Drei Fragen an ...

Bürgermeisterin der Nationalpark-Partner-Stadt Meldorf

Nationalpark-Partner-Stadt, Fairtrade-Stadt, Cittàslow: Meldorf engagiert sich in vielfältiger Weise. Wie hängen diese drei Aspekte zusammen?

Alle drei Zertifizierungen basieren auf der Wertefolie der Agenda 21, einem Aktionsprogramm, das ökologische, ökonomische und soziale Ziele auszubalancieren versucht. Bei der Nationalpark-Partnerschaft geht es primär um den Schutz des Naturraums Wattenmeer vor unserer Haustür und die Sensibilisierung für dessen Einzigartigkeit. Im Rahmen von Fairtrade lenken wir den Blick auf die Folgen unseres Konsumverhaltens. Über faire Preise sollen kleinbäuerliche Strukturen im globalen Süden gestützt werden. Doch wir sensibilisieren auch für den Einkauf bei hiesigen Betrieben statt im Internet, um die Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region zu halten.

Cittàslow setzt darauf, regionale Unterschiede auszuprägen statt der globalen Vereinheitlichung zu folgen. Es geht zum Beispiel um die Förderung regionaler Produkte, den Erhalt typischer Bausubstanz und die Pflege von Tradition. Es wird ein Bewusstsein dafür geweckt, was die Lebensqualität vor Ort ausmacht. Dies bedeutet keine rückwärtsgewandte „Heimattümelei“, sondern eine weltoffene Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Zukunft in Rückkopplung mit den Entwicklungen vor Ort. Alle drei Labels zielen also darauf ab, die regionalen Stärken weiterzuentwickeln.

Welche Bedeutung hat die Nationalpark-Partnerschaft für Meldorf?

Über die Nationalpark-Partnerschaft haben wir viele wertvolle Kontakte aufgebaut. Wir lernen von unseren Partnern, bekommen wichtige Impulse und genießen das unkomplizierte Miteinander. Uns helfen vor allem das absolut professionelle Marketing und die Unterstützung von so vielen Partnern, zum Beispiel bei unserem Hafenfest. Ich bin davon überzeugt, dass wir von der gemeinsamen Weiterentwicklung der Nationalparkregion auch wirtschaftlich profitieren werden.

Und welche Rolle spielt der Nationalpark als solcher?

Meldorf sieht eine große Entwicklungschance im naturnahen Tourismus. Im Speicherkoog an der Meldorfer Bucht stehen wir am Anfang einer touristischen Erschließung. Wir kooperieren eng unter anderem mit den Naturschutzverbänden und der Nationalparkverwaltung. Der Reiz dieses Areals für die Gäste besteht im Naturerlebnis, etwa beim Wattlaufen, bei der Beobachtung der Vögel oder beim Sich-Einlassen auf den Wechsel von Ebbe und Flut. Die Nähe des Nationalparks spricht nicht nur Menschen im Urlaub an, sondern macht uns auch als Wohnort attraktiv und hilft uns, zunehmend benötigte Fachkräfte für die Region zu gewinnen. Der Nationalpark macht unsere Region besonders und Meldorf ist stolz, Nationalpark-Partner zu sein.