Dezember 2012

Dezember 2012
 

Moin. Im Wattenmeer hat man einen weiten Blick, klar. Auch im Zeitlichen tut Weitblick gut, ermöglicht neue Perspektiven. Voller Hochachtung blickt man mit der Schutzstation Wattenmeer auf deren 50-jährige Geschichte zurück oder freut sich über das jetzt ausgezeichnete 40-jährige Naturschutz-Engagement eines Wahl-Amrumers. Die Wattenmeer Strategie 2100 blickt nach vorn, will das Wattenmeer dauerhaft erhalten, Naturschutz und Küstenschutz harmonisieren. Bleiben Sie uns gewogen. Ihre Nationalparkverwaltung

 
In dieser Ausgabe
Kritisch-konstruktiv

© Kritisch-konstruktiv

Johann Waller (58) blickt aus Burg, tiefstes Dithmarschen, aufs Watt. 1976 rief er Gert Oetken an, um sich nach einer Zivildienststelle zu erkundigen. Der referierte über das Ringelgansproblem auf den Halligen und das Verhältnis der Halligleute zu den Ringelgänsen. „Johnny“ wusste gar nicht, was Ringelgänse sind, im Dithmarscher Binnenland gab es sie ja nicht. Am Ende des Telefonats war er eingestellt. Seit 2009 ist der stellvertretende Schulleiter Nachfolger Oetkens und Vorsitzer der Schutzstation Wattenmeer.

„Die Gründer der Schutzstation waren etwa zehn junge Leute zwischen 18 und 28 Jahren, junge Wilde sozusagen. Einige waren zunächst im Deutschen Jugendbund für Naturbeobachtung (DJN) aktiv gewesen, dann im Verein Jordsand. Weil sie ihre Ideen dort nicht durchsetzen konnten, gründeten sie am 4. November 1962 die Schutzstation Wattenmeer.

Im Oktober 1963 urteilten die Deutsche Sektion des Internationalen Rates für Vogelschutz (DSIRV), der Mellumrat, die Vogelwarte Helgoland, die bayerische Ornithologische Gesellschaft und der Verein Jordsand, in der Summe das damalige Establishment der deutschen Ornithologie, über den neuen Verein:
„Die sogenannte „Schutzstation Wattenmeer, im folgenden „Sch.W.“ genannt, und ihre Vertreter lassen in ihren Arbeitsmethoden Mangel an der erforderlicher Sachkenntnis erkennen und zeigen ein propagandistisches und persönliches Verhalten, das weder im Natur- und Vogelschutz üblicher Gesinnung entspricht noch als eine geeignete Methode zur Erreichung von Naturschutzzielen anerkannt werden kann.“
Dieser Beschluss wurde 1969 zurückgenommen und in den 1980er Jahren wurde die Schutzstation dann auch ordentliches Mitglied des DSIRV.

Die Gründungsmotivation war klar: Weg vom lokalen Naturschutz auf einzelnen Vogelinseln, hin zu einem großräumigen Naturschutz, der sich nicht auf das Konservieren beschränken sollte. Dafür wollte man auch politisch aktiv werden. Der junge Verein machte mit seiner Denkschrift „Großreservat Halligmeer“ bald in der Presse von sich reden. Darin beschrieb er ein großes Schutzgebiet zwischen Sylt und Eiderstedt. Amtlicherseits ernteten wir zwar Wohlwollen, eine echte Entwicklung zu einer großflächigen Schutzgebietsausweisung gab es zunächst aber nicht. Unser Verein musste lange Zeit gegen erhebliche Widerstände ankämpfen, weil viele Mitglieder keine betulichen Vogelgucker waren, sondern mit politischen Forderungen „nervten“.

Wir waren von Beginn an überzeugt, dass Meinungsbildung auch auf dem Weg des pädagogischen Naturschutzes erfolgen muss. Damals, der Tourismus wurde immer stärker, gab es Bestrebungen, die Gebiete dichtzumachen und die Menschen rauszuhalten. Wir wollten die Menschen aber – soweit es der Schutz zuließ – in die Gebiete mitnehmen, weil wir überzeugt waren, dass Leute, die diese Gebiete schätzen lernen, auch bereit sind, Einschränkungen hinzunehmen. Wir wollten die Menschen für das Wattenmeer begeistern und ihnen dabei erklären, dass der Wattenmeer- und Nordseeschutz weit entfernt von der Küste, in ihrer Heimat, beginnen muss. Mit unserer Wanderausstellung und Diavorträgen sind wir damals schon ins Binnenland gegangen und waren bis in die Schweiz unterwegs. Diese Bildungsarbeit war damals ein neuer Ansatz im Naturschutz und ist bis heute eine Säule unserer Tätigkeit. Jährlich machen wir rund 3.000 Wattexkursionen mit über 70.000 Teilnehmern, das sind 58 % aller derartigen Veranstaltungen im Nationalpark.

Der 1972 auch im Umweltschutz eingerichtete Zivildienst war dann ein Glücksfall für uns. Bis dahin hatten die Vereinsmitglieder die gesamte Betreuung der Schutzgebiete während ihrer Urlaube gemacht und alle Urlaube immer daraufhin abgestimmt. Das war schon schwierig, denn die Gründungsväter hatten ja inzwischen auch eigene Familien. Nun kamen in den kommenden 38 Jahren insgesamt mehr als 1.000 Zivis!

Die zweite Säule unserer Arbeit ist die Betreuung, also die klassische Naturschutzarbeit. Die Schutzstation betreut heute etwa 3/4 der gesamten Nationalparkfläche. Von Sylt bis Friedrichskoog unterhalten wir 20 Stationen mit – je nach Saison – bis zu 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, davon 16 hauptamtlichen. Nach dem Ende des Zivildienstes 2011 arbeiten jetzt jährlich etwa 25 Männer und Frauen im Bundesfreiwilligendienst bei uns und 15 junge Menschen machen hier ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr. Zusammen mit vielen weiteren freiwilligen Helfern – meist studentische Praktikanten – kontrollieren sie die Gebiete und beteiligen sich an regelmäßigen Strand- und Spülsaumkontrollen, Brut- und Rastvogelzählungen oder anderen Umweltbeobachtungsprogrammen. Mit den umfangreichen Daten haben wir, die Nationalparkverwaltung oder andere dann gute Argumente für noch bessere Schutzmaßnahmen.

Die dritte Säule der Schutzstation ist die Lobbyarbeit. Wenn ich mich mit einem Bürgermeister austausche, ist das natürlich schon Lobbyarbeit. Und das ist es auch, wenn der Umweltminister oder der Ministerpräsident kommt, wenn auch auf einer anderen Ebene. Sie setzt sich fort durch unsere Vertreter in den Nationalparkkuratorien und Symposien bis hin zum Ausschuss des Bundesfamilienministeriums, wenn es um Fragen des Bundesfreiwilligendienstes geht. Um unsere Sichtweisen möglichst vielen bekannt zu machen, betreiben wir eine intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. So können Gedanken zu Überzeugungen reifen.

1968 gab es erste Erfolge mit der Unterschutzstellung der Außensände zwischen Sylt und Eiderstedt. 1974 wurde dann das Naturschutzgebiet Nordfriesisches Wattenmeer ausgewiesen. Unsere größten, mit anderen gemeinsam errungenen Erfolge waren schließlich die Einrichtung des Nationalparks 1985 und die Auszeichnung zum Weltnaturerbe.

Nach der Einrichtung des Nationalparks fragte sich manch einer, ob die Existenz unseres Vereins noch notwendig sei. Denn unser Ziel, das Wattenmeer großräumig und dauerhaft zu schützen, hatten wir ja – inzwischen sogar welterbegekrönt – erreicht. Mehr wäre gar nicht möglich gewesen. Heute sehen wir es als eine wichtige Aufgabe, die Arbeit der Verwaltung und anderer Einrichtungen kritisch-konstruktiv zu begleiten und darauf zu achten, dass die Titel Nationalpark und Weltnaturerbe mit den richtigen Inhalten gefüllt werden.

Die Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer e.V. hat 170 Mitglieder und rund 2000 Förderer. Um Mitglied zu werden, musste man früher schriftlich erläutern, wie man den Verein aktiv unterstützen wollte und sich dann auch wirklich engagieren. So wollte man erreichen, dass die Geschicke des Vereins nur von Menschen geleitet werden, die die Vereinsarbeit von der Praxis her kennen. Diese Hürden bestehen in der Form heute nicht mehr. Der Vorsitzende heißt „Vorsitzer“. Die Gründer wollten damit verdeutlichen, dass er – wie beim DJN – Erster unter Gleichen ist.

Unsere große, offizielle Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen der Schutzstation findet im Anschluss an die Eröffnung der Ringelganstage am 20. April auf Hooge statt. Vermutlich im November 2013 wird es in Kooperation mit dem Gemeinsamen Wattenmeersekretariat einen Wadden Sea Day Special in Husum geben, in dem die Rolle des ehrenamtlichen Naturschutzes in einem internationalen Zusammenhang beleuchtet werden soll. Um uns auf unser Jubiläumsjahr einzustimmen, haben wir vor kurzem bereits im Kreis der Mitglieder gefeiert. Prof. Dr. Hans-Peter Ziemek hat unserer Geschichte dafür in Archiven und Interviews nachgespürt und das erste halbe Jahrhundert Schutzstation in einer eindrucksvollen Chronik nachgezeichnet.

Zum hundertsten Geburtstag wünsche ich der Schutzstation, dass es uns überhaupt noch gibt, dass unser Name – trotz Klimawandel – noch einen Inhalt hat und es immer noch ein echtes Wattenmeer gibt, das nicht beim Anstieg des Meeresspiegels untergegangen ist. Und dass unsere Mischung aus ideenvoller Sacharbeit und freundschaftlichem Miteinander fortdauert. Es wäre wunderbar, wenn wir das weitere 50 Jahre erhalten könnten.“

Liebe Schutzstation: ALLE Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Nationalparkverwaltung gratulieren euch ganz herzlich zum Jubiläum! Bitte weiter so!

 
 
Strategie Wattenmeer 2100

© Strategie Wattenmeer 2100

Das schleswig-holsteinische Wattenmeer ist einer der wertvollsten Lebensräume weltweit – als Nationalpark geschützt und als Weltnaturerbe anerkannt. Mit seinen Inseln und Halligen, den Sänden und den trockenfallenden Wattflächen sorgt dieses Gebiet zugleich dafür, dass ein Großteil der von der Nordsee eingetragenen Seegangs- und Strömungsenergie vor Erreichen der Küstenlinie umgewandelt und dadurch die Belastung der Küste bei Sturmfluten erheblich reduziert wird. Bisher ist es gelungen, mit Maßnahmen wie Sandvorspülungen, Entwicklung des Vorlandes, Damm- und Deckwerksbau die Küste zu schützen, ohne dass die ökologische Bedeutung des Lebensraumes Wattenmeer gravierend beeinträchtigt wurde. Durch die globale Erderwärmung, den damit verbundenen beschleunigten Meeresspiegelanstieg und den Anstieg der Wassertemperaturen besteht die Sorge, dass dieser einmalige Lebensraum existenziell bedroht ist. Wissenschaftler projizieren bis zum Jahr 2100 einen Anstieg des Meeresspiegels in unseren Breiten von 0,2 bis 1,4 m. Entlang der unmittelbaren Küstenlinie kann man einem solchen Meeresspiegelanstieg technisch begegnen, beispielsweise durch Deiche, bei denen Klimazuschläge und Baureserven gleich eingeplant sind, oder durch umfangreichere Sandvorspülungen vor den sandigen Küsten. Ob aber das Küstenvorfeld diesem verstärkten Meeresspiegelanstieg widerstehen kann, der sich insbesondere in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts auswirken wird, ist unsicher.

Das Wattenmeer kann in begrenztem Maße mit dem Meeresspiegel mitwachsen, indem bei tide- und wetterbedingten Überflutungen Sedimente dauerhaft abgelagert werden oder auf den sandigen Inseln durch den Wind Vordünen aufgebaut werden und anwachsen. Doch es gibt viele offene Fragen: Wo sind die Grenzen für die Fähigkeit des Wattenmeeres zum Mitwachsen bei einer zu großen Geschwindigkeit des Meeresspiegelanstieges? Führt dies zu verstärkten Ausräumungen – flächenhaft oder in den Wattrinnen bzw. den umströmten Bereichen von Inseln und Halligen? Aus welchen Quellen speist sich der Sedimentnachschub? Steht für ein Mitwachsen der Wattflächen und Halligen genügend Sediment zur Verfügung? Wird sich die West-Ost-Verlagerung der sandigen Bereiche, insbesondere der Außensände, beschleunigen? Werden sich neue seebürtige Sände bilden können oder Sände wieder untergehen? Welche Auswirkung hat der Anstieg der Wassertemperatur? Wie entwickeln sich die wertgebenden Lebensraumtypen, beispielsweise Watt, Muschelbänke, Salzwiesen, Dünen und Sandbänke? Welche Ökosystemfunktionen in regionalem, in Wattenmeer-weitem oder auch globalem Maßstab (Drehscheibe des Vogelzuges) kann das Wattenmeer zukünftig erfüllen?

Dies zu erforschen wird auch Voraussetzung dafür sein, dass die notwendigen Maßnahmen zum Schutz und Erhalt des Wattenmeeres mit seinen vielfältigen Funktionen abgeleitet werden können. Dabei kommt es auf ein gemeinsames Verständnis des Natur- und Küstenschutzes und gemeinsame Kriterien zur Bewertung der Veränderung des Wattenmeeres an. Hierauf aufbauend soll eine Strategie als Grundlage für die zukünftigen Aufgaben und Maßnahmen des Naturschutzes und des Küstenschutzes entwickelt werden. Gemeinsames Ziel von Naturschutz und Küstenschutz muss es sein, das Wattenmeer in seiner Einzigartigkeit zu erhalten – auch angesichts des Klimawandels. Bei den zu entwickelnden Maßnahmen hat der Anspruch der Küstenbewohner an ihre Sicherheit Vorrang, die Maßnahmen sollen aber mit der Vision des Wattenmeerschutzes „Natur Natur sein lassen“ so weit wie möglich abgeglichen werden.

Die Strategie wird unter Leitung der Umweltministeriums von einer Projektgruppe und einem Beirat erarbeitet, in dem Küstenkreise, Insel-und Halligkonferenz, Naturschutz- und Tourismusverbände, Fachwissenschaftler sowie der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz vertreten sind. Bis Juli 2014 soll die Grundkonzeption fertig sein, Ende 2014 soll das Kieler Kabinett die Strategie verabschieden. Die Strategie Wattenmeer 2100 wird dann Grundlage für je einen Fach- und einen Managementplan Wattenmeer sein. Beide sollen die Vorhaben des Küsten- und Naturschutzes präzisieren.

 
 
Vogeltagung

© Vogeltagung

Von 26 Brut- und 35 Rastvogelarten beherbergen die Wattenmeer-Nationalparke international bedeutende Bestandsanteile. Bei fast der Hälfte der hier brütenden und rastenden Arten sind die Bestände allerdings seit Jahren rückläufig. Die Gründe sind komplex, in vielen Fällen unbekannt. In 24 Vorträgen wurde 170 Vogelkundlern, Wissenschaftlern und Naturschützern beim 9. See- und Küstenvogelkolloquium im Erlebniszentrum Naturgewalten in List eine Zusammenschau des aktuellen Küstenvogel-Wissens geboten, oft erhellend, mitunter neue Fragen aufwerfend.

Vielen neu war die Erkenntnis, dass die in Sibirien beheimateten Knutts nur in einem kleinen Bereich im Dithmarscher Watt vorkommen, dort, wo sie Baltische Tellmuscheln finden. Die in Grönland oder Kanada brütenden Knutts halten sich dagegen im nordfriesischen Wattenmeer auf und ernähren sich dort von Herzmuscheln und Wattschnecken. Auch bei Brandgänsen gibt es Neues: der mehrjährige Rückgang ihrer Mauserbestände im Dithmarschen spiegelt keine Bestandsabnahme wider, sondern kann durch neue Mauservorkommen im niederländischen Wattenmeer erklärt werden, wo bis zu 77.000 Brandgänse gezählt wurden. Die Teilnehmer erfuhren zudem, welche Ziele ein Beweidungsexperiment auf der Hamburger Hallig verfolgt, warum die Heringsmöwen auf Amrum kaum erfolgreich brüten (andere Heringsmöwen fressen ihre Küken), wie es um Lachseeschwalbe (schlecht) und Seeregenpfeifer (geht so) steht, wo Trauerenten vorkommen (einzelne Spots v.a. 20 km westlich Sylts) und dass in manchen Kolonien mehr Küken überleben würden, wenn Lahnungen anders gebaut werden (Durchlässe schaffen).

Veranstalter des Kolloquiums war die Arbeitsgemeinschaft Seevogelschutz, die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holstein, das Erlebniszentrum Naturgewalten und die Nationalparkverwaltung. Das nächste Kolloquium findet im Herbst 2014 an der niedersächsischen Nordseeküste statt.

 
 
Tourismustagung

© Tourismustagung

Die besten Ideen, die in den Internetauftritten der 45 marinen Weltnaturerbestätten auf unserer Erde entdeckt wurden, präsentierte die Fachhochschule Westküste bei der 10. Fachtagung „Naturerlebnis im touristischen Angebot“. 160 Interessierte aus den Bereichen Tourismus, Naturschutz und Bildung nahmen daran teil. „Die Veranstaltung fördert den intensiven Austausch und hilft uns, hochwertige Angebote für das Weltnaturerbe Wattenmeer zu entwickeln und die Region stärker zu profilieren“, betonte Constanze Höfinghoff, Geschäftsführerin des Nordsee-Tourismus-Service (NTS) und Moderatorin der Veranstaltung. Detlef Hansen, Leiter derNationalparkverwaltung, stellte aktuelle Entwicklungen im Nationalpark vor. Seine Mitarbeiterin Christiane Gätje schilderte gemeinsam mit Anja Szczesinski vom WWF und Maike Walter vom NTS ihre Eindrücke vom Besuch des Weltnaturerbes Jurassic Coast in England. Harald Marencic vom Gemeinsamen Wattenmeersekretariat informierte über die Kommunikations- und Marketingaktivitäten für das Weltnaturerbe, die über das trilaterale EU-Projekt PROWAD finanziert werden. In den Veranstaltungspausen konnten sich die Teilnehmenden vom „Markt der Möglichkeiten“ beeindrucken lassen.

Veranstalter dieser praxisorientierten Tagung waren die NTS, Dithmarschen Tourismus, das Institut für Management und Tourismus der Fachhochschule Westküste, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland, das Interreg IVa Projekt „Tourismus an der Nordseeküste“ und die Nationalparkverwaltung Tönning.

 
 
Ausgezeichnet

© Ausgezeichnet

„In Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Dienste verleihe ich Herrn Dieter Kalisch, Hamburg, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“, so steht es auf der von Bundespräsident Joachim Gauck unterzeichneten Verleihungsurkunde. Schleswig-Holsteins stellvertretender Ministerpräsident und Umweltminister Robert Habeck überreichte sie in einer kleinen Feierstunde in der Staatskanzlei und brachte die Medaille dabei gleich an der richtigen Stelle an: Direkt neben dem Jordsand-Austernfischer, dort wo das Herz des Naturschützers schlägt. Seit über 40 Jahren schlägt es für die Amrumer Odde. Seitdem engagiert sich Dieter Kalisch für das Naturschutzgebiet auf Amrums Nordspitze. Er betreut es für den Verein Jordsand, macht regelmäßig Vogelführungen, setzt oder erneuert Absperrungen, zählt Brut- und Rastvögel, kontrolliert den Spülsaum, beteiligt sich an wissenschaftlichen Projekten wie der Möwenberingung, hält die Hütte schier und in Schuss. Mit Insulanern und anderen Naturschützern arbeitet er bestens zusammen, sein praktisches Wirken reicht bis in die Kommunalpolitik.

Wunderbar, dass ausgezeichnete Arbeit so ausgezeichnet wird. Herzlichen Glückwunsch, Dieter!!

 
 
Bücher
 
Chronik Schutzstation

©Chronik Schutzstation

Eine Chronik über einen seit 50 Jahren bestehenden Verein muss nicht unbedingt lesenswert sein. Diese ist es. Man legt sie nach 64 Seiten aus der Hand und denkt „Donnerwetter!“. Was und wie die Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer e.V., der größte im deutschen Wattenmeer tätige Naturschutzverein, gearbeitet hat, verlangt Hochachtung. Zusammengetragen hat es der Gießener Biologie-Didaktiker Prof. Hans-Peter Ziemek. Beim Durchforsten von Archiven in Kellern und auf Dachböden, beim Sichten von Protokollen, Briefen und Broschüren sowie vielen stundenlangen Zeitzeugen-Interviews wurde er zum Kenner der Schutzstation. Seine erzählende Art nimmt den Leser an die Hand und führt ihn durch ein halbes Jahrhundert Naturschutzgeschichte. Man schmunzelt über Historisches: Die von Greenpeace gerügte Schuttenfrisur von Lothar Koch (mit Bild!), die von einem Zivi 1973 beklagte Selbstentzündung offener, unangenehme Gerüche verbreitender Mülldeponien auf Föhr oder Punkt 4 des Gründungsprotokolls: „Mit zwei Flaschen Rotwein wird auf das Bestehen der Gesellschaft angestoßen.“ Köstlich.

50 Jahre ehrenamtliches Engagement für das Weltnaturerbe. Chronik der Schutzstation Wattenmeer, 64 Seiten, A4, broschiert. Gegen Spende erhältlich in der Geschäftsstelle der Schutzstation Wattenmeer, Hafenstraße 3, 25813 Husum, Telefon 04841 668530, .

Wattenmeer-Kalender

©Wattenmeer-Kalender

Winterdepression kennt man seit der Antike: kurze, graue Tage resultieren in bedrückter Stimmung. Der Wunsch, länger im Bett zu bleiben, nimmt zu und der Appetit auf Süßigkeiten, vielleicht legt man Winterspeck an. Was hilft? Frühsport, Vitamin D oder Lichttherapie. Für Letztere gibt es nun eine besonders angenehme Darreichungsform: Der großformatige Kalender „Weltnaturerbe Nationalpark Wattenmeer“ von Martin Stock präsentiert 12 sonnige, farbleuchtende Szenen, die das Gemüt erhellen. Die Bilder von Watt, Wasser und Weite zeigen, dass es hinterm Horizont weitergeht. So kann man sich auf das Kommende freuen.

Martin Stock: Nationalpark Wattenmeer 2013, Kalender, 13 Seiten, 47 x 46 cm, Eiland Verlag, 23,80 €.

 
 
Dies & Das
 
StudyUp Award

Für ihre Bachelorarbeit "Vegetationsveränderungen in Salzwiesen der Hamburger Hallig in Abhängigkeit von Beweidungsintensität, Sedimentation und Meeresspiegelanstieg in Kooperation mit LKN-SH" hat Wiebke Meyer den StudyUp Award der Hochschule Osnabrück erhalten. Er wird jährlich von der Dr. Gustav Bauckloh Stiftung vergeben. In der Nationalparkverwaltung wurde sie von Dr. Martin Stock betreut. Die Nationalparkverwaltung gratuliert Wiebke Meyer zum Erfolg!