Auszeichnungen

Das deutsche Wattenmeer ist mehr als ein Nationalpark. Die Vereinten Nationen, die Europäische Union und andere internationale Einrichtungen haben das Gebiet mit hochwertigen Prädikaten ausgezeichnet, mehr als wohl jedes andere Schutzgebiet in Europa.
Auszeichnung der Extraklasse: UNESCO-Weltnaturerbe.

Auszeichnung der Extraklasse: UNESCO-Weltnaturerbe. | © H. Brunckhorst/LKN-SH

Weltnaturerbe der UNESCO (2009)

Die UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation, hat das Wattenmeer Deutschlands, der Niederlande und Dänemarks in 2009 und 2014 in die Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen. Damit steht das Wattenmeer auf einer Stufe mit anderen weltberühmten Naturwundern wie dem Grand Canyon in den USA und dem Great Barrier Reef in Australien. Weltweit gibt es 197 Weltnaturerbegebiete (Stand Juli 2014). In Deutschland sind neben dem Wattenmeer fünf Buchenwald-Nationalparks/Biosphärenreservate sowie die Fossiliengrube Messel als Weltnaturerbe anerkannt.

Biosphärenreservat der UNESCO (1990)

Biosphärenreservate sind von der UNESCO anerkannte Modellregionen, in denen erprobt wird, wie der Mensch in gewachsenen Kulturlandschaften auch heute noch nachhaltig wirtschaften und gut leben kann. Weltweit gibt es 580 Biosphärenreservate, in Deutschland 16 (Stand Juli 2011). Seit 2004 gehören auch die bewohnten Halligen zum Biosphärenreservat.

Vogelschutzgebiet (1991) und Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (1996) der EU

Bereits 1979 trat die Vogelschutzrichtlinie in Kraft, um wildlebende Vogelarten und ihre Lebensräume in den Mitgliedsstaaten der damaligen EWG zu schützen. 1992 wurde sie um die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie, ergänzt, um alle gefährdeten, heimischen Pflanzen- und Tierarten und ihre natürlichen Lebensräume in der EU länderübergreifend zu schützen. Dazu wurde ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten geschaffen, das Natura 2000 genannt wird.

Besonders Empfindliches Meeresgebiet der IMO (2002)

Ein Besonders Empfindliches Meeresgebiet (Particularly Sensitive Sea Area, PSSA) ist ein Gebiet, das besonderen Schutz durch die Internationalen Schifffahrtsorganisation (International Maritime Organization, IMO) benötigt: Einerseits ist es empfindlich gegenüber der Schifffahrt und anderen menschlichen Aktivitäten, andererseits ist es aus ökologischen, sozio-ökonomischen oder wissenschaftlichen Gründen besonders bedeutsam. Das PSSA ist auf Seekarten eingetragen. Damit wird ein Signal an die internationale Seeschifffahrt gegeben und bei Seefahrern ein Bewusstsein für die besondere Empfindlichkeit des Gebietes geschaffen. Weltweit gibt es nur 12 PSSA-Gebiete (Stand Juli 2011).

Feuchtgebiet internationaler Bedeutung nach der Ramsar-Konvention (1990)

Die Ramsar-Konvention (Convention on Wetlands of International Importance especially as Waterfowl Habitat) ist ein Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung, die unverzichtbarer Lebensraum für Wasser- und Watvögel sind. Es ist ein völkerrechtlicher Vertrag, dessen Ausarbeitung von der UNESCO angestoßen wurde. Derzeit gibt es 1.950 Ramsar-Gebiete (Stand Juli 2011).

Das könnte Sie auch interessieren

Kolleginnen und Kollegen aus Guinea-Bissau und der Wattenmeerregion. Foto: Nationalparkverwaltung

Zum fachlichen Austausch trafen sich Kolleginnen und Kollegen aus Guinea-Bissau und der Wattenmeerregion. Foto: IBAP

Flyway Initiative, Zugvögel, Kooperation mehr »

Hoch motiviert: Die jungen Freiwilligen der ijgd-Gruppe zusammen mit den gleichaltrigen Naturschutzwarten des Mellumrates, herzlich begrüßt von Freiwilligen-Koordinatorin Imke Zwoch (links), Mellumrat-Geschäftsführer Mathias Heckroth (5.v.r.) und Bürgermeister Dirk Lindner (rechts). Foto: NLPV

11.08.2017 Wangerooge, Küstenheide, Neophyten 16 junge Menschen aus sieben Ländern waren jetzt zwei Wochen im Einsatz auf Wangerooge, um die wertvolle Küstenheide von invasiven standortfremden Pflanzen zu befreien. Das 2010 begonnene Gemeinschaftsprojekt von Nationalparkverwaltung, ijgd, Mellumrat und Inselgemeinde zeigt von Jahr zu Jahr immer deutlicher die Erfolge solcher langfristig angelegten Pflegemaßnahmen. mehr »

Screenshot aus dem Video von Artur und Rasmus Brunckhorst

08.06.2017 World Ocean Day, Weltnaturerbe Mit einer international verbreiteten Videobotschaft werben zwei nordfriesische Jungs für den Schutz des Weltnaturerbes Wattenmeer. mehr »

Die Junior Rangerin Silja Reiser aus Wilhelmshaven wirbt zusammen mit anderen Kindern aus der ganzen Welt bei den Vereinten Nationen für den Schutz mariner Welterbestätten. Foto: J. Wagner/NLPV

30.05.2017 Junior Ranger, Weltnaturerbe Im Rahmen der World Oceans Conference in New York wird am 8. Juni 2017 eine Gruppe von Kindern aus aller Welt vor der UN-Vollversammlung für den Schutz der Weltmeere für zukünftige Generationen plädieren. 32 Kinder aus 12 verschiedenen marinen Welterbestätten vertreten dabei die 49 marinen Welterbestätten der Welt. Vier der Kinder kommen aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden und repräsentieren das Weltnaturerbe Wattenmeer, darunter auch die vierzehnjährige Silja Reiser aus Wilhelmshaven. mehr »