15.02.2017

Nationalpark-Partner im Themensturm

Mehr als 100 Nationalpark-Partner waren dabei. ©Stock/LKN.SH

„Das Netzwerk der Nationalpark-Partner ist lebendig und kommt uns an vielen Stellen zugute. Über 100 Teilnehmer, das ist ein Rekord“, begeistert sich Matthias Kundy, Leiter des Bereiches Öffentlichkeitsarbeit in der Nationalparkverwaltung. Er hat zum Jahrestreffen der Nationalpark-Partner im Breklumer Christian Jensen Kolleg eingeladen, und viele der Nationalpark-Partner machen ihre Teilnahme an dem ganztägigen Treffen möglich.

In aufgeräumter Stimmung diskutieren sie in kleinen Gruppen sieben von Fachleuten moderierte Themen. Das ist ein lebhaftes Geben und Nehmen von Anregungen und Geschichten, Fakten und Perspektiven. Inhaltlich so vielfältig, wie es die Partner selbst sind. Und es gibt niemanden, der nicht Neues erfährt.

"Was erzählt ihr so bei einer Wattwanderung, welches sind die spannendsten Arten?" Annika Cornelius, Mitarbeiterin der Schutzstation Wattenmeer, hat dazu neue Wurmgeschichten. Vom Grünem Meerringelwurm etwa, dessen Männchen vom Wattboden an Voll- oder Neumond aufsteigen wenn die Wassertemperatur sechs Grad beträgt. Dicht unter der Wasseroberfläche geben sie ihre Spermien ab, die wie ein Regenschauer auf die am Boden lebenden Weibchen und ihre Eier regnen. Der Mondkalender synchronisiert den Wurmsex, zu dem es nur einmal im Leben kommt.

Viel trockener, aber ebenso interessiert aufgenommen werden die Tipps von Melanie Trotier vom Nordsee-Tourismus-Service. Sie berichtet vom hohen Wert, große Geschichten in kleine Bild-Kacheln zu bringen: Da die Internetnutzung heutzutage vor allem mit Smartphones und Tablets erfolgt, müssen Texte und Bilder darauf optimiert werden. „Mobile first“ gilt auch für die Websites der Nationalpark-Partner.

Joke Pouliart berichtet vom Zusammenschluss kommerzieller Gästeführer im niedersächsischen Wattenmeer. Für Wattexkursionen kaufen die Teilnehmer Tickets am „Point of Sale“ - und werden per SMS informiert, falls die Exkursion wetterbedingt ausfällt. Ob es neben den üblichen zweistündigen Exkursionen auch einen Bedarf für halbtägige Exkursionen gibt, vielleicht mit Öko-Picknick angereichert, ist hier wie dort offen.

Wie Urlauber mehr von öffentlichen Verkehrsmitteln profitieren können, bei der Anreise und im Urlaubsgebiet selbst, diskutieren andere Teilnehmer. Könnte das bestehende regionale Angebot vielleicht allein schon durch eine schematische Darstellung übersichtlicher gemacht werden, die sich an den U- und S-Bahn Netzplänen der Großstädte orientiert?

Das auf Anregung eines Nationalpark-Partners von der Nationalparkverwaltung gestartete Themenjahr zur Salzwiese wurde vom Salzwiesenexperten Martin Stock in 15 Minuten ökologisch vorgestellt. „Zu diesem Thema ist es der kürzeste Vortrag meines Lebens“, versicherte Stock schmunzelnd, sich der Themenfülle des Partnertreffens bewusst.

In jedem Jahr wird ein Partner-Angebot besonders herausgestellt und außergewöhnliches Engagement ausgezeichnet. Diesmal ist es Christine Dethleffsen aus Sönnebüll, die für Senioren und Menschen mit Handicap barrierefrei Watterkundungen anbietet: Spezielle Wattrollstühle der Nationalpark-Partner-Gemeinde Nordstrand ermöglichen den Zugang zum Watt trotz Matsch und Schlick. Die anrührenden Bilder der strahlenden Rollstuhlfahrer – den Wattwum auf der Hand – zeigen mehr als Worte, dass das Wattenmeer auch ein Glückswachstumsgebiet ist und Christine Dethleffsen die besten Wege dorthin kennt.

„Die Nationalpark-Partner sind die Botschafter unseres Nationalparks“, sagt Matthias Kundy. „Sie bekennen sich zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, informieren darüber, machen ihn für ihre Gäste erlebbar und engagieren sich für seinen Schutz. Im Gegenzug können sie sich auf der gemeinsamen Website www.nationalpark-partner-sh.de präsentieren, erhalten kostenlos Fortbildungen, Informationsmaterial, Schilder und Flaggen. Gut 150 Unternehmen, Vereine und Institutionen aus verschiedenen Bereichen des Tourismus, vom Ferienhausvermieter bis zum Museum, gehören mittlerweile zum Netzwerk der Nationalpark-Partner.“

Das könnte Sie auch interessieren

Toter Grindwal am Strand in Norddeich. Foto: Onno K. Gent

Toter Grindwal am Strand in Norddeich. Foto: Onno K. Gent

12.12.2017 Walstrandung, Grindwal Am letzten Samstag (9.12.) entdeckte Nationalpark-Ranger Onno K. Gent einen Walkadaver am Norddeicher Hundestrand. Das Tier war bereits mehrere Tage tot, als es angespült wurde. mehr »

Das Foto zeigt Vertreterinnen und Vertreter der neuen Nationalpark-Partner, der Nationalparkverwaltung und des Vergaberates | © Wells/LKN.SH

11.12.2017 Nationalpark-Partner, Urlaub, Nachhaltiger Tourismus Mit sieben "Neuen" ist die Zahl der Nationalpark-Partner in Schleswig-Holstein auf 179 gewachsen. mehr »
Jugendbildungsstätte Theodor Wuppermann e.V.  ist Partner des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendbildungsstätte Theodor Wuppermann e.V. nahmen gemeinsam die Urkunde zur Zertifizierung als Partner des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsi-sches Wattenmeer entgegen. Foto: Jugendbildungsstätte Theodor Wuppermann e.V.

05.12.2017 Biosphärenreservat, Partnerinitiative, Nationalpark-Partner Die Partnerinitiative des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer begrüßt den ersten Bildungspartner auf der Insel Juist: mehr »
Seeluft statt Hörsaal: Praktikum im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Foto: Wattwelten

Seeluft statt Hörsaal: Praktikum im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Foto: Wattwelten

01.12.2017 Commerzbank, Umweltpraktikum Die Bewerbungsphase für das Commerzbank-Umweltpraktikum läuft noch bis zum 15. Januar 2018. Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sind fünf Praktikumsplätze zu vergeben. mehr »

Langeneß | © Stock / LKN.SH

29.11.2017 Das Biosphärenreservat „Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen“ hat den Check-up durch die UNESCO bestanden. Heute nahmen der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck und Michael Pollmann, Staatsrat der Freien und Hansestadt Hamburg, die entsprechenden Urkunden entgegen. mehr »