich waren Ulrich Appel, Erich Becker (beide Jever), Dr. Gerhard Berg und Wiard Fischer (beide Varel) und  Rudolf Großmann (Sande) von Anfang an dabei. Aus dem Wangerland kamen 1999 Helmut Folkerts und 2002 Hinrich Schild hinzu. Bis auf Dr. Berg, der unlängst seinen 81. Geburtstag feierte und nun wirklich in den Ruhestand geht, wechseln jetzt alle in die Nationalparkwacht.

"Ihrem ehrenamtlichen Engagement verdanken wir so viel für den Naturschutz im Landkreis Friesland, und wir setzen auch weiterhin auf einen regen Austausch mit Ihnen und auf neue, interessierte Ehrenamtliche für den Natur- und Landschaftsschutz in unserer Region!", sagte Ambrosy.

Südbeck sprach den neuen Nationalparkwarten großen Respekt aus. „Seit einem Vierteljahrhundert widmen Sie Ihre Freizeit dem Schutz der Natur. Das ist eine großartige Lebensleistung. Sie kennen den Nationalpark von seinen Kindesbeinen an und wir sind sehr dankbar, dass Sie weitermachen, sich strukturell sogar noch auf etwas Neues einlassen und ihre Erfahrungen in die neu organisierte Nationalparkwacht einbringen“.

Doch die Altersstruktur gibt auch Anlass zur Sorge. Der 60jährige Hinrich Schild ist der Jüngste in der Riege, alle anderen haben die 70 schon überschritten. „Wir möchten, dass Sie alle weiter gesund bleiben, was auch bedeutet, dass Sie sukzessive in Ihrem Ehrenamt entlastet werden müssen. Wir werden uns also intensiv um Nachwuchs bemühen und freuen uns über Neubewerber, die mit Ihrer Unterstützung in die freiwillige Aufgabe hineinwachsen können“.

In den kommenden Monaten werden auch die Küsten-Landschaftswarte der Landkreise Aurich und Wesermarsch unter das Dach der Nationalparkwacht wechseln. In den übrigen Landkreisen und kreisfreien Städten zwischen Emden und Cuxhaven gibt es derzeit kein entsprechendes Betreuungssystem, deshalb werden dort die neuen Landschaftswarte direkt ernannt. Fachliches Ziel ist zunächst ein Stamm von 40 Frauen und Männern, die an der Küste und auf den Inseln den hauptamtlichen Rangern unter die Arme greifen.

Durch die direkte Anbindung an die Nationalparkverwaltung können die ehrenamtlichen Schutzgebietsbetreuer noch stärker als bisher in das Netzwerk aller Haupt- und Ehrenamtlichen im Nationalpark integriert werden. Weitere Vorteile sind einheitliche Fortbildungen und Informationsaustausch auf kürzestem Wege.

„Ehrenamtliche können und sollen Vollzeit-Ranger in Festanstellung nicht ersetzen“, betonte Südbeck. „Die Aufstockung der hauptamtlichen Nationalparkwacht wird weiterhin ein Ziel bleiben.“ Ambrosy fügte hinzu: „In unserer Tourismusregion, die nicht zuletzt durch den Nationalpark und das Weltnaturerbe sehr viele Gäste anzieht, ist ein Team aus haupt- und ehrenamtlichen Betreuern als persönliche Ansprechpartner in der Fläche auch aus unserer Sicht wünschenswert“.

Gemeinsame Presseinformation der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und des Landkreises Friesland