Vogelbeobachtungen am Südstrandpolder

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Stimmungsvolle Vogellaute & eine Besonderheit im Wattenmeer.

Von März bis Oktober führt die Nationalpark-Wacht Norderney wöchentlich vogelkundliche Führungen am Südstrandpolder durch, beginnend an der Vogelbeobachtungshütte am Süddeich.

Hier besteht auf Norderney die größte Chance, Löffler zu beobachten, da seine Brutkolonien von öffentlichen Wegen aus nicht einsehbar sind. Am Nordostende des Polders können Sie bei Hochwasser den Großen Brachvogel sichten, der zu unserem größten Watvogel zählt.

Die Nationalpark-Wacht bringt Ferngläser und ein Spektiv mit; eigene Ausrüstung kann gerne zusätzlich mitgebracht werden.

Hinweis:  Die höchsten Bestände der Vögel sind bei Hochwasser zu beobachten.

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Eine Erfolgsgeschichte im Wattenmeer!

Zu einen der unzähligen Besonderheiten im Wattenmeer zählt der Löffler. Bis vor kurzem war sein Vorkommen in Mitteleuropa ausschließlich auf den Neusiedler See in Österreich sowie auf einige Gebiete in den Niederlanden beschränkt. Inzwischen brütet der Löffler auf den meisten Ostfriesischen Inseln, 2007 waren es schon über 100 Brutpaare.

Zu seinen charakteristischen Äußerlichkeiten zählt das weiße Gefieder, das einen zarten gelblichen Hauch aufzeigt. Der  Brustkranz ist gelblich bräunlich und am Kopf ist es orangebräunlich getönt. Am Hinterkopf trägt der Löffler einen Schopf aus langen Federn, die er in der Erregung zu einer Fächerkrone abspreizt.

Das Geschlecht unterscheidet sich an der Körpergröße. Er erreicht mit den schwarzen Beinen 80 cm Länge. Der Schnabel ist beim Jungtier hell, während die Alttiere einen schwarzen Schnabel mit einer gelblichen Spitze offenbaren. Seinen Namen hat diese Vogelart wegen seinen löffelartigen Schnabels bekommen.

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Wehmütiger Flötist über dem Watt

Wenn Sie das wehmütige Flöten − „kurli“ oder „kluitt“ − vernehmen, das zu den stimmungsvollsten Vogellauten des Wattenmeeres gehört, dann handelt es sich dabei um den großen Brachvogel. Als Brutgebiet sind inzwischen die ostfriesischen Inseln im Nationalpark zu einem letzten Rückzugsraum geworden.

Große Brachvögel sind eher unscheinbar gefärbt. Der Kopf, der Hals, die Brust die Körperoberseite sind fahl beige bis braun und mit dunklen Streifen und Flecken versehen. Die Wangen sind eher dunkel gestrichelt und heben sich mit dem hellen Kinn- und Kehlfleck ab. Der weiße Bürzel, mit der die hintere obere Rückenpartie gemeint ist, wird im Flug sichtbar.

Zu den charakteristischen Merkmalen zählt der gebogene lange Schnabel. Dieser  macht den Brachvogel unverwechselbar. Die Weibchen haben einen deutlich längeren Schnabel als die Männchen und Jungvögel, die noch einen recht kurzen Schnabel haben. Bis zu 19 cm kann der Schnabel des Weibchens lang werden. Im Verhältnis zum Körper  hat der Brachvogel somit den längsten Schnabel unter den heimischen Vögeln.

Norderney