22.03.2018

Abschluss der Kompensationsmaßnahmen auf dem Grohdepolder

Lebensbedingungen für Wiesenvögel haben sich deutlich verbessert
Uferschnepfe. Foto: Gundolf Reichert

Uferschnepfe. Foto: Gundolf Reichert

2011 hatte der Übertragungsnetzbetreiber TenneT zusammen mit der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer einen Pflege- und Entwicklungsplan für den Grohdepolder erarbeitet. Das Ziel bestand darin, den Lebensraum für Wiesenbrüter auf der etwa 145 Hektar großen Fläche auf Norderney aufzuwerten. Nun liegen die Monitoring-Ergebnisse des Projekts vor, das TenneT als Ausgleichsmaßnahme für das Offshore-Netzanbindungsprojekt BorWin1 umgesetzt hat.

Der Grohdepolder auf Norderney hat eine hohe Bedeutung für Natur und Landschaft. Gleichzeitig wird er landwirtschaftlich genutzt und ist auch für naturinteressierte Gäste attraktiv. Er liegt in der Zwischenzone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, des EU-Vogelschutzgebietes „Niedersächsisches Wattenmeer und angrenzendes Küstenmeer“ sowie innerhalb des FFH-Gebietes „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“.

In Zusammenarbeit mit TenneT hatte die Nationalparkverwaltung sechs Maßnahmen entwickelt, um störungsarme Brutgebiete zu schaffen, den Aufzuchterfolg von Uferschnepfe, Kiebitz und Rotschenkel zu verbessern und die Anzahl der Brutpaare dieser Vogelarten zu erhöhen. Außerdem sollte der Grohdepolder als Rastplatz für Rastvögel wie Goldregenpfeifer und Großen Brachvogel attraktiver werden. So wurden die Binsen durch eine regelmäßige Mahd zurückgedrängt, störende Gehölze entfernt, die Wasserstände in den Gräben angehoben und das Grünland extensiv genutzt. Darüber hinaus wurden Stacheldrähte entfernt und der Futterplatz der hier weidenden Galloway-Rinder verlegt.

TenneT hat die 2011 begonnenen Maßnahmen durch ein Monitoring der Vegetation und der Brutvögel begleitet. Die Ergebnisse bestätigen den Erfolg der Arbeiten: Zwischen 2012 und 2016 wurden 128 Vogelarten auf dem Grohdepolder nachgewiesen. Im selben Zeitraum zeigt die Entwicklung von Austernfischer und Kiebitz einen positiven Bestandtrend, besonders der Austernfischer hatte innerhalb dieser fünf Jahre einen sehr hohen Bruterfolg. Und auch der Schlupferfolg der Arten Kiebitz, Uferschnepfe und Austernfischer hat sich im Verhältnis zum Jahr 2008 stark verbessert. Ein hoher Schlupferfolg ist ein wichtiger Gradmesser für die Qualität der Flächen aus Naturschutzsicht.

Mit Beginn der Umsetzung des Entwicklungsplans wurde ein Arbeitskreis eingerichtet, der Eigentümer, Bewirtschafter, Naturschutzverbände, beteiligte Behörden und TenneT inklusive eines Planungsbüros umfasste. Am 21. März hat TenneT dem Arbeitskreis die Ergebnisse des Projekts vorgestellt und die Kompensationsmaßnahme damit abgeschlossen. Der Arbeitskreis wird nun aufgelöst und die Maßnahmen auf dem Grohdepolder durch die Bewirtschafter fortgesetzt.

(Gemeinsame Presseinformation der Fa. TenneT und der Nationalparkverwaltung Nds. Wattenmeer)

 

 

 

 

Das könnte Sie auch interessieren

Sommerfest im Multimar Wattforum

Das Sommerfest im Multimar Wattforum bietet ein buntes und kreatives Mitmach-Programm für die ganze Familie | © Schnabler/LKN.SH

20.07.2018 Veranstaltung, Muscheln & Schnecken, Multimar Wattforum Am Sonntag, den 29. Juli 2018 lädt das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in Tönning zum bunten Sommerfest ein. Zwischen 11 und 17 Uhr erwartet die Besucher ein vielfältiges und kreatives Programm für die ganze Familie. mehr »
Treffen der fünf Commerzbank-Umweltpraktikant*innen auf dem Dach der Naturerlebnisstation in Sehestedt

Treffen der fünf Commerzbank-Umweltpraktikant*innen auf dem Dach der Naturerlebnisstation in Sehestedt
(v.l.n.r.): Jonas Kaiser (Filialleiter Commerzbank Wilhelmshaven), Raimund Koop, Marlene Radinger, Svenja Püschel, Maximilian Weidenhiller, Stefanie Becker, Florian Carius (Dezernatsleiter Kommunikation-Forschung, Nationalparkverwaltung) und Rüdiger von Lemm (Leiter Nationalpark-Erlebnisstation)
Foto: Dörte Wolff

17.07.2018 Commerzbank, Umweltpraktikum Fünf Studierende aus ganz Deutschland tauschen während des Sommersemesters im Rahmen eines dreimonatigen Praktikums Uni-Alltag und Prüfungsstress gegen Meeresluft und Möwenschreie. mehr »

Die Richel in den Niederlanden beherbergt die weitaus größte Kinderstube der Kegelrobben in der Wattenmeerregion. Jungtiere sind als weiße Punkte zu erkennen. Ausgewachsene Kegelrobben und ältere Jungtiere sind dunkler. Das Foto steht zur kostenlosen Nutzung im Rahmen der Berichterstattung zu der Kegelrobbenzählung 2018 bereit. | Foto: © S. Brasseur

16.07.2018 Die Zahl der Kegelrobben in der Wattenmeerregion wächst seit über einem Jahrzehnt stetig an – allein im letzten Jahr um 13%. Demnach haben sich die Bestände seit der Rückkehr der Kegelrobben ins Wattenmeer erfolgreich stabilisiert. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 6.144 Kegelrobben in dänischen, deutschen und niederländischen Gewässern des Welterbes erfasst. mehr »
Küstenseeschwalbe im Flug mit Beute. Foto: S. Pfützke / green-lens.de

Küstenseeschwalbe mit Beute. Foto: S. Pfützke / green-lens.de

13.07.2018 Zugvogeltage, Zugvögel, Küstenseeschwalbe Der Juli-Beitrag unseres Zugvogeltage-Countdowns widmet sich der Küstenseeschwalbe, deren Flugleistung alle Rekorde in den Schatten stellt. mehr »
06.07.2018 Kompensation Anfang Juli startet der Übertragungsnetzbetreiber TenneT mit einer Reihe von Renaturierungsprojekten auf der Insel Borkum und in deren Umgebung. Dabei geht es auch um die Entfernung von Resten anthropogener Strukturen aus Zeiten früherer Nutzungen. mehr »