Heuler

Im deutschen Wattenmeer werden jährlich rund 4000 Seehunde geboren. Einige von ihnen verlieren den Kontakt zur Mutter und werden so zu Heulern. Jährlich werden über 100 dieser jungen Seehunde in den Seehundstationen Friedrichskoog und Norddeich aufgezogen dann und wieder frei gelassen.
Junger Seehund auf einer Sandbank

Junger Seehund auf einer Sandbank  | © Foto: Peter Körber

Eine Robbe am Strand – was nun?

Der erste Reflex beim Fund einer Robbe: man möchte helfen. Doch nicht jede allein liegende Robbe ist ein mutterloser Heuler, der tatsächlich Hilfe benötigt. Die Beurteilung der Situation muss den Fachleuten überlassen werden. Daher unbedingt beachten:

  • Großen Abstand halten und nicht den Weg zum Wasser versperren.
  • Die Tiere auf gar keinen Fall anfassen – auch zur eigenen Sicherheit, denn sie können heftig beißen und ggf. auch Krankheiten übertragen.
  • Hunde anleinen und fernhalten, um dem Findling Stress zu ersparen und die Übertragung von Krankheiten zwischen Hund und Robbe zu vermeiden. 
  • Und die zuständigen Personen benachrichtigen.

Wen informiere ich?

  • der verantwortlichen Seehundjäger (bitte mit dem nächsten Textblock verlinken) (Telefonnummern sind in der Region und bei der Polizei bekannt, hängen z.B. in der Kurverwaltung aus)
  • die Seehundstation Friedrichskoog e.V. (Telefon 04854/1372)
  • oder die Polizei (Telefon 110).

Was ist ein Heuler?

Als Heuler bezeichnet man nur junge Seehunde im Alter von erst wenigen Tagen oder 1-3 Wochen, also während der Säugezeit, die dauerhaft ihre Mutter verloren haben. Der Name „Heuler“ leitet sich aus dem normalen Stimmfühlungslaut ab, mit dem ein junger Seehund seine Mutter ruft. Natürliche Ursachen wie Sommerstürme, Krankheit oder Tod der Mutter aber auch menschliche Einflüsse, wie Störungen an den Wurfplätzen, können eine solche Trennung bewirken. Diese Faktoren sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich, daher schwankt die Anzahl der Heuler. 

Nicht jeder Seehund am Strand ist ein „Heuler“, einzelne Robben liegen immer wieder an den Stränden und ruhen, typische Anzeichen von Entspannung ist die „Bananenstellung“.

Bei Kegelrobben treten nur selten sogenannte „Heuler“ auf. Vielmehr werden junge Kegelrobben in der Säugezeit regelmäßig allein am Strand zurückgelassen, während das Muttertier auf Nahrungssuche geht. Hier gilt in besonderem Maße: Großen Abstand halten und nicht den Weg zum Wasser versperren, damit das Muttertier Zugang zum ruhenden Jungtier behält.

Was machen Seehundjäger?

Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht, haben aber eine ganzjährige Schonzeit. 1974 wurde in Deutschland die Jagd auf diese Robbenart eingestellt. Seehundjäger sind seit der Einstellung der Jagd Seehundschützer und haben weitgehend Aufgaben der Hege übernommen. Doch neben Seehunden kümmern sie sich auch um andere verletzte Meeressäugetiere, dies in Zusammenarbeit mit Naturschutz-Verbänden, Nationalpark-Rangern, Wissenschaftler/innen oder der Seehundstation Friedrichskoog.

Im Einzelnen umfassen die heutigen Aufgaben:

  • Betreuung von Robben. Hierzu gehören z.B.:
    • Beobachtung von Robben (Absperrung der Fundorte), oft in Kooperation mit Verbänden und Nationalpark-Rangern, 
    • Fang kranker oder verletzter Tiere, 
    • Bergung von Heulern oder verletzten Tieren mit Einlieferung in die Seehundstation Friedrichskoog
  • Tierschutzgerechte Nottötung schwerkranker Robben
  • Bergung toter Robben und toter Kleinwale 
  • Dokumentation der Beobachtungen und Funde
  • Mitarbeit bei Forschungsvorhaben
  • Information der Öffentlichkeit

Foto: © Stock / LKN.SH

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