Beginn der Wurfsaison

Am langen 1.Mai-Wochenende hat NABU-Vogelwart Tore Mayland-Quellhorst auf Trischen eines der ersten Seehundjungen der Saison gesichtet und darüber in seinem Blog ausführlich berichtet. In der Tat steht die Wurfsaison der Seehunde unmittelbar bevor. Offensichtliche Frühgeburten wie die auf Trischen seien nicht selten – allerdings häufig nicht überlebensfähig, erklärt der Seehundexperte der Nationalparkverwaltung Armin Jeß. Ob der kleine Insulaner es geschafft hat, wird wahrscheinlich nie ans Licht kommen ...

Gute Überlebenschancen dagegen haben viele der vermeintlich mutterlosen Seehundjungen, die sich jedes Jahr an den Stränden der Wattenmeerküste einfinden. Voraussetzung ist allerdings, dass sich ihre „Entdecker“ richtig verhalten. Denn häufig handelt es sich nicht um echte Notfälle, vielmehr können Mutter und Kind durch Sturm, starke Strömungen oder Störungen getrennt worden, kann die Mutter auf Futtersuche oder der Nachwuchs gerade abgestillt sein.

Heulen als Kontaktlaut

Wer einen solchen kleinen Seehund entdeckt, sollte sein jämmerliches Rufen (heulen) nicht falsch deuten, ist es doch lediglich ein Kontaktlaut, der dazu dient, dem Muttertier seinen Standort mitzuteilen. Darum sollte man das Tier auf  keinen Fall anfassen, sondern, um die „Wiedervereinigung“ mit der Mutter zu ermöglichen, großen Abstand halten und die Behörden benachrichtigen (Polizei oder Tourist Information), die dann den vor Ort zuständigen Seehundjäger einschalten.

Die ehrenamtlich tätigen Seehundjäger sind im Auftrag der Landesregierung für das Seehundmanagement in Schleswig-Holstein verantwortlich und können als ausgewiesene Experten am besten beurteilen, was für den kleinen Findling das Beste ist. Viele werden vom Muttertier wieder „abgeholt“, andere vom Seehundjäger in die Seehundstation Friedrichskoog zur Aufzucht gebracht.