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Leeve Lüüd, alles ist im Fluss. Panta Rhei sagen die Philosophen. Nach Flut kommt die Ebbe, nach Ebbe die Flut sagen wir am Wattenmeer. Was das bedeutet, ist ebenso komplex wie simpel: Veränderung. Veränderungen sind Teil unser aller Leben. Mögen Sie Veränderungen? Die Aufregung, die Abwechslung, den neuen Schwung? Oder belassen Sie es lieber beim Status quo? Die Sicherheit. Da weiß man, was man hat - dat löpt. Auch in der Nationalparkverwaltung gibt es Veränderungen. Wir heißen unsere neue Chefin Franziska Junge herzlich willkommen. Wir freuen uns auf den neuen Schwung und sind uns sicher – das wird gut, dat löpt. Manches wird sich ändern, manches wird bleiben. Nach Flut kommt Ebbe, nach Ebbe kommt Flut – alles ist im Fluss (oder im Priel). Und das ist genauso, wie es sein soll. Viel Freude beim Lesen!
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Foto: Rainer Borcherding / LKN.SH
Küstenseidenbienen sind hochspezialisiert. Das müssen sie auch sein, denn das Leben an der Küste ist vom Salz im Wasser und in der Luft geprägt. In Salzwiesen und angrenzenden Dünen suchen die Küstenbienen nach möglichst sonnigen Plätzen und graben dort ihre Niströhren in den sandigen Boden. Ihre Brut versorgen sie mit Pollen und Nektar von Korbblütlern, die nur hier auf den Salzwiesen vorkommen. Insekten an der Küste nutzen verschiedenste Anpassungsstrategien, um überleben zu können. Manche schützen sich vor Überflutungen und dem stark schwankenden Salzgehalten, indem sie im Inneren von Pflanzen oder im Boden leben und ihre Röhren bei Überflutungen verschließen. Andere verfügen über wasserabweisende Körperhaare, die helfen, auch stundenlange Überflutungen zu überstehen. Haben Sie schon mal ein Insekt in der Salzwiese beobachtet? |
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Foto: Martin Stock / LKN.SH
Von über 10.000 Vogelarten weltweit ernähren sich nur 24 überwiegend von Gräsern. Der Vorteil dieser ungewöhnlichen Ernährungsweise liegt in der riesigen Verfügbarkeit von Gräsern. Die Nachteile sind die eher schlechte Verdaulichkeit und der geringe Energiegehalt. Die kleinste grasfressende Vogelart ist die europäische Pfeifente (Mareca penelope). Über die berichtet unser ehemaliger Kollege Hendrik Bunckhorst in der Januar-Ausgabe der Journals für Vogelbeobachter „Der Falke“: Über eine Million Pfeifenten brüten in Nordeuropa, viele davon überwintern an unserer Wattenmeerküste. Hier verbringen sie täglich 15 Stunden damit, ausreichend Nahrung aufzunehmen. So versorgen sie sich mit Energie, um den Winter gut überstehen zu können. Da das Tageslicht dazu kaum ausreicht, können europäische Pfeifenten im Gegensatz zu Gänsen nachts gut sehen. |
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Foto: Synje Detlefsen
Der Große Brachvogel ist aufgrund seines langen, sichelförmigen Schnabels ohnehin schon gut zu erkennen. Ein noch auffälligeres Exemplar des größten Watvogels wurde in diesen Tagen in den Salzwiesen von St. Peter-Ording gesichtet. Dieser Brachvogel ist nämlich weiß gefiedert, während seine Artgenossen bräunlich gefärbt sind. Der Grund liegt in dem Phänomen Leuzismus, das im Tierreich gelegentlich vorkommt. Ursächlich dafür sind genetische Veränderungen, die verhindern, dass das Gefieder ganz oder stellenweise die übliche Färbung erhält. Albinisums sieht ähnlich aus, hat aber andere Ursachen. Leuzismus an sich ist harmlos für die betroffenen Tiere. Jedoch sind sie durch die ungewöhnliche Färbung schneller zu erkennen. Das macht sie unter Umständen selbst zu leichterer Beute und erschwert die eigene Jagd. |
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Foto: Silke Wissel / LKN.SH
Sternenklare Nächte lassen sich am besten dort genießen, wo es wenige künstliche Lichtquellen gibt, zum Beispiel auf Pellworm im Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen. Die Insel ist offiziell von „DarkSky International“ als Sterneninsel ausgezeichnet. Überall auf der Insel gibt es dunkle Orte mit wenig Lichtverschmutzung. „Sternenkieker-Bänke“ erleichtern das Beobachten und Bestaunen des Firmaments. Die nächtliche Dunkelheit ermöglicht nicht nur wundervolle Blicke ins Universum, sondern ist auch für unsere Gesundheit von großer Bedeutung: Weniger Licht bedeutet besseren und erholsameren Schlaf. Weniger Licht bedeutet außerdem eingesparte Kosten. Und nicht zuletzt bedeutet weniger Licht, Tiere und Pflanzen zu schützen. Denn auch sie sind auf einen natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus angewiesen. |
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Foto: Alina Claußen / LKN.SH
Austauschen und zusammenkommen, Kontakte knüpfen und von einander lernen – das ist das Wichtigste in einem Netzwerk. Die Gelegenheit dazu nutzten rund 100 Nationalpark-Partner beim Jahrestreffen im Christian Jensen Kolleg in Breklum. Franziska Junge, neue Leiterin des Nationalparks, eröffnete die Veranstaltung: „Ich bin beeindruckt, wie viele engagierte Partner sich für unseren Nationalpark einsetzen und ihre Begeisterung kompetent an die Gäste weitergeben.“ Um dieses Netzwerk zu stärken, gab es am Nachmittag Workshops, bei denen einige Partnerbetriebe ihr Angebot vorstellten und ihr Fachwissen mit der Runde teilten. Zuvor führte Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer sehr anschaulich und unterhaltsam in das Nationalpark-Themenjahr „Insekten im Nationalpark Wattenmeer“ ein. Ein Thema, das nicht zuletzt durch die Partnerbetriebe in diesem Jahr lebendig werden wird. |
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Foto: Solvin Zankl / LKN.SH
Draußen ist es nass und grau? Entdecken Sie das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum bei Führungen, die gerade jetzt in der ruhigeren Jahreszeit ihren Reiz entfalten! In der abendlichen Aquarienführung erleben Sie die Ausstellung im Dunkeln, wenn in den 37 Becken Ruhe einkehrt und die nachtaktiven Meeresbewohner wie Aale, Hummer und Katzenhaie aktiv werden. Fachkundige Kolleg*innen führen mit Taschenlampen durch die geheimnisvolle Unterwasserwelt und zeigen, wie spannend das Wattenmeer bei Nacht ist. Wer das Multimar in norddeutscher Mundart erleben möchte, ist bei der Führung „Multimar op Platt“ richtig. Hier stellen sympathische Mitarbeitende die Ausstellung auf Plattdeutsch vor – mit witzigen Tiernamen und authentischen Geschichten rund ums Watt. Beide Führungen richten sich vor allem an Erwachsene. Kinder können etwa ab der 3. Klasse teilnehmen. |
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Foto: Vadehavscentret
Der Klimawandel betrifft die Menschen an der dänischen und deutschen Wattenmeerküste gleichermaßen. Daher muss er auch Thema der grenzüberschreitenden Bildungsarbeit sein. Aus diesem Grunde trafen sich Claus von Horschelmann, zuständig für die Ausstellungsgestaltung im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum, und Klaus Melbye vom Vadehavscentret in Dänemark zu einem Gedankenaustausch. In den beiden zentralen Bildungseinrichtungen für das Weltnaturerbe Wattenmeer sind neue Ausstellungen zum Klimawandel in Planung. Die beiden Kollegen kennen sich aus langjähriger Zusammenarbeit in grenzüberschreitenden Projekten. Diese Form des informellen Austauschs steht stellvertretend für eine produktive Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg im Wattenmeer und ist inzwischen gelebte Wattentradition. |
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Foto: Martin Stock / LKN.SH
Unser Schwester-Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer feiert in diesem Jahr auch den 40. Geburtstag. Das Jubiläumsmotto „Nationalpark wirkt!“ zeigt, wie der Nationalpark Natur schützt, Klima stabilisiert und Menschen verbindet. Auf dem offiziellen Festakt Anfang Februar würdigten Ministerpräsident Olaf Lies und Umweltminister Christian Meyer das Großschutzgebiet als Erfolgsmodell für Natur-, Klima- und Küstenschutz. Das niedersächsische Wattenmeer ist, wie das schleswig-holsteinische auch, Lebensraum für bedrohte Arten, wichtiger Rastplatz für Zugvögel und natürlicher Klimaregulator. Trotz Herausforderungen wie Meeresspiegelanstieg, Plastikmüll und Seegrasverlust zeigt die Bilanz: Der Nationalpark wirkt – bewahrend, inspirierend und verbindend. Auf weitere 40 Jahre Seite an Seite! |
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Foto: Alina Claußen / LKN.SH
Franziska Junge ist neue Leiterin des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Sie löst ihren Vorgänger Michael Kruse ab, der über fünf Jahre Nationalpark-Chef war und sich nun in den Ruhestand verabschiedet. Umweltminister Tobias Goldschmidt sagte beim festlichen Abschied: „Könnte die Natur danke sagen, sie würde es tun.” Die Nationalparkverwaltung fungiert als Obere und Untere Naturschutzbehörde für das Gebiet und bildet einen eigenen Geschäftsbereich im LKN.SH, dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz. Dessen stellvertretende Direktion gehört künftig auch zu den Aufgaben von Franziska Junge. Sie sagt: „Ich bin sehr stolz, den Nationalpark gemeinsam mit dem Kollegium und den vielen engagierten Partnerinnen und Partnern in die Zukunft führen zu dürfen.“ |
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Foto: Marius Harlinghaus / LKN.SH
Gestalten Sie die Öffentlichkeitsarbeit für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer in der Saison 2026 (April bis Oktober) mit! Eine abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Aufgabe erwartet Sie, bei der Ihre Begeisterung und Ihr Wissen für das Wattenmeer gefragt sind. Die eigenständige Betreuung von Info- und Messeständen gehört ebenso dazu, wie die Vor- und Nachbereitung der Veranstaltungen. Gesucht ist also ein wahres Organisationstalent, das gerne mit Menschen ins Gespräch kommt und den Gästen am Nationalpark-Infomobil die faszinierende Natur des Nationalparks, Biosphärenreservats und des Weltnaturerbes Wattenmeer näher bringt. Kombinieren Sie Ihren Nordsee-Sommer mit einer sinnerfüllten Saisontätigkeit! |
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Foto: Alina Claußen / LKN.SH
Michael Kruse seggt na över fiev Johr in de Nationalparkverwaltung Tschüüs un geiht in’n verdeenten Ruhestand. De letzten Maanden vun sien Tiet as Leiter vun’n Nationalpark harrn dat noch mal bannig in sik. Man kann nich op jede Hochtiet danzen? - Michael Kruse hett in’t Jubiläumsjohr 2025 to’n 40. Geburtsdag vun’n Nationalpark dat Gegendeel bewiest – to’mindest meist. Ganz na dat Jahresmotto „Jung, wild un dynamisch“ is he in sien letzte Deenstjohr dörch de hele Region reist un hett den Nationalpark op veele Veranstalten vertreden – as Moderator, as Vördräger oder as geern sehn Gast. Un dat neben dat „normaale“ Daagesgeschäft, wat manchmol gor nich so „normaal“ is. Un egaal wo afsiet de Ort ok weer – för Michael goll jümmers de Heemvördeel. Denn de bekennende Schleswig-Holsteiner is sien Heimat bannig verbunnen. Dicht bi’t Land, bi de Themen un vör allem bi de Minschen – so weer sien leevste Aart to arbeiden. Leve Michael, wi all wünscht Di vun Harten allens Gode för dienen wiederen Wech – mit un ok oahn Gummisteveln!
Michael Kruse verabschiedet sich nach über fünf Jahren aus der Nationalparkverwaltung in den beruflichen Ruhestand. Die letzten Monate seiner Amtszeit als Leiter des Nationalparks hatten es noch einmal in sich. Man kann nicht auf jeder Hochzeit tanzen? Michael Kruse hat im Jubiläumsjahr 2025 zum 40. Geburtstag des Nationalparks das Gegenteil bewiesen – zumindest fast. Ganz nach dem Jahresmotto „Jung, wild und dynamisch“ bereiste er während seines letzten Dienstjahres die gesamte Region und vertrat den Nationalpark auf diversen Veranstaltungen als Moderator, Vortragender oder gerngesehener Gast. Und das neben dem üblichen Tagesgeschäft, das allzu oft auch unüblich ist. Und egal wie entlegen der Ort, für Michael galt immer der Heimvorteil. Denn der bekennende Schleswig-Holsteiner ist seiner Heimat eng verbunden. Nah dran am Land, an den Themen und vor allem an den Menschen – so war die bevorzugte Arbeitsweise. Lieber Michael, wir alle wünschen dir von ganzem Herzen alles Gute für deinen weiteren Weg – mit und ohne Gummistiefel! |
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Moin! Ich bin Franziska Junge und ich darf seit Februar 2026 die Nationalparkverwaltung leiten. Als gebürtige Thüringerin hat es mich 2009 in meine Wahlheimat Schleswig-Holstein gezogen. Ich habe Landespflege und Umweltschutz studiert und nach verschiedenen Stationen meine berufliche Heimat im Meeresschutz gefunden. Seit 2015 war ich im Kieler Umweltministerium tätig und dort mit vielen Themen des Meeresschutzes und auch des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer befasst. Das Wattenmeer ist für mich ein einzigartiger und faszinierender Lebensraum und ich bin stolz und glücklich, nun eine so große Verantwortung für dessen Schutz übernehmen zu können. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit meinem tollen Team der Nationalparkverwaltung, das mich hier sehr herzlich aufgenommen hat. Ebenso freue ich mich auf den Austausch und die Kooperation mit allen Partnern, Schützern und Nutzern des Wattenmeeres, um gemeinsame Wege und Lösungen für dessen Erhaltung und Schutz zu finden.
Foto: Alina Claußen / LKN.SH |
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Der „Wimmelwelt Wattenmeer“ widmet sich das Magazin Am Meer in seiner diesjährigen Ausgabe – passend zum Themenjahr des Nationalparks: Insekten im Nationalpark Wattenmeer. Wie leben Küsteninsekten und warum sind sie so wichtig? In Portraits werden verschiedene Arten, wie zum Beispiel der Friesische Salzkäfer oder das Tagpfauenauge vorgestellt. Und passend zur Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Jahr geben wir den Nationalpark-Kader für das große Sport-Event bekannt. Lesen Sie selbst!
Foto: West formArt |
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Foto: Schutzstation Föhr
Eine Anwohnerin auf Föhr fand nach dem Schmelzen des Schnees eine Ringelgans, die einen Sender trug. Ornitholog*innen hatten das ausgewachsene Tier im Mai 2024 beringt und mit einem GPS-Sender am Hals ausgestattet. Gesichtet wurde die Ringelgans im Anschluss auf Terschelling und Ameland. Nach dem Hinweis der Föhrerin informierte das FTZ (Forschungs- und Technologiezentrum Westküste) die Nationalparkverwaltung. Unsere Föhrer Rangerin Leonie Dittmann barg die weibliche Ringelgans und sendete den Sender zurück an das Netherlands Institute of Ecology. |
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Foto: Leonie Dittmann / LKN.SH
Die Schönheit gewisser Dinge offenbart sich manchmal erst im Grau der dunklen Jahreszeit. Diese kleine Feder fand unsere Rangerin Leonie Dittmann bei einem Rundgang durch den nebligen Morgen auf Föhr. Die Regentropfen sehen nicht nur hübsch aus, sondern machen deutlich, wie das Wasser am Gefieder der Vögel abtropft, das sie so warm und trocken hält. Im Spülsaum der winterlichen Nordsee finden sich nicht nur schöne Federn. Manchmal wird auch ein Rochen-Ei oder der Schulp (Rückenknochen) eines Tintenfischs angespült. Eine regelmäßige Beobachtung und Untersuchung des Spülsaums findet im Rahmen der Gebietsbetreuung durch die Ranger*innen statt. Wagen Sie sich auch nach draußen? Oder müssen sogar? Dann wünschen wir Ihnen winterliche Nationalpark-Erlebnisse, die das Herz warm werden lassen! |
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