Methodenvergleich

Die Anwendungsmöglichkeiten von Fernerkundung im Nationalpark-Monitoring

Eine Miesmuschelbank im Wattenmeer | © LKN.SH

Im Rahmen des SAMOWatt-Projektes wurde von Juni 2012 bis August 2015 untersucht, inwieweit verschiedene Fernerkundungsmethoden das Monitoring im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer unterstützen und ergänzen können. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Environmental Monitoring and Assessment veröffentlicht. Der Fokus der Veröffentlichung liegt auf den Anwendungsmöglichkeiten der Fernerkundung und ist somit für Nationalparkverwaltungen, Naturschützer und andere Umweltorganisationen von besonderem Interesse. Es werden die Ergebnisse für zwei verschiedene Habitate – Muschelbänke und Seegraswiesen – detailliert vorgestellt und diskutiert.

Der wesentliche Vorteil der Fernerkundung ist der flächendeckende Ansatz. Mit einem Satellitenbild vom Landsat-Sensor kann beispielsweise das gesamte nordfriesische Wattenmeer zeitgleich erfasst werden, während traditionelle in-situ Erfassungen sich meist über mehrere Tage bzw. Wochen hinziehen, was in einem so dynamischen Ökosystem wie dem Wattenmeer problematisch sein kann. Bei der Erfassung von Muschelbänken, die im Gegensatz zu den übrigen Habitaten im Wattenmeer eine sehr raue Oberfläche haben, zeigte sich die Kombination von optischen und Radar-Fernerkundungstechniken als besonders zweckmäßig, da Radar-Sensoren die Rauigkeit einer Oberfläche erfassen können. Bei den Seegraswiesen können bis zu fünf verschiedene Dichtekategorien unterschieden werden, womit die Monitoring-Anforderungen aus verschiedenen EU-Richtlinien wie beispielsweise der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie mehr als erfüllt werden.

Für den Einsatz im regulären Monitoring ist aktuell noch die Beschaffung von geeigneten Daten die größte Herausforderung. Auch wenn die Satelliten regelmäßig das Wattenmeer aufnehmen, so verhindern Wasserstand, Wolken und Dunkelheit doch oft, dass eine brauchbare Aufnahme entsteht. Mit neuen Sensoren wie beispielsweise die Europäischen Sentinels sollte aber auch diese Herausforderung in Zukunft zu meistern sein.

Müller, G., Stelzer, K., Smollich, S., Gade, M., Adolph, W., Melchionna, S., Kemme, L., Geißler, J., Millat, G., Reimers, H.-C., Kohlus, J. und Eskildsen, K.: Remotely sensing the German Wadden Sea—a new approach to address national and international environmental legislation. Environmental Monitoring and Assessment (2016) 188: 595. doi:10.1007/s10661-016-5591-x

Unter folgendem Link ist der (kostenpflichtige) Artikel erhältlich: http://link.springer.com/article/10.1007/s10661-016-5591-x.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Dr. Gabriele Müller ( ).