13.02.2017

Unterricht in Gummistiefeln

© Wells / LKN.SH

Theoretisches Wissen ist gut, Lernen durch eigenes Tun noch besser. Nach diesem Motto haben Schüler der Landesberufsschule für Fischwirte (Berufsbildungszentrum am NOK in Rendsburg) sich jetzt erstmals in ganz praktischer Form dem Problem Plastikmüll im Meer gewidmet: in einer von der Nationalparkverwaltung organisierten eintägigen Unterrichtseinheit inklusive Müllsammelaktion.

Auf dem Lehrplan des jeweils zehnwöchigen schulischen Teils der dreijährigen Ausbildung zum „Fischwirt/in Küsten- und kleine Hochseefischerei“ (so die genaue Berufsbezeichnung) steht das Thema Müll im Meer schon seit Jahren. „Das betrifft die Fischer ja ganz direkt in ihrer Existenz, es geht schließlich um den Lebensraum des Produktes, von dem sie leben“, sagt Dr. Karsten Zumholz, Fischereibiologe und Lehrer an der Rendsburger Landesberufsschule. Am Premieren-Praxistag ging es nach einem Einführungsvortrag im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in Gummistiefeln hinaus in den Nationalpark, an den Strand von St. Peter-Ording.

Binnen kurzer Zeit kamen hier ganze Müllberge zusammen: Netzreste und Taue aus Kunststoff, Folien, Deckel, Dämmmaterial, Verpackungen aller Art, Plastikteile von Cent- bis Quadratmetergröße, alte Schuhe und allerlei Undefinierbares. Alles wurde in Tüten verpackt und anschließend im Schullabor des Multimar untersucht, und zwar entsprechend der Vorgaben des OSPAR-Spülsaum-Monitorings, an dem auch die Nationalparkverwaltung beteiligt ist. „OSPAR“ ist die Abkürzung für ein internationales Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks, in dessen Rahmen ein solches Spülsaum-Monitoring an verschieden Küstenstandorten durchgeführt wird.

Die Zusammenarbeit von Nationalparkverwaltung und der Landesberufsschule für Fischwirte war ein Novum – aus Sicht der Beteiligten eines mit Zukunft. „Wir freuen uns über die Sensibilität der angehenden Fischer für das Thema Müll im Meer, das auch bei uns im Nationalpark große Dringlichkeit hat“, so der Leiter der Nationalparkverwaltung Detlef Hansen. Auch Lehrer Dr. Karsten Zumholz beurteilt den Testlauf positiv: „Die Schüler waren mit großem Engagement dabei und haben wirklich etwas mitgenommen aus dieser Lerneinheit“, sagt er. Fortsetzung folgt also ...

Das könnte Sie auch interessieren

Jugendbildungsstätte Theodor Wuppermann e.V.  ist Partner des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendbildungsstätte Theodor Wuppermann e.V. nahmen gemeinsam die Urkunde zur Zertifizierung als Partner des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsi-sches Wattenmeer entgegen. Foto: Jugendbildungsstätte Theodor Wuppermann e.V.

05.12.2017 Biosphärenreservat, Partnerinitiative, Nationalpark-Partner Die Partnerinitiative des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer begrüßt den ersten Bildungspartner auf der Insel Juist: mehr »
Seeluft statt Hörsaal: Praktikum im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Foto: Wattwelten

Seeluft statt Hörsaal: Praktikum im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Foto: Wattwelten

01.12.2017 Commerzbank, Umweltpraktikum Die Bewerbungsphase für das Commerzbank-Umweltpraktikum läuft noch bis zum 15. Januar 2018. Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sind fünf Praktikumsplätze zu vergeben. mehr »

Langeneß | © Stock / LKN.SH

29.11.2017 Das Biosphärenreservat „Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen“ hat den Check-up durch die UNESCO bestanden. Heute nahmen der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck und Michael Pollmann, Staatsrat der Freien und Hansestadt Hamburg, die entsprechenden Urkunden entgegen. mehr »
er tauchende Nikolaus füttert im Großaquarium des Multimar Wattforum einen Steinbutt

Der tauchende Nikolaus füttert im Großaquarium des Multimar Wattforum einen Steinbutt | © Claußen/LKN.SH

28.11.2017 Multimar Wattforum, Infozentrum, Kinderaktion Auf seiner Gabentour am 6. Dezember bringt der Nikolaus auch den Fischen im Multimar Wattforum Geschenke. Um 16:00 Uhr macht er einen Halt im Tönninger Nationalpark-Zentrum und legt Taucheranzug, Atemgerät und Flossen an. Dann steigt er hinab ins Großaquarium – mit sieben Metern Tiefe, 250.000 Litern Meerwasser und rund 70 schwimmenden Bewohnern das größte Becken im Multimar Wattforum. mehr »
Startschuss für das deutsch-dänische Tourismus-Projekt „NAKUWA“

Im Anschluss an die Fachtagung fiel der Startschuss für das deutsch-dänische Tourismus-Projekt „NAKUWA“. Das Bild zeigt die Projektbeteiligten | © Gröschler/LKN.SH

17.11.2017 Nachhaltiger Tourismus, Fachtagung Dass Touristiker und Naturschützer in der Nationalpark-Region erfolgreich und auf Augenhöhe zusammenarbeiten, zeigte einmal mehr die 15. Fachtagung „Natur und Tourismus“. In Hörnum auf Sylt trafen sich am 16.11.2017 rund 100 Vertreter beider Sektoren und tauschten sich in Vorträgen und persönlichen Gesprächen über aktuelle Themen aus. mehr »