08.04.2015

Brutgeschäft im Nationalpark beginnt

Ein ausgewiesenes Brut- und Rastgebiet

Ein ausgewiesenes Brut- und Rastgebiet | © Stock / LKN-SH

TÖNNING. Im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer beginnt jetzt die Brutsaison: Fast 100.000 Paare Seeschwalben, Möwen, Wat- und andere Küstenvögel brüten auf den Salzwiesen, Stränden und Dünen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Große Kolonien gibt es auf den Vogelinseln Trischen und Norderoog, wo seltene Brand- und Küsten-, Fluss- und Zwergseeschwalben sowie Löffler, Eiderenten und andere Raritäten von Vogelwärtern der betreuenden Naturschutzverbände bewacht werden.

Viele Vögel brüten unauffällig. Badegästen, Spaziergängern oder Wassersportlern ist es meist gar nicht bewusst, dass sie ihnen zu nahe kommen und möglicherweise ihre Brut gefährden, weil viele Arten sich bei Annäherung von Menschen unauffällig vom Nest schleichen. Die wichtigsten Brutgebiete sind deshalb ausgeschildert oder durch Pfahlreihen gekennzeichnet und dürfen bis zum Ende der Jungenaufzucht Ende Juli nicht betreten werden. Hunde sind im Nationalpark immer an der Leine zu führen.

Der Grund für die strengen Schutzmaßnahmen: Jungvögel brauchen Ruhe, Sicherheit, ausreichende Ernährung und Schutz vor Kälte oder Hitze. Jedes Mal, wenn die Altvögel aufgescheucht werden - durch Wanderer, freilaufende Hunde oder Drachen am Himmel - wird der Bruterfolg weiter in Frage gestellt. Durch behutsames Verhalten können alle Besucher des Nationalparks dazu beitragen, dass diese Brutsaison erfolgreich wird.

Seit Beginn der 1990er Jahre haben die Bestände von zwei Dritteln der im Wattenmeer brütenden Küstenvögel abgenommen. Den stärksten Rückgang gab es beim Seeregenpfeifer, aber auch bekannte Arten wie Austernfischer oder Rotschenkel werden weniger. Häufigere Überflutungen, weniger Nahrung sowie eine Zunahme von Füchsen und anderen Beutegreifern werden dafür als wichtigste Ursachen gesehen. Die am stärksten besiedelten Brutgebiete liegen – wie überall auf der Welt – auf Inseln, weil sie für Raubsäuger nicht zugänglich sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Das Foto zeigt die Multimar-Mitarbeiter Eckehard Bockwoldt (links) und Boy Paulsen beim Aufbau der Ausstellung | © Wells/LKN.SH

16.01.2017 Eine Ausstellung mit dem Titel „Ozeanversauerung – das andere Kohlendioxid-Problem“ ist seit einigen Tagen im Erdgeschoss des Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum zu sehen. mehr »
Ein Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung begutachtet den toten Zwergwal. Foto: Imke Zwoch / Nationalparkverwaltung

Ein Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung begutachtet den toten Zwergwal. Foto: Imke Zwoch / Nationalparkverwaltung

28.12.2016 Zwergwal, Minkwal, Walstrandung Spaziergänger entdeckten an der Wattkante an der Wesermündung bei Blexen einen toten Wal, der mit der Sturmflut der vorletzten Nacht dort angespült und heute von Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung in Augenschein genommen wurde. Es handelt sich um einen männlichen Zwergwal (auch Minkwal genannt), mit einer gemessenen Länge von etwa 7,20 m ein ausgewachsenes Tier. mehr »

Drei Menschen, viermal Nationalpark-Partnerschaft: Jürgen Reck (bis 31.Dezember Roter Haubarg, ab 1.Januar Biobauer) mit seiner Frau Karina (Atelier für historische Schriften) und Wioletta Gattorf (ab 1. Januar Roter Haubarg). © Wells/LKN.SH

28.12.2016 Er wechselt die Rollen - vom Gastronomen zum Biobauern. Eines jedoch bleibt Jürgen Reck aus Witzwort: ein engagierter Nationalpark-Partner. mehr »

Nationalpark-Rangerin Melanie Weppner am Schobüller Strand. © Wells/LKN.SH

21.12.2016 Auch jetzt, zum Winteranfang, ist das Wattenmeer voller Leben. mehr »