Idee

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1872 wurde der Yellowstone National Park in den Vereinigten Staaten gegründet. Heute gibt es weltweit rund 4.000 Nationalparks. Ihnen liegt dieselbe Idee zu Grunde: die Natur hat Vorrang und soll sich ungestört entwickeln.
Sonnenuntergang am Nationalpark Wattenmeer

Die Nationalpark-Idee wurde im Angesicht überwältigender Naturschönheiten geboren. | © Stock/LKN-SH

In Nationalparken soll sich die Natur so entwickeln können, wie sie es will. "Natur Natur sein lassen" ist das Ziel. Uns Menschen fällt es mitunter schwer, die Dinge einfach laufen zu lassen - die Natur kann es von Natur aus. Nationalparke erhalten die Evolution der biologischen Vielfalt. Sie schützen alle Lebewesen, ohne einzelne Arten besonders zu fördern.

Der Mensch wird aus den Nationalparken nicht ausgesperrt. Im Gegenteil: Überall dort wo keine Pflanzen oder Tiere gestört werden, kann und soll er Wildnis erleben. Sei es in den Fjorden Norwegens oder in den Weiten des Wattenmeeres. Er kann dort etwas über die Natur lernen, zu ihr und zu sich selbst finden und seiner Seele Frischluft schenken. 

In Mitteleuropa gibt es nur zwei Regionen die heute noch in weiten Bereichen ihrem Urzustand entsprechen: die Hochalpen und das Wattenmeer. Im Gegensatz zu anderen Naturlandschaften, etwa der sibirischen Tundra oder Kernbereichen des Amazonas-Regenwaldes, leben aber viele Menschen an ihren Rändern und Millionen Urlauber verbringen dort einige der schönsten Stunden ihres Jahres. Die Idee des "Natur Natur sein lassen" muss in unseren dicht besiedelten Regionen mit traditionellen Nutzungen und anderen Interessen abgeglichen werden. Es ist die Aufgabe der Nationalparkverwaltungen, einen für Mensch und Natur verträglichen Ausgleich zu schaffen. 

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