04.05.2015

Nachzucht von Seepferdchen im Multimar Wattforum

Birger Kreutz bei den jungen Seepferdchen

Birger Kreutz bei den jungen Seepferdchen | © Hecker / LKN-SH

Als der Beutel dick wurde, hat Aquarienleiter Birger Kreutz den schwangeren Seepferdchen-Vater aus der Ausstellung des Multimar Wattforums in die Quarantäne gebracht. Mitte April 2015 war es dann soweit: 16 langschnäuzige Seepferdchen kamen in einem nüchternen Kleinaquarium hinter den Kulissen zur Welt. Sie sehen aus wie kleine schwarze Striche, sind aber vollständig entwickelt.

„Die Aufzucht von Seepferdchen ist sehr aufwändig, denn alle Umweltbedingungen müssen genau stimmen“, erklärt Birger Kreutz und führt aus: „Seepferdchen fressen in den ersten vier Wochen kleine Krebslarven. Dieses Jahr haben wir gute Erfolgsaussichten, weil das Plankton die richtige Zusammensetzung hat. Es wird etwa drei Monate dauern, bis die Jungtiere aus dem Gröbsten heraus sind und weniger empfindlich auf ihr Futter reagieren.“

Schon seit zehn Jahren werden im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum Seepferdchen aufgezogen, meist erfolgreich. Im Jahr 2008 konnten besonders viele Tiere großgezogen werden: 150 kurzschnäuzige Seepferdchen. Dafür reichten die Aquarien im Multimar Wattforum nicht aus, deshalb wurden viele Tiere an andere Ausstellungen in Norddeutschland abgegeben. Der Austausch funktioniert je nach Bedarf auch anders herum. So hat das Multimar Wattforum in diesem Jahr aus einem Aquarium in Karlsruhe 21 halbjährige kurzschnäuzige Seepferdchen erhalten, die ab Mitte Mai in der Ausstellung zu sehen sein werden.

Seepferdchen kommen in fast allen tropischen und gemäßigten Meeren vor. Im Ärmelkanal vor der britischen Küste leben sowohl kurzschnäuzige als auch langschnäuzige Seepferdchen. Im Wattenmeer sind sie jedoch nur seltene Irrgäste, die durch die Gezeitenströmung hierher getrieben werden und keine Chance haben, zu überleben. Schon mehrfach haben aufmerksame Krabbenfischer die kleinen Tiere im Wattenmeer gefangen und ins Multimar Wattforum gebracht, erstmals ein Seepferdchen im Jahr 2001, ein weiteres 2003 und im Jahr 2007 sogar sechs Seepferdchen.

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