Menschen und Medien

Grundsaniert: Wikipedia hat sich zu einem weltweit millionenfach genutzten Online-Lexikon entwickelt; wer etwas auf sich hält, ist „drin“. Das gilt auch für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Allerdings war dessen Wikipedia-Eintrag in die Jahre gekommen. Dank Kim-Cedric Gröschler (kleines Foto), der in den Fachbereichen „Schutz und Entwicklungsplanung" sowie „Kommunikation und Nationalpark-Partner“ der Nationalparkverwaltung sein dreimonatiges Pflichtpraktikum absolviert, ist er nun generalüberholt worden. „Da waren etliche Daten und Angaben veraltet“, berichtet der Geografiestudent.

Die aktuellen Fakten hat er anhand einer Korrekturliste in den Fachbereichen der Nationalparkverwaltung zusammengetragen und dann nach und nach bei Wikipedia berichtigt oder ergänzt. Kann das so einfach jeder tun? Im Prinzip ja, weiß der 22-Jährige. An dem Nationalpark-Wattenmeer-Eintrag haben seit der Ursprungsfassung aus dem Jahr 2004 etwa 50 Personen mitgewirkt, hat er recherchiert.

Vor einiger Zeit hat das Online-Lexikon jedoch ein „Review“-Verfahren eingerichtet. Das heißt, erfahrene (ehrenamtliche) Redakteure haben einen Blick auf die Texte und greifen im Ernstfall ein. Etwa dann, wenn es sich offensichtlich um einen „Gefälligkeitsbeitrag“ oder um Informationen mit tendenziösem (zum Beispiel politischem) Touch handelt.

Und was hält der rechercheerfahrene Kieler Student von Wikipedia als Arbeitshilfe? „Für einen ersten Überblick über ein Thema ist Wikipedia prima“, so seine Erfahrung. Viele Artikel seien auf einem „guten Stand“ – einige aber eben auch veraltet. Und will man tiefer in eine Materie einsteigen, sei ohnehin der Weg zu den Originalquellen unverzichtbar.

Foto: © Wells / LKN.SH

Neu aufgelegt: Warum machen jedes Jahr zehn Millionen Zugvögel Rast im Wattenmeer? Was macht eine gute Pause aus? Ist die „Raststätte Wattenmeer" dem Klimawandel gewachsen? Und was kann ich selbst tun, um das Watt zu schützen? Antworten auf diese Fragen bietet das neu aufgelegte Unterrichtsmaterial „Pause im Wattenmeer – Zugvögel zwischen Arktis und Afrika“ für die Sekundarstufe 1. Inhaltlich aktualisiert und grafisch runderneuert regen zahlreiche Arbeitsbögen zum Nachfragen, Nachforschen und Nachdenken an. Sie zeigen Wege auf, wie die Schülerinnen und Schüler durch bewusstes Handeln den Schutz der Umwelt im Allgemeinen und den Wattenmeerschutz im Besonderen unterstützen können.

Das 56-seitige Unterrichtsmaterial umfasst Hintergrundinformationen und Kopiervorlagen für Anregungsbögen. Die – dank einer BINGO-Projektförderung kostenlose – Broschüre ist als PDF hier erhältlich und kann in Einzelexemplaren unter husum(@)wwf.de bestellt werden. Gern wird der Bestellung auch ein Poster beigefügt, das den Ostatlantischen Zugweg und einige typische Arten abbildet. Gleiches gilt für das „Fahrplanposter“, das im Stil der DB-Fahrpläne Auskunft über die Ankünfte und Abflüge der Zugvögel im Wattenmeer gibt. Größere Mengen des Unterrichtsmaterials sind (gegen Versandkosten) hier erhältlich.

Anja Szczesinski

Wörterbuch „to go": Wer auf die Schnelle englische, dänische oder niederländische Übersetzungen von Wattenmeer-Wörtern sucht, ist mit der neuen „Wadden Sea Dictionary“-App gut bedient! Basierend auf der gleichnamigen Publikation der IWSS (international wadden sea school) hat ein junger Programmierer während seines freiwilligen ökologischen Jahres im Wattenmeer diese App entwickelt, die zahlreiche Vokabeln aus den Bereichen Natur, Landschaft, Flora und Fauna des Wattenmeeres per Knopfdruck übersetzt. Erhältlich ist die kostenlose App aktuell für Android-Smartphones (Google Play) und demnächst auch für das iPhone.

Anja Szczesinski

Wer noch keinen schönen Kalender für 2018 hat oder auf der Suche nach einem Geschenk mit regionalem Bezug ist, für den könnte das ein Tipp sein: Zur Sanierung der Eiderstedter Kirchen hat der Kirchenkreis ein Schutzengelprojekt ins Leben gerufen und einen Fotokalender aufgelegt, um dieses zu unterstützen. Die zwölf Blätter sind mit Bildern von Martin Stock, Biologe in der Nationalparkverwaltung und leidenschaftlicher Fotograf, gestaltet – alles stimmungsvolle Szenen von der Halbinsel (Abbildung oben: das Motiv für März). Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit hier.

Foto: © Stock / LKN.SH

Nach kurzer, schwerer Krankheit ist Dr. Erika Vauk-Hentzelt am 21. November verstorben.  Der Schutz der Natur war für die Biologin von zentraler Bedeutung. Hierfür engagierte sie sich seit Jahrzehnten und setzte dabei insbesondere darauf, junge Menschen zu begeistern. Dafür kämpfte sie, dafür brannte sie, dafür ließ sie sich in die Pflicht nehmen – zuletzt als geschäftsführende Vorsitzende des Vereins Jordsand.

Nach vielen Jahren, die Erika mit Gottfried Vauk, ihrem vor zwei Jahren verstorbenen Mann, auf Helgoland an der Vogelwarte verbracht hatte, waren die beiden 1988 in die Lüneburger Heide gezogen. Ihr nie erlahmendes Naturschutzengagement hatten sie dort in der Norddeutschen Naturschutzakademie und beim Verein Jordsand (beide) sowie bei der Deutschen Wildtier Stiftung (Erika) eingebracht.

Der Naturschutz in Norddeutschland verliert mit Erika Vauk-Hentzelt eine höchst engagierte Naturschützerin und einen liebevollen Menschen. Sie schrieb zuletzt selbst, was viele dachten: „Es hätte gern noch etwas mehr sein können.“

Hendrik Brunckhorst

Foto: © Verein Jordsand