Afrika-Island nonstop

Einige Arten sind noch gar nicht im und am Wattenmeer eingetroffen aus den Winterquartieren, da machen sich andere bereits auf gen Norden: Die Großen Brachvögel gehören zu den ersten, die jetzt, Mitte April, die Nationalparkregion in Richtung ihrer arktischen Brutgebiete verlassen. Rund 30.000 Exemplare dieser Art rasten nach Angaben von Klaus Günther, Zugvogelexperte der Schutzstation Wattenmeer, im Frühjahr hierzulande, Tausende weitere überfliegen die Region lediglich.

In deutlich geringerer Zahl und später finden sich ihre kleineren Verwandten ein: die Regenbrachvögel (Foto oben). Und diese halten einen Rekord der besonderen Art, wie kürzlich die Fachzeitschrift „Der Falke“ unter Berufung auf eine Veröffentlichung in den „Scientific Reports“ berichtete: Sie können die Strecke zwischen Westafrika und Island quer über den Atlantik nonstop zurücklegen.

Zehn Exemplare des Schnepfenvogels seien dafür an ihrem isländischen Brutort mit sogenannten Geolokatoren versehen worden, bei vier Vögeln konnten nach der Rückkehr aus dem Überwinterungsgebiet die Daten ausgelesen werden. Ergebnis: Alle vier hatten die Strecke ohne Zwischenstopp absolviert und dabei Entfernungen von bis zu 5.500 Kilometer zurückgelegt – „das Ganze in atemberaubendem Tempo in nur fünf Tagen“, wie es in dem Bericht heißt. Bei einem Exemplar sei „mit 87 Stundenkilometern sogar die höchste jemals aufgezeichnete Fluggeschwindigkeit für einen Landvogel bei einem Langstreckenflug über das Meer festgestellt“ worden.