07.11.2014

Nationalpark in Neufeld: Mehr Vernunft als Vandalismus

Brütende Lachseeschwalben

Brütende Lachseeschwalben im Vorland von Neufeld. Elektrozaun und Kameras schützen die Kolonie | © M. Gottschling / GFN

Die „Allianz der Vernünftigen“, wie Dithmarschens Landrat Jörn Klimant und Nationalparkchef Detlef Hansen sie unisono nennen, hat beim Schutz der Lachseeschwalbe erneut eine gute Bilanz vorzuweisen. Naturschützern, Schäfern, Jägern und Wasserbauwerkern sei es zu verdanken, dass die hochbedrohten Lachseeschwalben im Vorland von Neufeld, am Südende des Nationalparks, in diesem Jahr 38 Küken aufzogen.

Das Artenschutzprojekt für die Lachseeschwalbe hat damit im vierten Jahr sein bestes Ergebnis erzielt. 34 Brutpaare hatten einen Bruterfolg von durchschnittlich 1,1 Küken pro Paar, was erstmals ein Anwachsen der vom Aussterben bedrohten Population ermöglichen könnte. 2011 wurden nur 0,2 Küken pro Brutpaar registriert, 2012 und 2013 waren es 0,7. Zum ersten Mal seit Projektbeginn brüteten zudem mehr Paare als im jeweiligen Vorjahr.

Leider sind nicht nur die Lachseeschwalben ein Markenzeichen des Naturschutzes bei Neufeld, sondern auch der dort seit Jahren immer wieder und mit Aufwand betriebene Vandalismus gegen Nationalparkeinrichtungen. Kürzlich wurden die Fundamente von sechs Informationstafeln zu den Lachseeschwalben sowie zwei hoheitliche Nationalpark-Schilder zerstört, wo bei ein Sachschaden von etwa 2000 Euro entstand, den der Verursacher zu tragen hat.

„Das ist ein strafrechtlicher Tatbestand, der polizeilich verfolgt wird. Für mich sind derartige Sachbeschädigungen völlig inaktzeptabel“, erklärt Landrat Dr. Klimant. Und Nationalparkleiter Dr. Detlef Hansen gibt anderen Gedanken Raum: „Das südliche Dithmarschen lebt auch vom Tourismus. Vandalismus ist kein guter Markenkern - Imagegewinn geht anders.“

Die Wasserschutzpolizei Büsum nimmt Hinweise zum Vorfall unter der Telefonnummer 04834 95980 gern entgegen.

Hintergrund

Das Artenschutzprojekt für die Lachseeschwalbe (Gelochelidon nilotica) wird vom Bündnis Naturschutz in Dithmarschen koordiniert und vom Kieler Umweltministerium finanziell gefördert. Die Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung, die Schutzstation Wattenmeer, die Universität Hamburg und der Landesbetrieb für Küstenschutz Nationalpark und Meeresschutz beteiligen sich an dem Projekt. Damit soll die letzte Brutpopulation der Lachseeschwalbe in Mitteleuropa erhalten werden. Füchse und andere Landraubtiere werden unter anderem durch einen Elektrozaun von den Seeschwalbenkolonien ferngehalten, um das Überleben der Seeschwalben zu sichern. Glücklicherweise spielte in diesem Jahr das Wetter mit: Der Sommer war warm und die Brutgebiete wurden nicht durch Hochwasser überflutet. Auch das Nahrungsangebot reichte offensichtlich aus.

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