Zeitzeugen der Nationalparkgeschichte

Tagung im Christian-Jensen-Kolleg am 4. März 2015
Altes Nationalpark-Schild

Altes Nationalpark-Schild | © LKN-SH

„Mit uns für das Watt“ – unter diesem Motto findet am 4.März 2015 im Christian-Jensen-Kolleg im nordfriesischen Breklum eine Tagung zur Geschichte des Naturschutzes im Wattenmeer statt. Sie bildet die vorläufige Bilanz eines seit 2012
laufenden Zeitzeugenprojektes der Justus-Liebig Universität Gießen (JLU), der Schutzstation Wattenmeer und der Nationalparkverwaltung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Naturschutzaktivisten der 1950er und -60er Jahre, Protagonisten der Auseinandersetzungen um die  Vordeichungen in den 1970er und -80er Jahren, Akteure der Entwicklung hin zum Nationalpark und Weltnaturerbe – sie alle werden dabei zu Wort kommen.

Im dreißigsten Jahr des Bestehens des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist eine solche Erinnerungskultur nach Überzeugung der Initiatoren sinnvoll und nötig. Die Akteurinnen und Akteure der frühen Jahre sollen gehörten werden, um ihre Erfahrungen zu dokumentieren und für die zukünftige Entwicklung zu bedenken.

Im Verlauf des von der BINGO Umweltlotterie geförderten Zeitzeugenprojektes wurden über 40 Personen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Dänemark und den Niederlanden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
Universität Gießen besucht und interviewt. Die Interviews wurden durch Archiv- und Quellenrecherchen ergänzt. Hierbei stellte besonders die Schutzstation Wattenmeer umfangreiches Material zur Verfügung.

Bei der ganztägigen Veranstaltung am 4. März werden die Ergebnisse der bisherigen Recherchen vorgestellt. Die Bremer Umwelthistorikerin Anna-Katharina Wöbse wird die Geschichte der internationalen Zusammenarbeit im Wattenmeerschutz beleuchten. Jens Enemark, der bis 2014 das Wattenmeersekretariat leitete, wird diesen Vortrag mit einem Statement ergänzen.

Das Ehrenamt und seine Bedeutung für die Gründung der Nationalparks im schleswig-holsteinischen und niedersächsischen Wattenmeer werden dann in einem gemeinsamen Vortrag von Hans-Werner Frohn von der Stiftung
Naturschutzgeschichte (Königswinter) und Hans-Peter Ziemek (JLU Gießen) diskutiert. Kommentieren werden diesen Vortrag Hans-Otto Meier (Ältestenrat der Schutzstation Wattenmeer), Karsten Reise vom Alfred Wegener Institut in List/Sylt und Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut. Nach der Mittagspause lädt dann Jans-Peter Ziemek in mehreren Gesprächsrunden Zeitzeugen ein, sich zu erinnern und auch mit ehemaligen Gegnern über die gemeinsamen Erfahrungen und ihre Botschaften für die Zukunft zu sprechen.

Zu den Ergebnissen des Projektes und zur Dokumentation des Workshops ist ein Tagungsband geplant, der in der Publikationsreihe der Nationalparkverwaltung erscheinen wird. Am Veranstaltungstag wird außerdem ein Teil der Wanderausstellung der Schutzstation Wattenmeer zu sehen sein, der sich mit der inzwischen 50-jährigen Geschichte des Vereins auseinandersetzt. Außerdem wird der Ältestenrat der Schutzstation Wattenmeer sein Projekt für eine große Chronik des Vereins vorstellen.

Die Tagung beginnt um 10 Uhr und endet gegen 16 Uhr. Die Teilnahmegebühr beträgt 15 Euro. Anmeldungen sind per mail, Fax, postalisch oder telefonisch über folgende Adresse möglich: Institut für Biologiedidaktik, z.Hd. Heike Semmler, Karl-Glöckner-Str.21c, 35394 Gießen,  Fax (0641 9935509) oder Telefon (0641 9935501), E-Mail ( ).