Ein langer Weg

Bis eine neu gegründete Stiftung Geld verteilen kann, ist es ein langer Weg – insbesondere in Zeiten historisch niedriger Zinsen. Diese Erfahrung haben die Verantwortlichen der Nationalparkstiftung Schleswig-Holstein in den vergangenen zwei Jahren gemacht: Gremien müssen sich konstituieren, Förderrichtlinien festgelegt, Gespräche mit Banken als Partner geführt werden, um die Stiftungsgelder verantwortungsbewusst und dem Stiftungszweck gemäß anzulegen. Dieser umfasst die Förderung des Naturschutzes als Grundlage eines nachhaltigen und ökologischen Tourismus‘ im und am Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Bei der Novembersitzung des elfköpfigen Stiftungsrates wurde kürzlich der Wirtschaftsplan für 2018 beschlossen. „Wir hoffen, dass Ende des kommenden Jahres erste Mittel für Projekte fließen können“, so der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, der Leiter der Nationalparkverwaltung Detlef Hansen.

Das Stiftungsvermögen beläuft sich auf mittlerweile 9,3 Millionen Euro, die bei zwei Banken angelegt sind. Entscheidungsträger für die Vergabe von Erträgen aus dem Stiftungskapital sind der dreiköpfige Stiftungsvorstand und der Stiftungsrat, vergleichbar dem Aufsichtsrat in Unternehmen, der den Vorstand kontrolliert. Ihm sitzt der schleswig-holsteinische Landesnaturschutzbeauftragte Holger Gerth vor.

Gegründet wurde die Nationalparkstiftung fast auf den Tag genau vor zwei Jahren, am 17. Dezember 2015. Hintergrund sind vereinbarte Zahlungen der Stadt Hamburg für die Verbringung von Baggergut aus den Zufahrten zum Hamburger Hafen zur Tonne E 3 in der Nordsee; dafür werden fünf Euro je Tonne Baggergut an das Land Schleswig-Holstein entrichtet. Ein Teil der Zahlungen fließt in die Stiftung, so dass aus den Erträgen des angelegten Kapitals künftig Projekte finanziert werden können.

Darüber hinaus haben die Vertragspartner vereinbart, dass ein Betrag von bis zu 6 Millionen Euro direkt, das heißt ohne Beteiligung der Stiftung, Projekten zum Schutz des Wattenmeeres zu Gute kommen soll. „Hamburg unterstützt die schleswig-holsteinischen Bemühungen

  • um die ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Ausgestaltung der Krabbenfischerei im Wattenmeer

und

  • um die Stärkung der Nationalpark-Region durch eine nachhaltige touristische Inwertsetzung des Weltnaturerbes Wattenmeer“,

heißt es unter anderem in der Eckpunktevereinbarung zwischen dem Land Schleswig-Holstein, der Hamburg Port Authority (HPA) und der Stiftung.

Weitere Details über die Rahmenbedingungen sowie über die verantwortlichen Personen sind hier nachzulesen.