Eine echte Rarität

Für so ein Erlebnis fährt ein Vogelfan wie Nationalpark-Ranger Martin Kühn auch in seiner Freizeit „schnell mal“ rüber nach Sylt: Der Schwarzbrauenalbatros, der sich in diesem Jahr zum wiederholten Mal auf Helgoland und jetzt auch auf der nordfriesischen Insel eingestellt hat, fasziniert ihn und viele andere Ornithologen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. „Der pendelt zwischen der Hochseeinsel und dem Rantumbecken“, so Martin Kühn, der sich nach der entsprechenden Meldung auf dem Portal ornitho.de umgehend in den Zug nach Sylt setzte. Über die West Coast Birding Group (eine WhatsApp-Gemeinschaft gleichgesinnter Vogelbeobachter) gab es ständig Updates zur Lage vor Ort. Lohn war die Chance, den imposanten Vogel auf und über einer Kiesinsel im Rantumbecken ausgiebig beobachten zu können. Offenbar ruht er sich dort nach längeren Flügen auf See aus, sucht aber gern auch die Nähe der im Becken verweilenden Höckerschwäne.

Der Schwarzbrauenalbatros ist rund um das Südpolarmeer heimisch, wo er die meiste Zeit seines Lebens in der Luft verbringt. Wanderungen haben einzelne Exemplare jedoch immer wieder bis in den Nordatlantik geführt. Der „Helgoländer“ Schwarzbrauenalbatros sorgt seit 2014 für Aufsehen, weil er im Frühjahr und Sommer immer wieder auf der Insel oder an der Küste bis hoch nach Dänemark gesichtet wird.

Was Vogelkundler so an diesem auffällig gefärbten Bewohner der Lüfte mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,45 Metern begeistert, ist nicht nur die Tatsache, dass er hierzulande eine echte Rarität ist und es dieses Exemplar aus unerklärlichen Gründen immer wieder in die Region zieht – es sind auch seine Flugkünste. Martin Kühn kommt da richtig ins Schwärmen: „Seine Flugweise ist derart spektakulär, dass man beim Zusehen gefühlt gleich mitfliegt ...“

Kleines Foto: © Horst Habke