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Leeve Lüüd, ein Kribbeln liegt in der Luft. Und so ein Kribbeln ist doch etwas Schönes. Ein Gefühl, dass Kinder in den vergangenen Wochen ziemlich häufig verspürt haben dürften. Beim Stiefelputzen, Tannenbaumschmücken oder Silvester-Countdown zählen. Wir Erwachsenen spüren es seltener, dabei ist es doch kribbelig schön, gespannt und freudig der Dinge zu harren, die da kommen werden. Ein Kribbeln liegt in der Luft. Ist es der winterliche Zauber mit dem uns das neue Jahr überrascht hat? Oder ist es das Themenjahr 2026 „Insekten im Nationalpark“, das uns dieses Bauchgefühl beschert? Gemeinsam wollen wir die Miniatur-Wimmelwelt Wattenmeer beobachten, bestaunen und besser kennenlernen. Kommen Sie mit – es wird kribbelig schön!
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Foto: Rainer Borchadingen
Insekten machen den Großteil aller Tierarten aus und sind in fast allen Landlebensräumen zu finden. Nur auf hoher See fehlt ihnen fester Untergrund als wortwörtliche Lebensgrundlage. Aber selbst hohe Gebirgslagen und polare Gebiete beheimaten Insekten. Dabei gilt: Je extremer der Lebensraum, desto spezialisierter die Insektenarten. Auch hier im Wattenmeer gibt es Arten, die nirgendwo sonst nachgewiesen wurden. Begegnen Sie im Nationalpark-Themenjahr 2026 winzigen Weltmeistern, wie zum Beispiel Halligfliederspitzmausrüsselkäfern. Lernen Sie die Insektenwelt im Watt kennen, und staunen Sie mit uns über die kribbel- und krabbelige Vielfalt zu unseren Füßen und über unseren Köpfen. |
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Foto: Melanie Steur / Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt
Vor fast einem Jahr trieb ein toter Pottwalbulle in Hörnum auf Sylt an. Der über 14 Meter lange Meeresriese war bereits stark verwest. Nach eingehender, wissenschaftlicher Untersuchung der sterblichen Überreste wurden diese in einer Tierkörperverwertungsanlage entsorgt. Der Unterkiefer des Pottwals ist ab dem 30. Januar, fachgerecht präpariert, im Erlebniszentrum Naturgewalten auf Sylt zu bewundern. Die Gäste sehen den Originalknochen der Zahnleiste, jedoch nicht die originalen Zähne. Diese wurden durch Kunstzähne ersetzt, um Diebstahl vorzubeugen. Nach dem geplanten Umbau des Erlebniszentrums wird das Exponat 2028 in die neue Ausstellung im Themenbereich „Leben mit Naturgewalten“ integriert. Dort werden dann hinter Glas auch die Original-Zähne im Vergleich mit Zähnen anderer Meeressäuger gezeigt. |
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Foto: Christian Fischer / LKN.SH
Im Rahmen des Innovationsprogrammes Krabbenfischerei des Krabbenfischerei-Beirats Schleswig-Holstein kamen Vertreter*innen aus Krabbenfischerei, Wissenschaft, Naturschutzverbänden sowie der Fischerei- und Naturschutzverwaltungen anlässlich eines vom Thünen-Institut für Ostseefischerei organisierten Workshops an Europas größtem Strömungskanal im dänischen Hirtshals zusammen. Dieser bietet dank unterschiedlicher Strömungsgeschwindigkeiten sehr gute Bedingungen, um Veränderungen im Netzverhalten durch verschiedene Modifikationen direkt sichtbar werden zu lassen. Ideen wie Steertboje, große Maschen am Oberblatt oder das King Grid, die zu einer nachhaltigeren Krabbenfischerei beitragen können, wurden intensiv untersucht und diskutiert. Den Austausch haben alle Teilnehmenden als sehr positiv bewertet – Wiederholung erwünscht! |
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Foto: Oliver Franke / LKN.SH
Das Wattenmeer ist ein klassisches Thema im Biologie- oder Geografieunterricht. Doch Nationalpark-Schulen gehen ein Schritt weiter. Das Wattenmeer ist dort Teil des Schulalltages und findet nicht nur fächerübergreifend statt, sondern prägt das Schulleben. Ähnlich sieht es bei den Nationalpark-Kitas aus. Ende letzten Jahres feierten über 50 Vertreter*innen aus Schulen und Kitas der Region die Verlängerung ihrer Kooperation mit dem Nationalpark. Zwei unterzeichneten einen neuen Vertrag und wurden von Nationalparkleiter Michael Kruse und Programmleiterin Evelyn Schollenberger herzlich willkommen geheißen. Das lebendige Netzwerk besteht nun aus 27 Einrichtungen. „Ich bin beeindruckt, mit was für einer Begeisterung die Kita-Teams und Lehrkräfte den Nationalpark Wattenmeer in ihrer pädagogischen Arbeit aufgreifen“, freut sich Nationalparkleiter Michael Kruse. |
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Foto: Peter Warmke
Sie ist ein geheimnisvolles Wesen der Ozeane: die Sepia. Der zehnarmige Tintenfisch kann auf der Haut faszinierende Farben und Muster hervorbringen und ist so in ständiger Verwandlung. Durch die wellenartigen Bewegungen ihres Körpers scheint sie über den Meeresboden dahinzuschweben. Der nordfriesische Künstler Peter Warmke widmet einer Sepia, die in einem Aquarium im Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum lebte, eine ganze Kunstausstellung. Diese ist dort noch bis Mai im Eingangsbereich zu sehen. Seine überwiegend realistischen Bilder regen die Phantasie der Betrachtenden an und lassen sie gedanklich mit abtauchen. Die Gemälde und ein kleiner Katalog können käuflich erworben werden. |
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Foto: Nicole Neumann / LKN.SH
Den kompletten Februar haben Multiplikator*innen aus der Nationalparkregion freien Eintritt in das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum: Lehrkräfte, Erzieher*innen, Nationalpark-Partner und alle im touristischen Bereich Tätigen sind herzlich eingeladen, die interaktiven Erlebnisausstellungen in Ruhe kennenzulernen. Dieser Personenkreis hat besonders viele Berührungspunkte mit den Kindern und Gästen der Region. Daher gibt es die Möglichkeit, persönliche Erfahrungen vor Ort zu sammeln und sie weitergeben zu können. Das Multimar Wattforum in Tönning ist das größte Informationszentrum für den Nationalpark und das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer in Schleswig-Holstein. Es bildet den zentralen Baustein der Bildungsarbeit der Nationalparkverwaltung und gilt als touristischer Leuchtturm der Westküste. |
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Foto: Alina Claußen / LKN.SH
Anlässlich des traditionellen Biikebrennens am Samstag, den 21. Februar lädt das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum ab 17 Uhr zum kostenfreien Besuch der Ausstellung ein. Auf dem Außengelände können Kinder ihr eigenes Stockbrot über dem Lagerfeuer backen und sich aufwärmen. Die Feuerwehr Tönning verteilt Fackeln, mit denen gemeinsam zur Hafenspitze spaziert wird. Dort wird gegen 18.15 Uhr das große Feuer entfacht. Im Anschluss haben die Gäste des Nationalpark-Zentrums die Möglichkeit, sich (nach vorheriger telefonischer Anmeldung) am Grünkohl-Buffet satt zu essen. Die Wattenmeerausstellung bleibt währenddessen bis 21 Uhr geöffnet. |
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Foto: Martin Stock / LKN.SH
Der Verein Jordsand wählt die Zwergseeschwalbe als Seevogel des Jahres 2026. Diese kleine, strandbrütende Seeschwalbenart ist vielen Störungen und Gefahren ausgesetzt: Sommerhochwässer, wenig geeignete und ungestörte Strandabschnitte und die Verschlechterung der Nahrungsverfügbarkeit führen zu geringeren Bruterfolgen und damit zu kleiner werdenden Beständen. Ihr Vorkommen beschränkt sich mittlerweile auf wenige Gebiete an Nord- und Ostsee. Der Verein Jordsand macht mit dieser Wahl auf die Not der Zwergseeschwalbe aufmerksam. Durch das Absperren von Brutgebieten oder das Errichten von Schutzzäunen leistet der Verein einen effektiven, praktischen Beitrag für den Schutz der Zwergseeschwalben. |
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Foto: Moritz Padlat
Im Rahmen des Projektes EKOWA (Ermittlung von Kohlenstoff-Festlegungspotentialen im Wattenmeer) bereisten Fachleute aus der Nationalparkverwaltung, der BUKEA (Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft), aus dem MEKUN (Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur) und der Universität Hamburg die Salzwiesen des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Die interdisziplinäre Gruppe untersuchte im November an drei Tagen sieben Standorte, entnahm Bodenproben und führte erste Messungen durch. In den kommenden drei Jahren sollen Salzwiese, Watten und Seegraswiese bezüglich ihrer Potentiale zur Kohlenstoff-Festlegung, also Speicherung, untersucht werden. Über die Projektlaufzeit von drei Jahren wird unter anderem ermittelt, wie sich die Festlegungsraten von Kohlenstoff im Gebiet unterscheiden. |
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Moin! Ich bin Jennifer Buchner und leite seit Anfang 2026 den Fachbereich „Kommunikation und Nationalpark-Partner“ der Nationalparkverwaltung. Als gebürtige Föhrerin und Nationalpark-Wattführerin fühle ich mich dem Watt und der Region auf vielfältige Weise verbunden. Nun kann ich diese Leidenschaft mit meinem Beruf verbinden – und bringe dazu neben einem Studium der Angewandten Kulturwissenschaften über 20 Jahre Erfahrung in den Bereichen Film, Fernsehen, Marketing, Event, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mit. Ich freue mich auf neue Gesichter, regen Austausch und tolle gemeinsame Projekte mit unseren starken Nationalpark-Partnern. Ein großes Dankeschön geht an die Kolleginnen und Kollegen für den herzlichen Empfang: Ihr habt mich so wunderbar in euer engagiertes Team aufgenommen. Es ist schön, dabei zu sein. Los geht’s!
Foto: privat |
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Moin, ich bin Katharina Witte und darf seit Dezember 2025 den Fachbereich 30 der Nationalparkverwaltung im Bereich Cadenza unterstützen. Hier geht es um die Bereitstellung der (Monitoring-) Daten mit Raumbezug in digitalen, interaktiven Karten und zur Datenanalyse. Ganz besonders freue ich mich darüber, dass ein paar ehemalige Kolleginnen aus meinen Zeiten am Forschungs- und Technologiezentrum Westküste in Büsum nun wieder meine Kolleginnen sind. Und auch die Nationalparkverwaltung ist mir nicht unbekannt, da ich hier vor vielen Jahren ein Praktikum bei Jörn Kohlus im GIS-Bereich gemacht habe. In der Freizeit wie auch beruflich zieht es mich immer wieder an und in den Nationalpark Wattenmeer, und ich empfinde es als großes Privileg, so etwas Einzigartiges vor der Haustür zu haben und mich auch beruflich damit befassen zu können.
Foto: privat |
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Moin, ich bin Henrik Bossen und arbeite seit Januar im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum im Bereich Bildung. Während meines Lehramtsstudiums (Englisch und Geschichte in Kiel) habe ich in den verschiedensten Berufen Erfahrungen gesammelt: In erzieherischen Tätigkeiten, als Projektleitung für Ehrenamtskoordination und im Jugendamt der Stadt Kiel. Mir ist im Zuge dieser Beschäftigungen bewusst geworden, dass die Abwechslungen im Beruf des Lehrers nur im begrenzten Maße vorhanden sind und ich mich beruflich umorientieren wollte. In meiner neuen Position finde ich diese abwechslungsreichen Aufgabenbereiche nun auf eine beeindruckende Weise vor. Begeistert verbringe ich meine ersten Tage damit, all die Möglichkeiten und Herausforderungen der außerschulischen Bildungsarbeit kennenzulernen.
Foto: privat |
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Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
Silvia Gaus engagiert sich seit mehr als 15 Jahren ehrenamtlich für den Schutz, den Erhalt und die Weiterentwicklung des Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Zuvor war sie ein Vierteljahrhundert hauptberuflich bei der Schutzstation Wattenmeer tätig. Mit ihrer fachlichen und konsensorientierten Beharrlichkeit trug sie wesentlich zum Zusammenspiel von ehrenamtlicher und behördlicher Naturschutzarbeit bei. Mit einem globalen Blick setzt sie sich nach wie vor für die Natur vor Ort im Nationalpark ein. Um ihre unschätzbar wertvollen Verdienste zu würdigen, war sie zum Neujahrsempfang bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eingeladen. Gemeinsam mit drei weiteren ehrenamtlich aktiven Schleswig-Holsteinerinnen reiste Silvia Gaus am 9. Januar nach Berlin ins Schloss Bellevue. |
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Foto: Alexandra Schnurr / LKN.SH
In dem Podcast „Helden der Meere“ ist unsere Nationalpark-Rangerin auf Sylt, Anne Schacht, in einem informativen und unterhaltsamen Gespräch zu hören. Über etwa anderthalb Stunden spricht sie mit Podcast-Host Christian Weigand über ihre Arbeit auf der beliebten Urlaubsinsel – nicht selten ein Spagat zwischen Kontrolle, Bildungsarbeit und Vermittlung. Begeistert erzählt sie dabei über den einzigartigen Naturraum und erklärt, warum der Nationalpark so wichtig den Schutz des Gebietes ist. Ihre Empfehlung: Wer Sylt besucht, sollte unbedingt Zeit für eine naturkundliche Führung einplanen, um diesen wertvollen Lebensraum besser kennenzulernen! Das Gespräch wurde im Erlebniszentrum Naturgewalten aufgezeichnet. |
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Martin Stock / LKN.SH
Tönnings Altbürgermeister Gerhard Bittner verstarb an Heiligabend. Ohne sein Engagement gäbe es das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in seiner heutigen Form nicht. Als amtierender Bürgermeister einer kleinen Stadt an der Eidermündung nutzte er – unabhängig von Parteigrenzen – seine Kontakte, seinen Mut und seine Überzeugungskraft, um die Finanzierung dieses besonderen Projekts auf den Weg zu bringen. So legte er den Grundstein dafür, dass unsere Ausstellung zum Nationalpark ihren Platz in Tönning fand. Als Altbürgermeister begleitete er die Grundsteinlegung, den Bau und schließlich die Eröffnung des Multimar Wattforum. Mit großem Interesse verfolgte er danach das Wachsen und die zunehmende Bedeutung unserer Einrichtung – für die Stadt ebenso wie für den Nationalpark. Vielleicht auch mit stiller Zufriedenheit darüber, dass dieses große Vorhaben gelungen war. Gerhard Bittner blieb uns immer als engagierter Bürger Tönnings verbunden. Beim 25. Geburtstag des Multimar Wattforum erinnerte er sich lebhaft und mit feinem Humor an die Anfangszeit und erzählte von der Zusammenarbeit mit Eckehard Bockwoldt und Gerd Meurs-Scher. Sein Name wird mit dem Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in Tönning stets untrennbar verbunden bleiben.
Marén Bökamp-Hamkens & Claus von Hoerschelmann |
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Foto: LKN.SH
Dürfen wir vorstellen? Die MS Catjan ist ein beliebtes Arbeitsschiff beim Wasserbau und kommt beispielsweise bei den Bauarbeiten zur Verstärkung der Warften auf den Halligen zum Einsatz. Mit einer Länge von knapp 42 Metern und einer Breite von 12 Metern, bietet das Gefährt wegen seines geringen Tiefgangs flexible Anlegemöglichkeiten und kann sogar trocken fallen. Selbst herausfordernde Strömungsverhältnisse lassen sich mit den über 360° verstellbaren Wasserstrahlauslässen lösen. So ist es für die MS Catjan möglich, sich auf der Stelle zu drehen, was einen weiteren großen Vorteil darstellt. Nicht zuletzt das hohe Ladevolumen von 300 Tonnen und diverse technische Möglichkeiten machen dieses Schiff zu etwas ganz Besonderem und einem verlässlichen Gerät für wasserbauliche Arbeiten. |
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Foto: Marius Harlinghaus / LKN.SH
Temperaturen um den Gefrierpunkt sind für den Winter im Wattenmeer nicht ungewöhnlich. Wohl aber diese Menge an Schnee. Immerhin eine Woche lang ging es für Besucher*innen über den schneebedeckten Deich durch die weiße, weite Welt. Für die einen ein seltener Genuss, für andere einfach nur nervig. Und für das Wattenmeer? Das bleibt in Bewegung, und wenige Tage mit Eis und Schnee richten in den Salzmarschen keine gravierenden Schäden an. Wetterfeste Naturliebhaber*innen haben am Sonntag, den 8. Februar bei einer geführten Singvogelbeobachtung die Chance, den Nationalpark im Winter zu erleben. Also, Mütze auf, Kragen hoch und genießen. Und mit etwas Glück gibt es vielleicht noch einmal das magische Polarlicht über dem Nationalpark zu sehen. |
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