Nandus gesichtet!

„Wenn wir Glück haben, sehen wir zwischen Schattin und Utecht die berühmten Schaalsee-Nandus“, stand im Programm – und die Ausflügler hatten Glück: Ein Trupp der ursprünglich aus Südamerika stammenden großen Laufvögel lief ihnen direkt vor die Nase und dem Fotografen, Armin Jeß aus der Nationalparkverwaltung, vor die Kamera. So geschehen kürzlich im Biosphärenreservat Schaalsee, wohin Jeß Vertreter aus der Biosphäre Halligen begleitete, um gemeinsam Eindrücke und Ideen für die eigene Arbeit zu sammeln.

Und die Besucher bekamen viel zu sehen: regionale Produkte auf Märkten und bei Abstechern zu einer „Gläsernen Meierei“ mit Hofladen, das „Grenzhus Schlagsdorf“ mit einer Ausstellung zur Geschichte der innerdeutschen Grenze, Scharen von Kranichen, das „Pahlhuus“ (Informationszentrum des Biosphärenreservates), einen biologisch wirtschaftenden Archehof, auf dem seltene Haustierrassen gehalten und gezüchtet werden, das Kloster Zarrentin ... „Die Kollegen vom Biosphärenreservat Schaalsee haben uns ein vielseitiges Programm geboten“, berichtet Armin Jeß. Entsprechend gelöst und fröhlich war die Stimmung unter Gastgebern und Gästen – und fast nebenbei wurde das Ziel, durch Projekte in anderen Biosphärenreservaten zu lernen, voll erreicht.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Nandus sind nicht etwa typische Bewohner der Landschaft rund um den Schaalsee. Vielmehr handelt es sich um tierische Einwanderer. Einige Exemplare sind in den 1990er Jahren aus einem Gehege bei Lübeck entkommen und haben sich im Nachbarbundesland angesiedelt. Dort fühlen sie sich offenbar so wohl, dass sich der Bestand auf heute mehr als 200 Tiere vermehrt hat.

Kleines Foto: © Jeß / LKN.SH