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Liebe Leserinnen und Leser, ein authentischer Wattenmeer-Sommer geht zur Neige und die frischen Morgenstunden lassen erahnen, dass der Herbst Einzug hält. Mit dieser Ausgabe wollen wir ihm noch einmal nachfühlen, dem Sommer, und werfen einen Blick auf die Ereignisse der vergangenen Wochen. Und, ja, die Tage werden kürzer. Und kühler. Aber auch bunter und nicht mit weniger tollen Veranstaltungen im Nationalpark gefüllt. So steht beispielsweise der Westküsten-Vogelkiek an oder der Inselabend in der Biosphäre Pellworm. Und auch unser Themenjahr „40 Jahre Nationalpark – jung, wild und dynamisch“ werden wir im letzten Drittel des Jahres noch gebührend würdigen. Wir halten Sie auf dem Laufenden und wünschen nun viel Freude und Wohlbefinden beim Lesen der September-Nachrichten.
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Foto: Oliver Franke / LKN.SH
Westküsten-Vogelkiek
Jedes Jahr bestaunen Einheimische, Gäste und Fachleute die riesigen Vogelschwärme, die rastend oder brütend im Nationalpark landen. Mit den Ringelganstagen im Frühjahr und dem Westküsten-Vogelkiek jetzt im Herbst feiern wir dieses Naturschauspiel. Erleben Sie den Zauber des herbstlichen Vogelzugs beim Westküsten-Vogelkiek vom 26. September bis 5. Oktober 2025! Millionen Zugvögel rasten im Weltnaturerbe Wattenmeer – ein unvergessliches Schauspiel für Naturbegeisterte. Alle Interessierten können sich auf spannende Exkursionen und Beobachtungstouren freuen, begleitet von fachkundigen Expert*innen, die ihr Wissen anschaulich teilen. Ob in kleiner Gruppe, bei einer geführten Wanderung oder mit Fernglas an den Rastplätzen – dieses Naturereignis macht das Wattenmeer auf vielfältige Weise erlebbar, wie es ist: jung, wild und dynamisch. |
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Foto: Thomas Diedrichsen
Erneute Walstrandung
Ende August strandete ein lebender Wal auf Sylt. Der 3,8 Meter lange Meeressäuger, aus der Familie der Schnabelwale, wurde Tage zuvor schwimmend gesichtet, bevor er im Watt bei Munkmarsch strandete. Das sehr junge Tier war hochgradig abgemagert und wies einen schlechten Allgemeinzustand auf. Nach Rücksprache mit Expert*innen des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Tierärztlichen Hochschule Hannover und nach Genehmigung durch die oberste Artenschutzbehörde im schleswig-holsteinischen Umweltministerium (MEKUN) konnte ein Seehundjäger den Wal vor Ort von seinen Leiden erlösen. Das ITAW hat den Walkörper eingehend untersucht; die Ergebnisse stehen noch aus. Britta Diederichs, zuständige Fachbereichsleiterin in der Nationalparkverwaltung, koordinierte den Einsatz und lobt: „Vielen Dank allen Beteiligten für die umsichtige und engagierte Zusammenarbeit“. |
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Foto: Christian Wiedemann / LKN.SH
Seevogelmonitoring
Zwischen Watt und den offenen Gewässern der Nordsee fand im Juli eine Seevogelmonitoring-Fahrt statt: Im Auftrag der Nationalparkverwaltung erfasste der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) per Schiff Seeschwalben in der Nachbrutzeit – stets ergänzt durch Beobachtungen anderer Seevogelarten, wie Trauerenten oder Eiderenten. Dank der unschlagbaren Ortskenntnis der Crew der „Odin“ gelang die Fahrt durch schwieriges Fahrwasser im Wattenmeer. Besonders zahlreich waren Fluss- und Küstenseeschwalben, während Brand- und Zwergseeschwalben nur vereinzelt zu sehen waren, was zumindest bei Zwergseeschwalben aber normal ist. Im Bereich der äußeren Elbemündung boten große Jagdgemeinschaften von Seevögeln ein eindrucksvolles Schauspiel. |
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Foto: J. Bursch / KTS Pellworm
Pellwormer Inselabend
Am Donnerstag, den 18. September, lädt der Fremdenverkehrsverein auf Pellworm zum stimmungsvollen Inselabend ein! Ab 15 Uhr verwandelt sich die Dorfstraße in Tammensiel in eine lebendige Marktmeile mit regionalen Spezialitäten und Kunsthandwerk von einheimischen Anbieter*innen – ganz im Sinne der Biosphäre. Die Geschäfte der Einkaufsstraße laden bis 19 Uhr zum Stöbern ein. Auf der Bühne erwartet die Gäste ein abwechslungsreiches Programm mit Tanz und Musik. Eine Tombola mit attraktiven Preisen rundet das Fest ab. In der „Late Night Zone“ bis 22 Uhr klingt der Abend entspannt aus – bequem mit Rückfahrt über die Spätfähre um 22:15 Uhr. |
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Foto: Michael Kruse / LKN.SH
Herzlichen Glückwunsch!
In diesem Jahr feiert auch die Seehundstation Friedrichskoog, die einzige vom Land zugelassene Aufzuchtstation, ihr 40jähriges Bestehen. Staatssekretärin Katja Günther und Dithmarschens Landrat Thorben Schütt begrüßten und gratulierten auf dem offiziellen Festakt am 5. August, bei dem auch Nationalparkleiter Michael Kruse und das Nationalpark-Infomobil mit den Rangern Christian Piening und Tjark Juhl zugegen waren. Neben Dauerhaltungstieren werden in der Seehundstation hilflos aufgefundene Jungtiere gesund gepflegt und stark gemacht für ein Leben in der Wildnis Wattenmeer. So auch Heddies: Er war der erste männliche Heuler der Saison, als er Ende Mai eingeliefert wurde. Anfang August wilderten die Fachleute aus Friedrichskoog den jungen Seehund erfolgreich aus. Durch die Namensgebung erinnert die Seehundstation, die auch langjähriger Nationalpark-Partner ist, an den ersten Leiter des Nationalparks Friedrich Heddies Andresen. |
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Foto: Ralf Reinmuth / Küstenfocus
Vielfältig und stark
Das Netzwerk für Natur und Tourismus im Nationalpark wächst weiter: Zehn neue Betriebe wurden jetzt als offizielle Partner des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer aufgenommen. Damit engagieren sich inzwischen 189 Partner für das Motto „Natur Natur sein lassen“ – und zeigen, wie Naturschutz, Tourismus und Regionalentwicklung erfolgreich zusammenfinden. Von Unterkünften über Tourismusorganisationen bis zu Gemeinden und Naturschutzverbänden: Die Vielfalt stärkt das Netzwerk in der gesamten Nationalpark-Region. Partner verpflichten sich zu nachhaltigem Wirtschaften und profitieren von gemeinsamer Sichtbarkeit, Wissenstransfer und Austausch. Damit sind sie wichtige Botschafter für den Nationalpark – und tragen dazu bei, Gäste für das Weltnaturerbe Wattenmeer zu begeistern. |
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Foto: Anneliese Smuda / LKN.SH
Behausungen
Vor der Kulisse des Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum ist seit Kurzem ein ungewöhnliches Kunstprojekt zu sehen: Der Landschaftskünstler Wolfgang Buntrock schuf auf dem Außengelände gemeinsam mit Georg Bischoff die Skulpturenreihe „Behausungen“. Schon von der Eider-Brücke bei Tönning sichtbar, ziehen die fünf Meter hohen Objekte die Blicke auf sich. Aus Strandgut, Treibholz und Meeresmüll gefertigt, verbinden sie künstlerische Ästhetik mit einer Botschaft für Umweltbewusstsein. Das robuste Eichenkernholz sorgt dafür, dass die Werke Wind und Wetter an der Nordsee standhalten. Ein Highlight für Buntrock, der das Projekt als Meilenstein seiner künstlerischen Laufbahn bezeichnet. Für das Nationalpark-Zentrum bedeutet das Projekt zugleich eine bereichernde Ergänzung seiner Bildungsangebote, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit Meeresmüll. |
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Foto: Martin Stock / LKN.SH
Gespräche in Westerhever
Am 28. Juli 2025 besuchte der Kieler Umweltminister Tobias Goldschmidt zusammen mit Alexander Bonde, dem Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die Nationalpark-Station am Leuchtturm Westerhever. Der Besuch fand im Zusammenhang mit dem Meeresschutz und der Nationalparkbetreuung statt und wurde unter anderem von Michael Kruse, Leiter der Nationalparkverwaltung und Harald Förster, dem Geschäftsführer der Schutzstation Wattenmeer, begleitet. Dabei ging es um den Schutz der Natur im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und im Küstenmeer. Besprochen wurde unter anderem die Förderung konkreter Naturschutzprojekte mit Mitteln aus Ausgleichszahlungen für den Ausbau der Offshore-Windenergie, wofür jährlich etwa 10 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. |
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Foto: Christian Wiedemann / LKN.SH
Gemeinsame Kuratoriumssitzung
40 Jahre Nationalpark Wattenmeer – ein Jubiläum, das die besondere Verbindung von Natur und Region sichtbar macht. Seit 1985 schützt der Nationalpark die einzigartige Landschaft zwischen Ebbe und Flut und ist zugleich ein Beispiel dafür, wie Dialog und Ausgleich zwischen Mensch und Natur gelingen können. In Nordfriesland und Dithmarschen würdigten die Nationalpark-Kuratorien gemeinsam mit Umweltminister Tobias Goldschmidt das Erfolgsmodell an der Westküste. Dank des Einsatzes vieler Engagierter genießt der Nationalpark hohe Akzeptanz und ist zu einem Weltvorbild für Naturschutz und regionale Zusammenarbeit geworden. 2025 wird das Jubiläum mit vielfältigen Veranstaltungen gefeiert. |
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Foto: Christian Fischer / LKN.SH
A race we must win
Einmal mit dem Segelschiff um die ganze Welt – das ist das Ocean Race. Anfang August startete die europäische Ausgabe des Wettbewerbs in Kiel. Mit dabei: das Infomobil des Nationalparks und viele Ranger*innen und weitere Kolleg*innen aus der Verwaltung. Denn rund um den Start fand eine große Veranstaltung nicht nur zum Segeln, sondern auch zum Meeresschutz statt. Fast 2000 Gäste jeden Alters kamen an den Infostand des Nationalparks zum Staunen, Erleben und Lernen. Auch Nationalpark-Leiter Michael Kruse war vor Ort: „Es ist toll, mit so vielen Menschen über Meeresschutz sprechen zu können!“ Denn eines ist klar: Das Rennen um die Gesundheit der Meere ist eines, das gewonnen werden muss! |
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Foto: Marius Harlinghaus / LKN.SH
HAEDI-Festival
Das Nachhaltigkeitsfestival HÆDI in St. Peter-Ording war Ende Juli 2025 mit rund 30.000 Gästen ein großer Erfolg. Das Festival widmete sich den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und feierte außerdem den 40. Geburtstag des Nationalparks. Die Nationalparkverwaltung war sowohl personell als auch finanziell beteiligt und setzte vielfältige Aktionen zum Nationalpark-Geburtstag um. Über 1200 Gäste besuchten das Infomobil. Das Festival-Programm bot eine bunte Mischung aus Live-Musik, Street Food, Mitmach-Aktionen und Infoständen zu Klima- und Naturschutz. Besonderer Wert wurde auf Nachhaltigkeit bei der Gastronomie und der Festivalorganisation gelegt. Das HÆDI Festival vereint Umweltbewusstsein, Kultur und Gemeinschaft zu einem eindrucksvollen Erlebnis an der Nordsee. |
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Foto: privat
Kirsten Boley-Fleet geht
Wer an den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer denkt, trifft sicherlich früher oder später auf Kirsten Boley-Fleet – eine engagierte Pionierin, die seit den 80er Jahren mit ganzem Herzen für diesen einzigartigen Naturraum arbeitete und nun nach 36 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand geht. Was für eine bewegte Zeit: Salzwiesenmanagement, Ölbohrungen, dramatische Walstrandungen, komplizierte Befahrensverordnungen – und dann die technische Revolution mit den ersten Computern und der Digitalisierung. Dazu kamen Herausforderungen, wie die Miesmuschelwirtschaft oder die Erweiterung des Biosphärenreservats, denen sich Kirsten mit ansteckender Begeisterung stellte. Kirsten startete in der Ökosystemforschung, leitete viele Jahre den Bereich Nationalparkrecht und wechselte schließlich in die Öffentlichkeitsarbeit– und wurde stellvertretende Leitung des Nationalparks. Diese Vielseitigkeit zeigt, wie sehr sie das große Ganze im Blick behielt und stets bereit war, dort anzupacken, wo sie gebraucht wurde. Neben all ihrer fachlichen Expertise prägte Kirsten die Verwaltung vor allem menschlich und mit einem Sinn für Familie, der stets das ganze, große Team umschloss. Wir werden deine Ratschläge, dein enzyklopädisches Wissen und vor allem deine Art, Menschen zu begeistern und mitzunehmen, sehr vermissen. Aber wir gönnen dir den neuen Lebensabschnitt von ganzem Herzen – du hast ihn dir mehr als verdient! |
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Foto: Ocean Five Podcast
Der Nationalpark im Ocean Five Podcast
Der Nationalpark Wattenmeer feiert 40 Jahre! Im Ocean Five Podcast spricht der Host Max mit Bernd Scherer, einem Urgestein in Sachen Nationalpark, über die Anfänge, mit Janina Schrader über die Herausforderungen der Gegenwart und mit Alina Claußen über das Jubiläumsmotto „jung, wild und dynamisch“. Welche Aktionen geplant sind, warum Politiker*innen im Watt singen und was wir für den Meeresschutz lernen können, ist Thema der neuen Folge. Lauschen Sie den Geschichten der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines einzigartigen Naturraums! |
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Foto: Christian Fischer / LKN.SH
Der Nationalpark im Oktober
Der Nationalpark war den Sommer über an vielen Orten in der Region zu erleben. Im Juli stellte Nationalpark-Leiter Michael Kruse im Rahmen der diesjährigen Veranstaltungsreihe "Sommerkirche" in der Welter Kirche Erfolge und Herausforderungen des Nationalparks vor. Über 40 Gäste nahmen an der von Pastor Ralf-Thomas Knippenberg organisierten Veranstaltung teil – die anschließende Diskussion war lebendig und intensiv. Auf den Hafenfesten in Dagebüll, Husum und Meldorf waren unsere Ranger*innen vor Ort und informierten tausende Gäste am Infomobil und Ständen über den Nationalpark. Michael Kruse bedankt sich bei allen Beteiligten für die zuverlässige Abstimmung und den unermüdlichen Einsatz vor Ort: „Ihr leistet eine beeindruckende Öffentlichkeitsarbeit für ein unbezahlbares Ökosystem!“. Bis zum Ende des Jahres gibt es weitere, sehr vielfältige Erlebnisangebote rund um den 40. Geburtstag unseres Nationalparks!
Gesamtes Wattenmeer: 26. September bis 5. Oktober 2025 Westküsten-Vogelkiek
Hallig Hooge: Mittwoch, 1. Oktober 2025, 12:15 Uhr 40 Jahre Nationalpark Wattenmeer - Große Wattwanderung zum Japsand
Breklum: Donnerstag, 2. Oktober 2025, 17 Uhr bis 4. Oktober 2025, 16.00 Uhr Geht raus! Lernen im Freien und Draußenschule ist Lernen für die Zukunft
Hooge: Freitag, 3. Oktober 2025, 9:30 bis ca. 17:15 Uhr „Vogelzug in der Halligwelt“ - Tagestour mit dem Schiff zur Hallig Hooge
Dithmarschen: Samstag, 4. Oktober 2025, 9:15 bis ca. 17:45 Uhr „Auf in den Süden!“ - Bustour zu ausgewählten Vogelbeobachtungsplätzen in Dithmarschen
Beltringharder Koog: Sonntag, 5. Oktober 2025, 8 bis ca. 11:30 Uhr „Der frühe Vogel…“ - Vogelkundliche Frühexkursion mit „Vogelschnack“-Frühstück
Föhr/Wyk, Nieblum, Utersum: Donnerstag, 9. Oktober 2025, 10 bis 13 Uhr StrandGut-Aktion
Tönning: Samstag, 11. Oktober 2025, 18 Uhr Trischen - Literatur trifft Film! Mit Till Holsten (ex Vogelwart) und Jan Sohler (Naturfilmer)
Tönning, Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum: Sonntag, 12. Oktober 2025, 14 bis 17 Uhr „Coffee & Cake Quiz“ im Multimar Wattforum
Ockholmer Westerkoog: Samstag, 18. Oktober 2025, 13:30 Uhr Exkursion im Ockholmer Westerkoog
Tönning: Freitag, 24. Oktober 2025, 19 Uhr Lesung von Mathjis Deen aus “Die Lotsin”
Husum/Sylt: Samstag, 25. Oktober 2025, 8:30 bis 18:30 Uhr „Ein Tag Sylt-Natur pur“ |
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