28.09.2018

Anerkennung der Bildungsarbeit für den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur

Kultusminister Tonne zeichnet Nationalparkeinrichtungen als außerschulische Lernorte in einer Bildung für nachhaltige Entwicklung aus
Kultusminister Grant Hendrik Tonne (4. v.l., vordere Reihe) und Umweltminister Olaf Lies (3. v.r.) mit den Vertreterinnen und Vertretern der als außerschulische Lernorte ausgezeichneten Nationalparkeinrichtungen.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (4. v.l., vordere Reihe) und Umweltminister Olaf Lies (3. v.r.) mit den Vertreterinnen und Vertretern der als außerschulische Lernorte ausgezeichneten Nationalparkeinrichtungen.
Foto: M. Räder/NLPV

Die Faszination des einzigartigen Naturraums Wattenmeer erleben, seine ökologische Bedeutung mit allen Sinnen begreifen – sowohl Gäste als auch Einheimische jeden Alters können das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer bei jährlich rund 10.000 Veranstaltungen unterschiedlichster Formate entdecken. Für ihre langjährige Bildungsarbeit – insbesondere in Kooperation mit Schulen – sind die 18 Nationalpark-Informationseinrichtungen an der niedersächsischen Küste und auf den Ostfriesischen Inseln sowie die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer nun als außerschulische Lernorte in einer Bildung für nachhaltige Entwicklung anerkannt worden.

Beim Festakt am Freitag (28.9.) im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven wurden den Leiterinnen und Leitern der Nationalparkeinrichtungen die Anerkennungsurkunden vom Niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne überreicht. Begleitet wurden sie dabei von den Vertreterinnen und Vertretern der Kommunen und Umweltverbände, die in unterschiedlichen Konstellationen Träger der Nationalparkeinrichtungen sind. „Die Nationalparkeinrichtungen sind unverzichtbare Bildungspartnerinnen der Schulen. Die unmittelbare Erfahrung dieses ganz besonderen Lebensraums weckt den Forscher- und Entdeckergeist der Schülerinnen und Schüler und ist damit die beste Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur“, stellte Kultusminister Tonne fest und gab als Ziel aus, dass jedes Schulkind mindestens einmal in seinem Schulleben eine Nationalparkeinrichtung und das Wattenmeer besucht haben sollte.

Es folgen Grußworte des Niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies, der Bürgermeisterin von Wilhelmshaven Ursula Glaser und der Leiterin des Regionalen Umweltzentrums Schortens Ina Rosemeyer. „Die Bildungsarbeit ist eine immanente Aufgabe des Naturschutzes im Nationalpark sowie auch im UNESCO-Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer“, erklärte Umweltminister Lies. „Die Motivation und die Befähigung zum nachhaltigen Handeln sind die Schlüssel zum Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen auch für zukünftige Generationen.“ Die Anerkennung der Nationalparkeinrichtungen als außerschulische Lernstandorte sei somit auch als Teil der Niedersächsischen Nachhaltigkeitsstrategie zu verstehen.

Die Anerkennung durch das Land Niedersachen bedeutet für die 18 Nationalpark-Informationseinrichtungen und die Nationalparkverwaltung die Aufnahme in das niedersächsische Netzwerk der anerkannten außerschulischen Lernorte in einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. In diesem Netzwerk sind derzeit 61 anerkannte außerschulische Lernorte in ganz Niedersachsen vertreten. Diese Lernorte widmen sich verschiedenen Bereichen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung und unterstützen Schulen dabei, diese im Schulalltag lebendig werden zu lassen. Sie erfüllen verbindliche Qualitätskriterien des Niedersächsischen Kultusministeriums und sind ein Qualitätssiegel für die Arbeit mit Schulen.

In den Informationseinrichtungen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer liegt der Schwerpunkt in der Vermittlung eines verantwortungsbewussten Umgangs mit der Natur und den natürlichen Ressourcen. Ein umfangreiches und vielfältiges Veranstaltungsangebot – von Wattwanderungen, Ausflugsfahrten zu den Seehundsbänken, interaktiven Ausstellungen bis hin zu Laborexperimenten und Fachvorträgen – vermittelt diese Kompetenzen rund um das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer. „Allein die bevorstehenden 10. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer umfassen knapp 300 Einzelveranstaltungen“, so Nationalparkleiter Peter Südbeck. „Um jährlich rund einer Million Besucherinnen und Besuchern ein hochwertiges und abwechslungsreiches Umweltbildungsprogramm zu bieten, agieren die Nationalparkeinrichtungen und die Nationalparkverwaltung deshalb in einem stetig wachsenden Netzwerk von Bildungsakteuren, deren gemeinsames Ziel der Erhalt und die nachhaltige Entwicklung der Wattenmeer-Region ist.“

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