Menschen und Medien

Wenn Klaus Koßmagk-Stephan (Foto oben) seine Kolleginnen und Kollegen in den eigenen Garten zum Grillen einlädt, hat das einen guten Grund: Mit 64 Jahren geht der promovierte Biologe (Studienschwerpunkt: marine Wirbellose) jetzt in den Vorruhestand.

Auf dem Grill lagen selbstgemachte Bratwürste, frisch angerichtete Salate standen bereit, für Getränke war gesorgt. Der passionierte Hobbykoch war ganz in seinem Element und hatte (bis auf das Wetter) alles perfekt geplant. In der Einladung waren die Spielregeln genau festgelegt worden: Anzahl und Reihenfolge der „Festredner“, keine „Lobhudelei“ länger als sieben Minuten und vor allem „keine Zitate aus der Personalakte“.

In den Redebeiträgen wurden diese Vorgaben dann auch gern respektiert. Humorvoll und mit viel Sprachwitz blickten Vera Knoke (Umweltministerium), Johannes Oelerich (Direktor des LKN), Hans Jörg Kruse (LKN), Detlef Hansen (Leiter der Nationalparkverwaltung), Kai Eskildsen und Bernhard Dockhorn (Nationalparkverwaltung) aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf die fast 30 Jahre zurück, in denen Klaus Koßmagk-Stephan erfolgreich für den Nationalpark Wattenmeer arbeitete.

Einige der „Personalakten-Zitate“ ließen sich dabei nicht vermeiden: Klaus Koßmagk-Stephan startete 1988 seine Karriere im Nationalpark als Angestellter im Forschungsdezernat. Seit Mitte der 1990er Jahre und auch nach Gründung des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) leitete er als Beamter auf Lebenszeit bis jetzt den Fachbereich „Umweltbeobachtungen und Planungsgrundlagen“. Wohl eins der wichtigsten Ergebnisse - nicht nur - seiner Arbeit war die Anerkennung des Nationalparks als Weltnaturerbe im Jahr 2009. Aus der Tagung des UNESCO-Welterbekomitees in Sevilla schickte er nach der Entscheidung sofort eine SMS nach Tönning. Neben den dienstlichen Aktivitäten wurde augenzwinkernd auch seine aktive Mitgliedschaft in der kleinen informellen „Raucherecke" der Nationalparkverwaltung gewürdigt.

„Du warst unser Außenminister“, dankte Detlef Hansen mit Blick auf die trilateralen Regierungskonferenzen, die Klaus Koßmagk-Stephan maßgeblich mit vorbereitet hatte: „Ohne Dein Engagement, Deinen persönlichen Einsatz, Beharrlichkeit, Mut, Sorgfalt und großes Fachwissen wäre das Wattenmeer, wären der Wattenmeerschutz  und auch die Nationalparkverwaltung nicht dort, wo sie heute sind. Deine Fußabdrücke bleiben.“

Zum Abschied hatte sich Klaus Koßmagk-Stephan „Flachgeschenke“ gewünscht (und erhalten), die er in „ein ordentliches E-Bike“ investieren möchte – um bei Radtouren endlich mit dem Tempo seiner Frau mithalten zu können.

Lieber Klaus, in diesem Sinne wünschen wir Dir einen bewegten Ruhestand mit viel Zeit für lukullische Genüsse.

Bernhard Dockhorn

Kleines Foto: © Brunckhorst / LKN.SH

Neu im Team im Multimar Wattforum ist seit dem 1. August Merybel Walter. Die 23-Jährige macht im Tönninger Nationalpark-Zentrum eine dreijährige Ausbildung zur Tierpflegerin mit der Fachrichtung Zoo und dem Schwerpunkt Aquaristik. Sie verstärkt damit das vierköpfige Team der Aquarianer. Die aus Bredstedt stammende Nordfriesin war schon immer tierbegeistert und kennt das Multimar Wattforum seit dem Kindergarten.

Nach dem Abitur hat Merybel Walter als Langzeitpraktikantin im niedersächsischen „Zoo in der Wingst“ mit Affen gearbeitet. Ihre Aufgaben im Multimar Wattforum sind deutlich „nasser“: Aquarienpflege und das Füttern der Unterwasserlebewesen. Dabei hat sie eine Fischart bereits besonders ins Herz geschlossen: die großgefleckten Katzenhaie sind so zutraulich, dass sie ihr buchstäblich aus der Hand fressen.

An zwei Tagen in der Woche muss die Auszubildende in Neumünster die (Berufs-)Schulbank drücken. Im Rahmen der Ausbildung muss sie außerdem zwei Monate in „richtigen“ Zoos ein Praktikum absolvieren und kann sich dafür gut Hagenbecks Tierpark und den Zoo Hannover vorstellen. Besucher des Multimar Wattforums erleben Merybel Walter gelegentlich im Einsatz bei der Fütterung „Mittag für die Fische“ (täglich um 12:30 Uhr). Herzlich willkommen, Mery!

Alina Claußen

Foto: © Claußen / LKN.SH

Moin, wir sind Louisa Krause und Lennard Honnens, die Bundesfreiwilligendienstler 2017/2018 in der Nationalparkverwaltung und im Multimar Wattforum in Tönning. Frisch von der Schule und gerade volljährig geworden, hat uns der Ehrgeiz gepackt, uns für den Schutz des Wattenmeeres einzusetzen. Egal ob aus der Region (Lennard kommt aus Koldenbüttel) oder von weiter aus dem Süden (Louisa kommt aus der Nähe des Harzes): Unser Interesse liegt darin, das größte zusammenhängende Wattenmeergebiet näher kennenzulernen.

Lennard wird in den nächsten zwölf Monaten im Multimar Wattforum das Naturbewusstsein der Besucherinnen und Besucher wecken, während Louisa die Öffentlichkeitsarbeit und Organisation eines Nationalparks entdecken wird. Das Ziel, die eigene Begeisterung für den Naturschutz weiter zu intensivieren und einen Einblick in mögliche Berufsfelder zu erhalten, haben wir uns beide gesetzt. Und somit freuen wir uns auf ein spannendes Jahr!

Lennard und Louisa

Foto: © Fuchs / LKN.SH

Faszinierende Wesen: Quallen gehören zu den ältesten Lebensformen auf der Erde. Die einen sind unscheinbar, andere auffällig und farbenfroh, einige gehören zu den giftigsten Tieren der Welt. Für viele Menschen jedoch sind Quallen bestenfalls glibberige oder gar unangenehm nesselnde Meerestiere. Ein neues, in der Edition Delius erschienenes Buch beleuchtet eine andere, die faszinierende Seite dieser Geschöpfe, die schon seit rund 500 Millionen Jahren wie schwerelos durch die Meere schweben. Übrigens auch durch die Nordsee: Nach Angaben der Schutzstation Wattenmeer gibt es an der Nationalparkküste fünf Arten, und zwar Gelbe und Blaue Haarqualle, Kompass-, Wurzelmund- und Ohrenqualle.

„Von der Faszination einer verkannten Lebensform“ – diesen Untertitel trägt das Buch zu Recht. Mit einer Fülle an Informationen sowie eindrucksvollen Fotos und Zeichnungen führt es ein in die Unterwasserwelt der eleganten Schwimmer, die zu 98 Prozent aus Wasser bestehen. Wer schon viel weiß über die Nesseltiere, wird hier seine Kenntnisse bestimmt noch erweitern können, wer Quallen eher nicht mag, wird seine Meinung nach Schmökern in dem Buch ändern – wetten?

Lisa Ann Gershwin: Quallen – von der Faszination einer verkannten Lebensform,  Delius Klasing Verlag 2017, ISBN978-3-667-11024-4, 29,90 Euro

Heike Wells

Rastende Wasservögel werden in Deutschland seit mehr 50 Jahren nach internationalen Standards gezählt, seit fünf Jahren ergänzen Gelegenheitsbeobachtungen aus dem Online-Portal ornitho.de und der Smartphone-App NaturaList den immensen Datenfundus. Einen bundesweiten Überblick über die Erfassungen, an denen sich jährlich mehrere tausend Ehrenamtliche beteiligen, liefert die neue Ausgabe von „Vögel in Deutschland – Erfassung rastender Wasservögel“.

Die Online-Version steht hier zum Download bereit, Bezug der gedruckten Ausgabe (Schutzgebühr 9,80 Euro zuzüglich Versandkosten) ist möglich über den DDA-Schriftenversand, Thomas Thissen, An den Speichern 6, 48157 Münster, Telefon 0251-2101400, E-Mail: schriftenversand(@)dda-web.de, Internet: http://www.dda-web.de/index.php?cat=pub&subcat=order.

Neuer Biosphären-Newsletter: Schleswig-Holsteins Wattenmeer ist nicht nur als Nationalpark geschützt und als Weltnaturerbe ausgezeichnet, es ist seit 1990 auch UNESCO Biosphärenreservat. 2004 kamen die Halligen als Entwicklungszone des Biosphärenreservates hinzu - und damit natürlich auch die Halligbewohner.

Mit „Neues aus der Biosphäre“ gibt es nun einen digitalen (und für die Halligen zudem in kleiner Auflage gedruckten) Newsletter, der sich in erster Linie an die Halligbürger richtet, aber auch für Freunde der Biosphäre interessant sein könnte. Sabine Müller,  Geschäftsführerin der Biosphäre Die Halligen, will künftig etwa drei Ausgaben im Jahr herausgeben. Hier kann man den Newsletter lesen und abonnieren.