Drei Fragen an ...

Nationalpark-Gästeführerin und  ausgebildete Hotelfachfrau, seit vielen Jahren im Tourismus tätig

Wattführerinnen und Wattführer kennt wohl jede/r, viele von ihnen sind auch Nationalpark-Partner. Aber was macht eigentlich eine Nationalpark-Gästeführerin?

Ein Nationalpark-Wattführer geht ins Watt, ich bleibe an Land und vermittle auch dort Grundwissen aus dem Bereich der Wattführer. Und da suche ich ständig die Gelegenheit, den Bogen aus dem Wattenmeer an Land zu spannen. So stehe ich zum Beispiel am Sturmflutpfahl in Husum und spreche über den Hafen, aber  auch über Sturmfluten, Küstenschutz und den Nationalpark.

Es findet sich immer wieder eine Gelegenheit, an passenden Orten Informationen aus dem Nationalpark in eine Führung mit einzubauen und  auf besuchenswerte Standorte (Nationalpark-Häuser und andere) hinzuweisen. Die Wünsche der Gäste stehen für mich im Vordergrund und wenn ich einen Tagesausflug zusammenstelle, dann ist es für mich, als ob ich einen Blumenstrauß binden würde – mit dem Aufkleber Nationalpark.

Wo genau bist du mit deinen Gästen unterwegs, was zeigst du ihnen?

Ich bin überwiegend im gesamten Bereich Nordfriesland unterwegs, es sind auch mal Ausflüge nach Dithmarschen oder Schleswig-Flensburg gewünscht. Ob Stadtführung oder Tagesreiseleitung: Zentrale Themen sind immer die Geschichte, die Traditionen und die Natur. Ich möchte meine Gäste einfach kompetent und authentisch mit Herz und Fröhlichkeit für die jeweilige Region begeistern.

Ich bin eine Ur-Eiderstedterin und liebe meine Heimat, und dieses Gefühl für die Landschaft und ihre Bewohner möchte ich meinen Gästen vermitteln. Da bedarf es manchmal keiner Worte. Und Anschauungsmaterial ist hier und da sehr wirkungsvoll, sei es eine alte Landkarte mit Kulturspuren, seien es Fotos von Trachten, Muscheln zum Anfassen, Rezepte zum Nachbacken und vieles mehr. Viele Informationen finden sich  auch auf meiner Homepage.

Wie bist du zu dieser Aufgabe gekommen und was gefällt dir so daran?

Ich mag Menschen und kann von wunderbaren Begegnungen mit Urlaubsgästen aus ganz Deutschland erzählen. Privat bin ich schon vor Jahrzehnten (als ich im Hotel serviert habe) mit Urlaubsgästen aus Heidelberg durch Eiderstedt gefahren. Das war der Beginn der vielen Begegnungen, die bis heute folgten, zunächst als Servicekraft im Hotel, seit 30 Jahren in einem Husumer Café/Restaurant und nun auch als Stadtführerin.

Durch diese immer wieder wechselnden Begleitungen und den Anreiz meiner Gäste kam ich dazu, mich seit 2011 zur Gästeführerin ausbilden zu lassen. Vorher war es aus beruflichen Gründen nicht möglich, erst mit der Reduzierung meiner Arbeitsstunden auf Teilzeit. Um meinen Horizont zu erweitern, nehme ich seitdem  gerne an Fortbildungen und Seminaren (zum Beispiel von Anne Segebade und Martin Stock von der Nationalparkverwaltung) teil.

Inzwischen bin ich Nationalpark-Gästeführerin und somit  verstehe  ich mich auch als Botschafterin des Nationalparks Wattenmeer. Es ist für mich eine Ehre, dem Nationalpark-Wattenmeer und Weltnaturerbe Wattenmeer zu dienen und als Multiplikatorin zu fungieren.