07.01.2013

Fischer aktiv gegen Meeresmüll

Das Staatliche Fischereiamt, die Nationalparkverwaltung und der NLWKN werden jetzt gemeinsam mit Fischern und NABU das Problem "Meeresmüll" angehen. Das Niedersächsische Umweltministerium fördert das Projekt "Fishing for Litter" mit 66.300 Euro.
angespülter Müll in der Salzwiese

HANNOVER/NEUHARLINGERSIEL. „Gesunde Muscheln und Fische brauchen eine gesunde Meeresumwelt. Um dies sicherzustellen, müssen die Meere europaweit stärker geschützt werden, zum Beispiel durch die weitere Bekämpfung von Müll im Meer”, sagte heute Umweltminister Stefan Birkner im Hafen von Neuharlingersiel anlässlich eines Gesprächs mit Vertretern des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), des Fischereiverbands Weser-Ems, des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer sowie des Staatlichen Fischereiamts Bremerhaven. Deswegen fördere das Niedersächsische Umweltministerium ein Pilotprojekt „Fishing for Litter“ in mehreren niedersächsischen Häfen mit insgesamt 66.300 Euro. Die teilnehmenden Fischereibetriebe in Ditzum, Greetsiel, Dornumersiel und Neuharlingersiel bekommen Säcke, in denen sie den Abfall, der in ihren Netzen gelandet ist, sammeln und den sie dann in speziellen Containern in den Häfen entsorgen können. Die Fischer sollen außerdem Informationen zusammenstellen darüber, wo sich wie viel und welche Art von Müll in ihren Netzen verfangen hat.

Durch eine enge Kooperation ist auch die „Fishing for Litter“-Initiative des Nabu in Norddeich angebunden. Hierdurch kann auf die Erfahrungen des Nabu aus dem schon länger laufenden ähnlichen Projekt in der Ostsee zurückgegriffen werden. Projektträger sind das Staatliche Fischereiamt Bremerhaven, die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, die für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist, sowie der NLWKN, in dessen Händen die Auswertung
der Daten liegt. Das Projekt soll zunächst über zwei Jahre laufen.

„Insbesondere Plastikmüll wird im Meer kaum abgebaut, sondern lediglich zerkleinert und immer feiner verteilt. Deswegen ist es wichtig, dass mit diesem Projekt nicht nur die Abfälle im niedersächsischen Küstenmeer verringert und entsorgt werden, sondern auch Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wo dieser Müll herkommt. Die Information der Öffentlichkeit in den jeweiligen Häfen über das Problem ‚Müll im Meer’ ist ein weiterer wichtiger Aspekt“, so Birkner. Es gehe  darum, Artenvielfalt und Bestände auch für nachfolgende Generationen zu erhalten. Meere ohne Belastung durch Abfall seien ein wichtiges Ziel bei der Umsetzung der europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie. Die „Fishing for Litter“-Initiativen in Niedersachsen sind schon Teil der deutschen Berichterstattung für das regionale Meereschutzübereinkommen für den Nordost-Atlantik (OSPAR).

(Presseinformation des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt und Klimaschutz vom 7.1.2013)