TEK SPO

Insider nennen es „TEK SPO“. TEK SPO – was ist denn das? Ganz einfach: Die Nationalpark-Partnergemeinde St. Peter-Ording (SPO) hat sich im Zusammenwirken mit lokalen und regionalen Akteuren ein Konzept für die künftige touristische Entwicklung des Ortes gegeben – ein Tourismusentwicklungskonzept (TEK). Schließlich sei der Tourismus die „Lebensader“ für das Nordseeheilbad und die Region, wie die stellvertretende Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff es formuliert.

Tourismus sei eine Querschnittsbranche: Ob Handel, Dienstleistung, Bau- und sonstige Gewerbe: „Überall steckt ein bisschen Tourismus drin.“ Das soll – wohl wichtigstes Ziel und Fazit des Konzeptes – auch so bleiben und die Branche schonend und „mit Augenmaß“ weiterentwickelt werden. Die wichtigste Orientierung dabei bietet der Einklang von drei Zielen, die dem Prinzip der Nachhaltigkeit entsprechen und im TEK so definiert sind: „Etablierung eines ökonomisch dauerhaft wirksamen und dabei ökologisch sensiblen und sozialverträglichen Tourismus.“ Konkret heißt das: St. Peter-Ording solle für seine Einwohner ein lebenswerter Ort, für seine Gäste ein liebenswerter Ort sein sowie für die vom Tourismus existierenden Unternehmen eine sichere wirtschaftliche Basis bieten. „Diese Belange sind gleichwertig“, so Constanze Höfinghoff im Gespräch mit den Nationalpark Nachrichten. Den ökologischen Rahmen für den Bereich des Nationalparks setzt ein gesondertes SEK: ein Strandentwicklungskonzept, das den Schutzanforderungen im Nationalpark gerecht wird.

Im Einklang mit den Menschen vor Ort

Der Trend nicht nur in der Eiderstedter Gemeinde, sondern auch an vielen anderen touristischen Zielen zeigt es: Die Zahl der Ankünfte wächst schneller als die der Übernachtungen oder, anders ausgedrückt: Bei steigenden Übernachtungszahlen sinkt die Aufenthaltsdauer. „Das heißt, um unser Niveau auch nur zu halten, braucht es erhebliche Anstrengungen“, betont Höfinghoff. Stillstand würde also Rückschritt bedeuten – allein: Es geht um das „richtige“ Wachstum, sprich „eine Entwicklung im Einklang mit Bedürfnissen der Menschen vor Ort“.

Bei der Gestaltung der Zukunft St. Peter-Ordings geht es laut Höfinghoff „nicht um schneller, höher, weiter. Vielmehr darf die Wertschöpfung pro Gast gern wachsen.“ Möglichkeiten zu einer schonenden, nachhaltigen touristischen Entwicklung sieht sie etwa im Bereich Camping und bei inhabergeführten Hotels; ohnehin seien die Ressourcen, sprich Flächen, in dem Nordseeheilbad begrenzt.

Erheblich investiert werde in naher Zukunft in die touristische Infrastruktur, kündigte die Tourismusexpertin an. So werde bis zur Saison 2018 am Ordinger Strand ein neues Mehrzweckgebäude für die Strandsicherheit mit Nationalpark-Infopoint und WC-Anlagen zwei alte Pfahlbauten ersetzen. Ein Projekt im zweistelligen Millionenbereich ist zudem die Weiterführung der Promenade im Ortsteil Bad in enger Verzahnung mit dem angrenzenden Naturerlebnisraum im Deichvorland, plus einem attraktiven, ganzjährig nutzbaren Familientreffpunkt am ehemaligen Skaterplatz; erste Pläne dafür lägen bereits vor.

Ein paar Eckdaten zum Tourismus in St. Peter-Ording:

  • etwa 4.000 Einwohner
  • etwa 4.300 Zweitwohnungsbesitzer
  • rund 17.000 Gästebetten, davon 12.000 bei privaten Vermietern, 2.000 in Hotels, 3.000 auf Campingplätzen, in Kliniken und Gruppenunterkünften
  • Zahlen für 2016: 2,4 Millionen Übernachtungen, 384.000 Gästeankünfte, 520.000 Tagesgäste