Lebensretter Wattwurm?

Können mit dem Hämoglobin von Wattwürmern Menschenleben gerettet werden? Französische Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, dass ein aus den Würmern gewonnener Blutersatz 50 Mal mehr Sauerstoff transportiert als Menschenblut und zudem mit allen Blutgruppen verträglich ist.

Die Entdeckung als solche liegt einige Jahre zurück, verantwortlich dafür ist nach Medienberichten der Biologe Franck Zal von der Université Pierre et Marie Curie in Paris. Der Wissenschaftler züchtete Wattwürmer, erforschte ihre Biologie – und stieß eher durch Zufall auf das „Universal-Hämoglobin“ des Wattwurms.

Das eisenhaltige Hämoglobin, auch „Blutfarbstoff“ genannt, ist ein Motor des Lebens von Wirbeltieren: Es ist im Blut für die Bindung des Sauerstoffs verantwortlich. Unter anderem in Laborversuchen an Mäusezellen hat das entsprechende Molekül des Wattwurms den Angaben zufolge erfolgreich diese Aufgabe übernommen, wobei weder allergische Reaktionen noch die von Experten befürchteten Nierenschädigungen aufgetreten seien.

Der Nachrichtensender N24 berichtete in seiner Online-Ausgabe, dass die Forscher „ihre neue Blutquelle in Frankreich zum Patent angemeldet haben“. Die Fachwelt bleibt allerdings skeptisch, ob die Erkenntnisse auf den Menschen übertragbar sind: Bisher habe noch in keinem Fall ein tierisches Ersatzprodukt gefahrlos eingesetzt werden können.