|
Leeve Lüüd, es ist so schön, oder? Wie Zehntausende Zugvögel den Himmel bevölkern, die Soundkulisse ganz anders ist, als noch vor wenigen Wochen. Ein eindeutiges Zeichen: der Frühling ist da! Im April machen bis zu 80.000 Ringelgänse Rast auf den Salzwiesen und Wattflächen rund um die Halligen. Ein Naturschauspiel, das seinesgleichen sucht. Zum Glück gibt es für Einheimische wie Gäste zahlreiche Möglichkeiten, dieses zu erleben. Zum Beispiel bei den alljährlichen Ringelganstagen. Lesen Sie unter anderem in dieser Ausgabe mehr dazu, wo Sie das gefiederte Flattern, Schnattern, Fliegen, Liegen, Gleiten, Segeln erleben können. Denn – es ist so schön!
Sollten Ihnen die Bilder nicht angezeigt werden, klicken Sie einfach oben auf "online ansehen", um den Newsletter wie gewohnt zu lesen. |
| |
|
Foto: Marina Sanns / LKN.SH
Insekten am Wattenmeer erfüllen zahlreiche ökologische Aufgaben. Das macht sie absolut unverzichtbar für das Funktionieren dieses Ökosystems. Ohne sie gäbe es kaum ein Fortbestehen von Wild- und Nutzpflanzen, weil diese auf Insekten zur Bestäubung angewiesen. Als Zersetzer unterstützen Fliegen, Dung- und Aaskäfer die Stoffkreisläufe. Sie fressen abgestorbenes, organisches Material wie Tang, Aas oder Dung. Zerkleinert und wieder ausgeschieden, wird es weiter zersetzt und wertvolle Nährstoffe gehen in den Boden ein und machen ihn fruchtbar. Vor allem grabende Insekten verändern die Bodenstruktur. Durch die Gänge wird der Boden lockerer, luftdurchlässiger und kann Wasser besser speichern. Nicht zuletzt sind Insekten für verschiedene Brutvogelarten eine wichtige Nahrungsquelle, da sie bei der Aufzucht der hungrigen Küken oft ganz oben auf dem Speiseplan stehen. |
| |
|
Foto: Martin Stock / LKN.SH
Welche Vogelarten brüten wo am Wattenmeer? Was ist der Gesamtbestand und wie entwickeln sich die Bestände unterschiedlicher Arten? Diesen Fragen geht eine trilaterale Gruppe von niederländischen, dänischen und deutschen Expert*innen seit mehreren Jahren intensiv nach. In ihrem jüngst veröffentlichtem Trendbericht beschreibt sie die Entwicklungen von 1991 bis 2023. Viele Arten, zum Beispiel Austernfischer oder Säbelschnäbler, stehen unter anhaltendem Druck durch Fressfeinde, häufigere Fluten und begrenzte Nahrungsverfügbarkeit. Im gesamten Wattenmeer zeichnet sich ein langfristiger Rückgang bei über 60% der Arten ab. Bei wenigen anderen Arten steigen die Bestände oder stabilisieren sich. |
| |
|
Foto: Ulrich Bolm-Audorff / LKN.SH
Nahezu das gesamte maritime Nahrungsnetz ist von Plastikmüll betroffen. Dem OSPAR (Oslo-Paris-Vertrag zum Schutz der marinen Umwelt des Nord-Ost-Atlantiks) und dem MSRL (europ. Meerestrategierahmenrichtlinie) dient der Eissturmvogel als Indikator für das Ausmaß der Verschmutzung. Warum? Der Eissturmvogel ist ein echter Hochseevogel, der ausschließlich auf dem offenen Meer nach Nahrung sucht. Leider frisst er dabei auch an der Oberfläche schwimmenden Plastikmüll. Die Menge an Müll in den Mägen lässt daher Rückschlüsse auf die Verschmutzung des Meeres zu. Gemeinsam beauftragen die Nationalparkverwaltungen von Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein Dr. Nils Guse zur Untersuchung der angespülten Eissturmvögel als Teil des Eissturmvogel-Müll-Monitorings in Deutschland. In seinem aktuellen Bericht stellt er fest: In den letzten fünf Jahren hatten 92% der untersuchten Eissturmvögel Plastik im Magen. Das Ziel, den Meeresmüll stark zu verringern, ist noch weit entfernt. |
| |
|
Foto: Marina Sanns / LKN.SH
Im Rahmen des Eissturmvogel-Monitorings wurde ein Schwellenwert definiert, den es zu erreichen gilt. Dieser richtet sich nach den Verhältnissen, die in den noch müllarmen, arktischen Gebieten herrschen. Er ist maßgeblich für die Bewertung als „Guten Umweltzustand“. Der Eissturmvogel-Schwellenwert besagt, dass über einen Zeitraum von mindestens fünf aufeinander folgenden Jahren nicht mehr als 10 % der Eissturmvögel den Wert von 0,1 Gramm Plastikpartikeln im Magen überschreiten dürfen. Einfach gesagt: wenn von 100 untersuchten Vögeln höchsten 9 Vögel mehr als 0,1 Gramm Plastik im Magen haben, ist ein Guter Umweltzustand erreicht. Die Menge von 0,1 Gramm klingt sehr wenig. Aber zum Vergleich: Für einen erwachsenen Menschen, der 80 kg wiegt, bedeutet es eine Menge von 10 Gramm Plastik. Das entspricht etwa einem Joghurtbecher in unserem Bauch. |
| |
|
Foto: Martin Stock / LKN.SH
Der lang ersehnte Frühling ist da und mit ihm die Zugvögel am Himmel über der Nordsee. Auch bis zu 80.000 Ringelgänse sind auf ihrem Weg in die sibirischen Brutgebiete und machen Rast im Wattenmeer. Auf den Salzwiesen und Wattflächen rund um die Halligen sammeln sie Energiereserven für die kräftezehrende Weiterreise. Dieses spektakuläre Naturschauspiel wird alljährlich im Rahmen der Ringelganstage gefeiert. Die Eröffnung der vogelkundlichen Veranstaltungsreihe findet am 18. April auf Hallig Hooge statt. Bis zum 10. Mai haben alle Interessierten Zeit, die faszinierende Vogelwelt des Wattenmeeres im Rahmen der Ringelganstage zu erleben. Veranstalter sind die Nationalpark- und Biosphärenreservatsverwaltung mit der Biosphäre Die Halligen, die Schutzstation Wattenmeer, der WWF, der Verein Jordsand und der NABU. |
| |
|
Foto: Ruth Hartwig-Kruse
Es ist mehr als nur ein geselliges Zusammenkommen unter Nachbarn. Der jährliche Biosphärenrat ist das wichtigste Gremium der Biosphäre Halligen. Hier beraten die Halliglüüd über wichtige Zukunftsfragen. Wie bleibt der besondere Lebens- und Wohnort Halligen lebenswert und zukunftssicher? Darüber tauschten sich die Teilnehmenden Mitte März beim Treffen in Schlüttsiel aus, bei dem auch Franziska Junge als neue Leiterin der Nationalparkverwaltung begrüßt und vorgestellt wurde. Einem fachlichen Input über mögliche Rechtsformen zur Weiterentwicklung der Biosphäre Halligen folgte ein Vortrag über den aktuellen Stand des ECOHAL-Projektes. Hierbei geht es unter anderem um den Höhenaufwuchs der Halligen. Das Besondere: Die Halliglüüd bringen ihre Erfahrungen und Expertise ein und gestalten so die Zukunft der Biosphäre Halligen aktiv mit. |
| |
|
Foto: Mike Schröder / LKN.SH
Für Familien gibt es in den kommenden Ferien ein besonders spannendes Angebot im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum. Durch professionelle Binokulare gucken oder Miesmuscheln hautnah beobachten - das ist an zwei Terminen in den Osterferien möglich. Familien mit Kindern ab sieben Jahren werden zu echten Meeresforschenden und führen Experimente zum Thema Mikroplastik durch oder untersuchen das Leben im Watt. Gemeinsam mit einem Multimar-Profi dürfen die Familien die gut ausgestatteten Labore nutzen, die sonst hauptsächlich Schulklassen vorbehalten sind. Außerdem kann die gesamte Ausstellung mit einem Forschungstourbogen selbstständig erkundet werden. Aber Achtung: Die Familienlabore sind beliebt! Wir empfehlen eine rechtzeitige Anmeldung! |
| |
|
Foto: Mike Schröder / LKN.SH
Und legt Eier? Das passiert im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum tatsächlich: Seehasen sind farbenfrohe Fische, die zur Fortpflanzung Eier legen. Am langen Osterwochenende sind rund um die Aquarien aber auch andere Eier versteckt. Entdecken und zählen Sie die bunten Ostereier in der Ausstellung! In den Osterquizbogen eingetragen, gibt es die Chance auf den Gewinn eines schönen Buches aus dem Multimar-Shop. Außerdem finden rund um Ostern auch die moderierten Fütterungen „Dialog mit Taucher*in“ statt: Eine Taucherin oder ein Taucher füttert im Großaquarium die Fische aus der Hand und beantwortet per Mikrofon die Fragen der Gäste. Was wollten Sie schon immer mal wissen? |
| |
|
Foto: Marius Harlinghaus / LKN.SH
Am Südstrand von St. Peter-Ording lohnt sich nicht nur ein Blick in die Ferne, sondern auch auf den Boden. Denn im Frühjahr machen sich viele Amphibien auf den Weg zu ihren Laichgewässern, die für ihre Fortpflanzung unverzichtbar sind. Diese jährlichen Frosch- und Krötenwanderungen führen häufig über Straßen, was für die Tiere oftmals tödlich endet. Seit mehreren Jahren stellt die Schutzstation Wattenmeer deshalb einen, von der Nationalparkverwaltung finanzierten, Amphibienzaun auf. Dieser verläuft parallel zur Straße und hindert Kröten und Frösche am Überqueren. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, den Zaun zu überwinden, fallen die Amphibien in Eimer, die ebenerdig eingebuddelt und mit etwas feuchter Erde und Stöcken ausgelegt sind. Zweimal am Tag leeren die Freiwilligen der Schutzstation Wattenmeer die Eimer und bringen die Tiere sicher über die Straße. |
| |
|
Foto: Martin Stock / LNK.SH
Pflanzen, die im und am Wattenmeer wachsen, sind etwas ganz besonderes: sie haben sich an den extremen Standort angepasst und kommen mit Salzstress, Überflutungen, Versandung, Wind und Wellen zurecht. Einige von ihnen haben eine heilende Wirkung oder sind als Duftpflanzen beliebt. Der duftende Strandwermut (Artemisia maritima) gilt als lindernd bei Magenleiden und Menstruationsbeschwerden. Die Dornige Hauhechel (Ononis spinosa) kann bei Harnwegsbeschwerden hilfreich sein. Der UN World Wildlife Day am 3. März rückte diese und andere Heil- und Aromapflanzen in den Mittelpunkt. Denn auch heute noch sind die Wirkstoffe viele dieser Pflanzen von besonderer Bedeutung für die modernde Pharmazie. |
| |
|
Foto: Alina Claußen / LKN.SH
Nachhaltigkeit ist im Nationalpark, Weltnaturerbe und Biosphärenreservat Wattenmeer ein bedeutendes aber auch komplexes Thema. Um dieses für Einheimische und Urlaubsgäste erlebbar zu machen, nehmen nun 17 qualifizierte Guides ihre Arbeit an der schleswig-holsteinischen und dänischen Küste auf. Sie absolvierten über ein Jahr einen 90-stündigen Kurs, der in Deutschland und Dänemark stattfand. Nun sind sie wichtige Botschafter*innen für Umweltbewusstsein und verantwortungsvollen Tourismus in der Wattenmeerregion. Der Kurs war ein Pilotprojekt, das im Rahmen des dänisch-deutschen Interreg-Projekts VaBene („Visitor Activation to Benefit Nature and Environment“) entwickelt und durch die Nationalparkverwaltung durchgeführt wurde. |
| |
|
Foto: Helen Christiansen / Nationalparkstiftung
Naturschutz sowie Information und Bildung rund um den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist der Zweck der Nationalparkstiftung. Franziska Junge sorgt ab sofort als Vorstandsvorsitzende gemeinsam mit den weiteren Vorstandsmitgliedern für die nachhaltige Erfüllung dieses Stiftungszwecks. Als neue Leiterin der Nationalparkverwaltung führt sie nun die Geschäfte der Stiftung. Michael Kruse wurde als Vorstandsvorsitzender der Nationalparkstiftung verabschiedet. Wir danken ihm herzlich für sein unermüdliches Engagement für das Wattenmeer und für die Nationalparkstiftung! Franziska Junge wünschen wir viel Erfolg für ihre neue Aufgabe. |
| |
|
Foto: Martin Stock / LKN.SH
Im ersten Quartal diesen Jahres kam es an verschiedenen Orten an der Nordseeküste tragischerweise zu Walstrandungen. Ende Januar spülte das Meer einen Pottwal in Aalbaek ganz im Norden Dänemarks an. Untersuchungen ergaben, dass er an Hunger starb. In seiner Speiseröhre steckte ein über elf Kilo schweres Fischernetz. Anfang Februar strandete ein toter Pottwal bei Blavand und einige Tage später vier weitere etwas südlicher zwischen Skallingen und Fanö. Einer der zwischen zehn und dreizehn Meter langen Jungbullen war noch am Leben und verendete im flachen Wasser. In Niedersachsen wurde im Februar ein nicht identifizierter Wal auf einer entlegenen Sandbank angespült. Die nächste Flut nahm den leblosen Körper wieder mit auf das Meer. Die Ursachen solcher Strandungen sind leider immer noch unklar. |
| |
|
Foto: Martin Stock / LKN.SH
Wie schön, wenn es langsam wärmer wird! Das Leben, das die Wintermonate über zurückhaltend schlummerte, gewinnt an Vitalität. Das merken wir nicht nur an uns, sondern auch an der bunter werdenden Pflanzenwelt und dem vermehrten Gezwitscher in der Vogelwelt. Nationalpark-Rangerin Leonie Dittmann lädt ein, den Frühling auf Föhr zu erleben. Mit dem Rad entlang des Deiches und durch die Föhrer Marsch oder zu Fuß an der Godel – zu entdecken gibt es einiges! Und natürlich garantieren die vielen Veranstaltungen der Ringelganstage ganz besondere Genussmomente.
Wyk auf Föhr: Montag, 30. März 2026, 12 bis 14:30 Uhr Kleine Radtour: „Einblicke in die Vogelwelt auf Föhr“
Wyk auf Föhr: Samstag, 4. April 2026, 14 bis 16:30 Uhr Kleine Radtour: „Einblicke in die Vogelwelt auf Föhr“
Witsum / Föhr: Montag, 6. April 2026, 16 bis 17:30 Uhr Vogelkiek an der Godel. Blick in die Vogelwelt am Strand und im Watt
Husum: Donnerstag, 9. April 2026, 18 Uhr Ringelgänse & Wattenmeer: Bunter Abend mit Vorträgen, Musik und regionalen Snacks
Wyk auf Föhr: Sonntag, 12. April 2026, 10 bis 12:30 Uhr Kleine Radtour: „Einblicke in die Vogelwelt auf Föhr“
Wyk auf Föhr: Mittwoch, 15. April 2026, 13 bis 15:30 Uhr Kleine Radtour: „Einblicke in die Vogelwelt auf Föhr“
Witsum / Föhr: Freitag, 17. April 2026, 15 bis 16:30 Uhr Vogelkiek an der Godel. Blick in die Vogelwelt am Strand und im Watt
Von Samstag, 18. April, bis Sonntag, 10. Mai 2026 Ringelganstage
Hallig Hooge: Samstag, 18. April 2026, 9:30 bis 18:30 Uhr Eröffnung der Ringelganstage
Witsum / Föhr: Mittwoch, 22. April 2026, 17 bis 18:30 Uhr “Gans schön unterschiedlich“ – Vogelkiek an der Godel
Wyk auf Föhr: Freitag, 24. April 2026, 8 bis 10:30 Uhr Kleine Radtour: „Einblicke in die Vogelwelt auf Föhr“
Nordstrand/Pellworm: Samstag, 25. April 2026, 10:15 bis circa 18:20 Uhr Arktische Vögel mitten im Wattenmeer
Wyk auf Föhr: Montag, 27. April 2026, 11 bis 13:30 Uhr Kleine Radtour: „Einblicke in die Vogelwelt auf Föhr“
Witsum / Föhr: Donnerstag, 30. April 2026, 14 bis 15:30 Uhr “Gans schön unterschiedlich" – Vogelkiek an der Godel |
| |
|