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Liebe Leserinnen und Leser, wie schön, wenn es draußen stürmt und regnet und eigentlich gar nicht so richtig hell wird. Finden Sie nicht? Nun, da gehören Sie ganz sicher der Mehrheit an. Dabei kann es doch so gemütlich sein. Also, wenn man nicht raus muss. Diese Ausgabe ist deshalb all jenen gewidmet, die ihren Lebens- und Arbeitsalltag auch während der Sturmsaison draußen bestreiten müssen und erst abends in ihre warmen Stuben einkehren. Auf dass alle in wollige Socken schlüpfen und einen heißen Tee genießen können! Denn Wärme, Licht und was Nettes zu lesen sind doch fast wie eine innerliche Warftverstärkung im stürmischen November, oder? |
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Foto: Anne Segebade / LKN.SH
40 Jahre - 40 Erfolge
Die Arbeit der vergangenen vierzig Jahre im Nationalpark war vieles: abwechslungsreich, herausfordernd, manchmal desillusionierend, anstrengend und ganz sicher immer eines: lohnenswert! Denn durch das Engagement vieler Menschen im Nationalpark konnte viel für diesen einzigartigen und absolut schützenswerten Naturraum erreicht werden. Anlässlich des 40. Jubiläums resümieren wir, welche Erfolge zu verzeichnen sind. Unzählige Gedanken flossen in die Diskussion um diese Zusammenstellung ein. 40 Erfolge wurden ausformuliert, ohne dabei den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Wir sind stolz und freuen uns darüber, was in Gemeinschaftsarbeit über vier Jahrzehnte geleistet wurde - und packen zukünftige Herausforderungen unverzagt und frohen Mutes an! |
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Foto: Silke Ahlborn / LKN.SH
Großer Andrang
"Wiederherstellung der Natur - Gemeinsam natürlich stark" lautete das Motto des diesjährigen Landesnaturschutztages, der am 06.11.2025 in Neumünster stattfand. Die EU-Wiederherstellungsverordnung, die im letzten Jahr in Kraft getreten ist, hat zum Ziel, die Gesamtlandschaft mit allen Lebensräumen in einen besseren Zustand zu versetzen. Die etwa 1.000 (!) Teilnehmenden lernten neben den Inhalten der Verordnung auch Erfolgsfaktoren für eine gelungene Umsetzung sowie zahlreiche Praxisbeispiele kennen. Dabei wurde deutlich, dass alle Institutionen und Einrichtungen gemeinsam die Verantwortung übernehmen müssen. Die Nationalparkverwaltung war mit dem Infomobil vor Ort und freute sich gemeinsam mit den zahlreichen weiteren Ausstellern über das große Interesse an der Natur in Schleswig-Holstein! |
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Foto: Martin Stock / LKN.SH
Seegraswiesen
Tankstelle, Kinderstube, Aufwuchshilfe und ganz nebenbei auch noch Hotspot für Artenvielfalt im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer - die Rede ist von Seegraswiesen. Im Wattenmeer vor Nordfriesland befindet sich das größte zusammenhängende Seegrasvorkommen Europas. Auf dieser Fläche von etwa 16.000 Hektar kommen zwei Arten von Seegras vor: das Echte oder Gewöhnliche Seegras (Zostera marina), auch Großes Seegras genannt, sowie das Zwerg-Seegras (Zostera noltii). Beide sind, laut Roter Liste, als gefährdete Arten eingestuft. Dabei nehmen Seegraswiesen eine Schlüsselrolle für die Biodiversität ein, da sie Lebensraum, Nahrung, Versteck und - im ständig überspülten Bereich - Laichmöglichkeiten für viele Arten bieten. |
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Foto: Martin Stock / LKN.SH
Forschung für die Naturschutzpraxis
Welche Auswirkungen haben Klimawandel, Fischerei und invasiven Arten auf die Küstenökosysteme der Nationalparks Niedersächsisches und Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer? Das herauszufinden ist das Ziel von iSEAL (Integrierte sozial-ökologische Netzwerkanalyse für die transdisziplinäre Entwicklung von Indikatoren und Handlungsempfehlungen zur Reduktion anthropogener Stressoren). Die Erkenntnisse nutzen die Wissenschaftler*innen, um Konzepte für eine bessere Beurteilung des ökologischen Zustands des Wattenmeeres (weiter) zu entwickeln. Dabei arbeiten sie in nationalen und internationalen Expertengruppen zusammen. Derzeit befindet sich das Projekt in der zweiten Phase, die noch bis Ende 2027 läuft. Die dreijährige erste Phase endete im November 2024. Nun liegt der Abschlussbericht vor. |
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Foto: LKN.SH
Warftverstärkungen
Ein Ziel für die Entwicklungszone im Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist es, die Halligen und die Insel Pellworm zu schützen. Gemeint ist der Schutz von Natur, Kultur und Lebensweise. In diesem Dreiklang muss für die Sicherheit der jetzt und zukünftig dort lebenden Menschen gesorgt sein. Wichtig für die Halliggemeinden ist in dem Zusammenhang das Thema Warftverstärkung. Vergangene Sturmfluten und der zu erwartende Meeresspiegelanstieg verdeutlichen die dringende Notwendigkeit starker Warften. Im Generalplan Küstenschutz 2022 sind dazu bauliche Vorgaben festgelegt. Drei Warften sind bereits verstärkt, weitere in Planung. Die Nationalparkverwaltung (als Teil des LKN) ist bereits frühzeitig in den Planungsprozess eingebunden. |
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Foto: Freunde der Biosphäre Entlebuch
Internationaler Tag der Biosphärenreservate
Am 3. November war der Tag der Biosphärenreservate weltweit. Eine der Grundideen der Biosphärenreservate: sich als Modellregionen für Nachhaltigkeit miteinander zu vernetzen und voneinander zu lernen. Ende Oktober kam daher Besuch aus dem Schweizer Biosphärenreservat Entlebuch an das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer. Was lange geplant war, brachte Sturmtief Joshua in kürzester Zeit durcheinander. Statt Wattwanderung und Hofbesuch auf Pellworm gab es ordentlich Wind auf dem Nordstrander Klimadeich, Vorträge zur Biosphäre Pellworm in der Tourist-Information auf Nordstrand und einen windsicheren Tagesausklang im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum. Eine Gemeinsamkeit zwischen den Bergen und der Küste war schnell gefunden: Die schönsten Pläne kommen nicht gegen Naturphänomene an, ob es nun Sturmfluten sind oder Schnee und Lawinengefahr. |
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Foto: Alina Claußen / LKN.SH
Wo gehobelt wird ...
… da fallen Späne: Aufgrund verschiedener Renovierungsarbeiten im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum kann es noch den gesamten November zeitweise zu Lärm- und Staubentwicklung kommen. Verschiedene Bereiche oder Angebote in den Ausstellungen könnten davon betroffen sein und sind daher unter Umständen nur eingeschränkt nutzbar. Beispielsweise wird der Fußboden im Bereich des Shops und des Restaurants erneuert. Über die Homepage und den Instagram-Kanal des Multimars bleiben Sie aktuell informiert. Als ein Dankeschön für Ihr Verständnis gilt für die Sanierungsphase ein vergünstigter Eintritt. |
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Foto: Alina Claußen / LKN.SH
Taucher in rotweiß
Es ist mittlerweile gute Tradition, dass die Fische im Großaquarium des Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum zu Beginn der Adventszeit Besuch vom Nikolaus bekommen. Wie? Ganz einfach: Mit Taucheranzug, Atemgerät und Flossen ausgestattet, taucht er sieben Meter hinab, um den Unterwasserbewohnern Geschenke zu bringen. Diese besondere Fütterung findet am Samstag, den 6. Dezember um 14 Uhr statt und ist sicher ein Highlight für die ganze Familie. Über ein Mikrofon beantwortet der tauchende Nikolaus gerne die Fragen der großen und kleinen Zuschauer*innen. Auch die Multimar-Gäste werden mit einem Nikolausgeschenk bedacht, und zwar in Form einer attraktiven Rabattaktion: vom 1. Dezember 2025 bis zum 6. Januar 2026 kosten die Multimar-Jahreskarten nur die Hälfte des Normalpreises. |
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Foto: Solvin Zankl / LKN.SH
Platt- und Nachtgeschichten
Dwarslöper, Pisser und Tüter? Diese Bezeichnungen von Wattenmeertieren begegnen Ihnen sicherlich bei einer Führung „Multimar op Platt“. Diese besondere Veranstaltungsreihe in der dunklen Jahreszeit richtet sich vor allem an Erwachsene und wird für Kinder ab der dritten Klasse empfohlen. Mitarbeitende des Nationalparks, die mit der plattdeutschen Sprache aufgewachsen sind und sie täglich sprechen, stellen die Erlebnisausstellung authentisch und sympathisch vor. „Nordsee bei Nacht“ ist eine weitere, sehr besondere und stimmungsvolle Veranstaltungsreihe. Fachkundig begleitet, geht es durch die dunkle Ausstellung und entlang der 37 Aquarien, in denen abends das Licht ausgeknipst wird. Ruhig und dunkel wirkt alles ganz anders als tagsüber. Und in den Becken werden die scheuen, nachtaktiven Unterwasserbewohner langsam munter. |
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Foto: Martin Stock / LKN.SH
Gut, aber ...
Seit 2009 ist das Wattenmeer (zwischen Den Helder in NL und der Halbinsel Skallingen in DK) als Naturlandschaft von außergewöhnlichem, universellen Wert in die Liste „Erbe der Menschheit“ aufgenommen. Diese Ernennung ist die höchste Auszeichnung, die die Weltgemeinschaft für eine Naturlandschaft zu vergeben hat und wird regelmäßig durch die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) überprüft. In ihrem aktuellen Bericht stuft die IUCN das Wattenmeer von „Good“ auf „Good with some concerns“ herab. Als Begründung werden unter anderem hohe Bedrohungen durch Auswirkungen des Klimawandels und chemische Verschmutzung durch Industrie und Landwirtschaft aufgeführt. Für uns ist die Herabstufung gleichzeitig Warnsignal und Motivation, weiterhin alles zu tun, um unser wunderbares Weltnaturerbe bestmöglich zu schützen! |
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Foto: Roland Suikat / LKN.SH
Themenjahr 2026
Sie sind klein, sie krabbeln, fliegen, summen und brummen. Und erzeugen sicherlich nicht bei jedem gleichermaßen ein Wohlgefühl. Aber sie sind unglaublich wichtig und absolut unverzichtbar für die Vitalität eines Naturraumes: Insekten. Sie erfüllen zahlreiche Schlüsselrollen im Wattenmeer und sind beispielsweise eine wichtige Nahrungsquelle für viele Brutvogelarten oder sorgen für die Bestäubung in der Pflanzenwelt. Daher widmen wir uns im kommenden Jahr der sechsbeinigen Vielfalt im Nationalpark und nehmen die kleinen Mitbewohner (nicht nur sprichwörtlich) unter die Lupe. Freuen Sie sich auf spannende Informationen, interessante Veranstaltungen, zahlreiche Aha-Momente und faszinierende Einblicke in die Welt der Insekten. |
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Foto: Ukrainische Delegation
Besuch aus der Ukraine
Im Oktober besuchte eine Landwirtschaftsdelegation aus der südlichen Ukraine das Landesamt für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) und das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum. Die Gruppe bereiste auf Einladung des seinerzeitigen Agrarministers Werner Schwarz verschiedene Ziele in Schleswig-Holstein. Die Reise fand im Rahmen der Solidar-Partnerschaft des Landes SH mit der ukrainischen Oblast Cherson statt. Ziel war es, die Arbeit des LKN an der Westküste kennenzulernen. Der Besuch im Multimar war sicherlich eines der besonderen Highlights dieser Reise. Dank des „40 Sprachen“- Projektes erhielten die Delegierten Kurzinformationen über den Nationalpark in ihrer Landessprache. Schön, dass Sie da waren! |
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Hallo, mein Name ist Zoé Stumpf und ich bin 18 Jahre alt. Ursprünglich komme ich aus einem kleinen Städtchen in der Nähe von Köln. Aktuell mache ich meinen Bundesfreiwilligendienst in der Nationalparkverwaltung im Fachbereich Kommunikation und Nationalpark-Partner. Zu meinen Aufgaben gehört die Arbeit mit Medien, sowie die Pflege der Social-Media-Plattformen des Nationalparks. Texte verfassen und kreativ im Bereich Schreiben zu werden, ist für mich besonders schön, da ich das schon immer leidenschaftlich gerne mache. Außerdem kann ich hier eben jene Leidenschaft mit dem Naturschutz verbinden. Ich bin erst seit Anfang November hier tätig, aber ich freue mich schon sehr auf die kommende Zeit und bin gespannt, welche Aufgaben noch auf mich zukommen werden.
Foto: privat |
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Moin, ich bin Lukas Meinke, komme aus Nordfriesland und bin 20 Jahre alt. Vor meinem Freiwilligendienst habe ich mein Abitur gemacht und mich dann für einen Bundesfreiwilligendienst im Multimar Wattforum entschieden, um die Natur und Artenvielfalt hier im Wattenmeer zu schützen. Ich habe mich für das Multimar entschieden, da ich als Kind häufig dort war und mir gut vorstellen konnte, den Besuchern etwas über die Natur und die Bedeutung ihres Schutzes zu vermitteln.
Foto: privat |
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Foto: LKN.SH
Natur und Tourismus
Die diesjährige Fachtagung „Natur und Tourismus“ findet am 3. Dezember an der Fachhochschule Westküste in Heide statt. Auf dem Programm stehen das 40-jährige Jubiläum des Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und das 25-jährige Jubiläum der Nordsee-Tourismus-Service GmbH, neue Projekte aus Naturschutz und Tourismus und ein Blick in die Zukunft der Wattenmeerregion. Zukunftsforschende stellen vor, wie Zukunft gedacht werden kann und laden in Workshops ein, ihre Methoden auszuprobieren und wahrscheinliche Szenarien kennenzulernen. Die Fachtagung wird organisiert von der Nordsee-Tourismus-Service GmbH, der Fachhochschule Westküste, dem WWF Wattenmeerbüro, Dithmarschen Tourismus e.V. und dem Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Dieses Jahr beteiligt sich zudem die Schutzstation Wattenmeer. |
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Foto: Thies Hinrichsen / LKN.SH
Ein Semester draußen
Das Umweltpraktikum ist eine großartige Chance für eine Auszeit vom theoretischen Studium. Finanziert durch die Commerzbank sammeln Studierende aller Fachrichtungen Erfahrungen in den Bereichen Umweltbildung, Naturschutz und Öffentlichkeitsarbeit in Nationalparks oder Biosphärenreservaten. An diesen einzigartigen Lernorten gibt es auch die Möglichkeit, eigene Ideen und Projekte verantwortlich umzusetzen. Über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten leben die Praktikant*innen in den Großschutzgebieten und erleben den Arbeitsalltag dort hautnah mit. Auch im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer gibt es diese Möglichkeit. Bewirb dich jetzt für einen der begehrten Plätze! |
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Foto: Christian Wiedemann / LKN.SH
Unterstützer auf Bundesebene
Nach über 35 Jahren im Bundesumweltministerium blickt Marc Auer auf einen erfüllten Berufsweg zurück – geprägt von unzähligen Themen, spannenden Projekten und intensiver Zusammenarbeit. So auch im Kontext Großschutzgebiete: In den letzten 15 Jahren widmete er sich den Nationalparks und Biosphärenreservaten, dem MAB-Programm der UNESCO und internationalen Tagungen. Immer hilfsbereit und motivierend war er ein verlässlicher Ansprechpartner für uns im Bundesumweltministerium. Nun beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Dafür wünschen wir viel Zeit für schöne Naturerlebnisse in und außerhalb der Großschutzgebiete und jederzeit sehr gerne bei uns im Nationalpark und Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Alles Gute, Marc Auer! |
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Foto: Martin Kühn / LKN.SH
Jung, wild und dynamisch
Es war unglaublich viel los in diesem besonderen Nationalpark-Jahr. Dank vieler engagierter Nationalpark-Partner konnten wir eine Angebotsvielfalt anbieten, die es so geballt noch nie gegeben hat. Nun neigt sich das Jubiläumsjahr dem Ende zu. Ergreifen Sie noch einmal die Chance, eine der letzten Veranstaltungen zum 40Jahres-Motto „Jung, wild und dynamisch“ zu besuchen. Vielleicht, dick eingemummelt draußen am Watt? Oder lieber gemütlich bei Punsch und Plätzchen?
Friedrichskoog: Sonntag, 30. November 2025, 12 bis 12:45 Uhr Lesereise in der Seehundstation
Tönning: Samstag, 6. Dezember, 12 bis 14 Uhr Fischführung mit der Nationalpark-Rangerin im Multimar Wattforum Klanxbüll/Rickelsbüller Koog: Sonntag, 7. Dezember, 12:30 bis 15 Uhr Jäger und Gejagte – Greifvögel an der Westküste Husum/Dockkoog: Samstag, 13. Dezember 2025, 13:30 bis 16 Uhr „Engagiert für den Nationalpark Wattenmeer“ – Klönschnack bei Punsch und Plätzchen mit dem Förderverein Bahnhof Itzehoe bis Bahnhof Westerland: Sonntag, 28. Dezember 2025, 11:24 bis 14:04 Uhr Wattenmeerführung in der Marschbahn |
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