Dänemarks Wattenmeer komplettiert Weltnaturerbe

KIEL. Das UNESCO Welterbekomitee hat auf seiner Sitzung in Doha, Katar, heute (23. Juni) beschlossen, das Weltnaturerbe Wattenmeer um den dänischen Teil des Wattenmeeres und einen seeseitigen niedersächsischen Teil zu erweitern. Wenige Tage bevor sich die Weltnaturerbe-Anerkennung des deutschen und niederländischen Wattenmeeres zum fünften Mal jährt, ist nun das gesamte europäische Wattenmeer als Weltnaturerbe ausgezeichnet. Es steht damit auf einer Stufe mit Naturwundern wie dem Grand Canyon in den USA oder dem Great Barrier Reef in Australien.

Umweltminister Robert Habeck gratulierte seiner dänischen Amtskollegin Kirsten Brosbøl und seinem niedersächsischen Kollegen Stefan Wenzel zur UNESCO-Auszeichnung. „Das ist ein großartiger Erfolg für den internationalen Wattenmeerschutz. Damit ist das Wattenmeer nun vollständig durch Nationalparks oder vergleichbare Schutzgebiete geschützt und wird von der Weltgemeinschaft als bedeutsames Erbe der Menschheit anerkannt. Wir freuen uns mit unseren dänischen Nachbarn darüber.“

Er betonte: „Die gemeinsame Auszeichnung verpflichtet uns zu größter Verantwortung im Umgang mit diesem Naturschatz. Das Wattenmeer kennt keine nationalen Grenzen. Politik und Verwaltung müssen dem Rechnung tragen. Das können wir auch, wie die trilaterale Wattenmeerkooperation zwischen Dänemark, Deutschland und den Niederlanden seit bald dreißig Jahren zeigt“, so Habeck.

Mit der Anerkennung des dänischen und einer seeseitigen Erweiterung des niedersächsischen Wattenmeer-Weltnaturerbes erstreckt es sich nun über 500 Kilometer, von Esbjerg in Dänemark bis nach Den Helder in den Niederlanden, und ist 11.500 Quadratkilometer groß. Für geologische und ökologische Prozesse sowie für den Erhalt der biologischen Vielfalt hat das Wattenmeer weltweit herausragende Bedeutung. Rund 10.000 Arten leben hier, von einzelligen Organismen bis zu höheren Pflanzen und Tieren. Am spektakulärsten ist der Vogelzug im Frühjahr und Herbst, wenn bis zu zwölf Millionen Vögel im Wattenmeer Nahrung suchen.

Nicola Kabel
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